Monty Cantsin
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Monty Cantsin ist eine multiple Identität, die jeder annehmen kann. Sie steht, genauso wie Luther Blissett, in Verbindung mit dem Neoismus.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Monty Cantsin wurde 1978 vom Kritiker, Aktionisten und Mail Art-Künstler David Zack als Bühnenpseudonym für den lettisch-stämmigen Dichter und Sänger Maris Kundzins geprägt. Monty Cantsin spielt zudem auf Martial Canterel, den Romanhelden von Raymond Roussels „Locus Solus“ an, sowie auf den kalifornischen Performancekünstler Monte Cazazza. Darüber hinaus ist der Name als Wortspiel auf „Monty can’t sing“ („Monty kann nicht singen“) lesbar und, in Anspielung auf religiöse Freidenker-Gruppen, die kollektiv unter dem Namen von Jesus Christus oder von Heiligen firmierten, als „Monty can’t sin“ („Monty kann nicht sündigen“). Nach Zack sollte Monty Cantsin ein „offener Popstar“ sein. In einer Philosophie, die Freie Software und Open Source teilweise vorwegnahm, sollte es jedermann möglich sein, in Monty Cantsins Namen aufzutreten, dessen Ruhm so zu mehren und kollektiv zu teilen.
Zacks Aufruf, sich Monty Cantsin zu nennen, folgte 1979 der ungarisch-kanadische Performancekünstler Istvan Kantor, der den Namen mit dem Neoismus verschmolz. Als Identität, die von allen Neoisten geteilt wurde, wandelte sich Monty Cantsin von einem „Popstar“ zu einem radikalen Identitäts-Experiment im Alltagsleben. Auf den neoistischen Apartment Festivals (APTs) erfuhr dieses Experiment seine oft extremistische Steigerung. Zugleich lebte das ursprüngliche Popstar-Konzept in einer Reihe von Elektropop- und Industrial-Alben sowie Performances weiter, hinter denen hauptsächlich Istvan Kantor stand.
Spätere multiple Namen wie Karen Eliot, Luther Blissett und Michael K waren von Monty Cantsin zwar inspiriert, vermieden jedoch dessen Identifikation mit realen Personen, indem sie (wie Karen Eliot) als bloße Signatur oder (wie Blissett und K.) als Medienphantome konzipiert wurden.

