Monty Python

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Monty Python

Fuß aus dem animierten Vorspann vonMonty Python’s Flying Circus
Fuß aus dem animierten Vorspann von
Monty Python’s Flying Circus

Art Komiker
Genre Britischer Humor, Satire, Schwarzer Humor, Nonsens
Medien Fernsehen, Kino, Video, Tonaufnahmen, Bücher
Nationalität Britisch
Gründung 1969
Auflösung 2014
Mitglieder Graham Chapman
John Cleese
Terry Gilliam
Eric Idle
Terry Jones
Michael Palin
Website Pythonline

Monty Python [ˌmɒnti ˈpaɪθn] war eine britische Komikergruppe. Sie wurde 1969 gegründet und hatte ihre Blütezeit in den 1970er Jahren, in denen die Fernsehserie Monty Python’s Flying Circus und mehrere Kinofilme, unter anderem Das Leben des Brian, entstanden. 1983 löste sich die Gruppe vorerst auf. Der letzte gemeinsame Auftritt aller sechs Mitglieder fand 1989 zur Produktion der Jubiläumszusammenstellung Parrot Sketch Not Included – 20 Years of Monty Python statt. Nach dem Tod von Graham Chapman traten die verbliebenen fünf Mitglieder 2014 wieder gemeinsam auf (wenngleich ohne neues Material). Mit der letzten Show am 20. Juli 2014 löste sich die Gruppe auf. Ihr humoristischer Einfluss gilt bis heute als wegweisend und wurde von zahlreichen Komikern adaptiert und weiterentwickelt.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten]

Monty Python bestand aus:

Cleese, Chapman und Idle studierten an der Universität Cambridge, Palin und Jones an der Universität Oxford, wo sie im Schreiben und Darstellen komischer Sketche erste Erfahrungen sammelten. Sowohl Palin und Idle als auch Cleese, Chapman und Jones hatten bereits für die BBC gearbeitet, als Cleese Anfang 1969 vorschlug, sich zusammenzutun. Diese Gruppenbildung beim Skript-Schreiben blieb während der Monty-Python-Zeit weitgehend bestehen, Terry Jones bezeichnete dies später als „The Oxford-Cambridge-Divide“. Das sechste Mitglied, der US-Amerikaner Terry Gilliam, kam vom Occidental College, Los Angeles, dazu. Er zeichnete sich hauptsächlich durch seine surrealen Cut-Out-Animationen aus, spielte aber auch kleinere Rollen (meist ohne Text). Im Laufe der Zeit übernahm er immer öfter die Regie bei den Sketchen und Filmen. Häufige Mitarbeiter der Gruppe waren Carol Cleveland, Connie Booth und Neil Innes, die in zahlreichen Sketchen des „Flying Circus“ und auch in den meisten Kinofilmen mitwirkten.[1]

Von 1969 bis 1974 drehte die Gruppe für die BBC 45 Folgen (drei Staffeln mit je 13 Folgen, eine Staffel mit sechs Folgen) der Serie Monty Python’s Flying Circus, in der Sketche und Trickfilmszenen gemischt wurden. Die erste Sendung wurde am 5. Oktober 1969 um 23:00 Uhr ausgestrahlt. In den Jahren 1971 und 1972 wurden zwei Folgen in deutscher Sprache als Monty Pythons fliegender Zirkus speziell für das deutsche und österreichische Fernsehen produziert und gesendet.

Der Name Monty Python’s Flying Circus für die Show-Serie entstand erst 1969 kurz vor Drehbeginn bei einer der letzten Besprechungen in Cleese' damaliger Wohnung in der Basil Street in Kensington:

“Several zany titles resulted until John Cleese came up with the last name Python and Eric Idle remembered a character he had met in a pub years before. The stranger had been a dapper sort and every time he came into the pub he would ask the patrons, ‘Has Monty been in yet?’ Idle’s compatriots liked the name and so the troupe and the show became Monty Python’s Flying Circus.”

„Mehrere verrückte Titel kursierten, bis John Cleese mit dem Nachnamen Python ankam und Eric Idle sich an jemanden erinnerte, den er Jahre zuvor in einer Kneipe getroffen hatte. Der Fremde war ein eleganter Typ, und jedes Mal, wenn er in die Kneipe kam, fragte er die Gäste: ‚War Monty schon hier?‘ Idles Landsmänner fanden den Namen gut, und so wurde aus der Truppe und der Show Monty Python’s Flying Circus.“

– Biografie in movies.msn.com[2]

Die Serie bestach durch ihren überaus ungewöhnlichen, oft absurden Humor. In Anlehnung an den Ausdruck „kafkaesk“ wurde diese Stilrichtung auch als „pythonesk“ bezeichnet. Sie zeichnet sich durch hintersinnigen und vor allem schwarzen Humor aus. Die Serie gilt sowohl formal als auch inhaltlich als wegweisend für das Genre der Comedy; insbesondere der Verzicht auf eine Schlusspointe im Anschluss an eine besonders absurde Szene war revolutionär und wirkte stilbildend. Bewusst wurden Sketche und ganze Folgen im Widerspruch zu den Sehgewohnheiten als Bewusstseinsstrom inszeniert; auch die Vierte Wand wurde häufig durchbrochen. Dabei lag hinter der Absurdität der Sketche nicht selten auch harsche Gesellschaftskritik verborgen. Bekannt ist auch die Erkennungsmelodie aus Monty Python’s Flying Circus: Es handelt sich um John Philip Sousas Marsch The Liberty Bell. Nachdem John Cleese bereits nach dem zweiten Jahr mit dem Gedanken gespielt hatte, die Gruppe zu verlassen, war er schließlich in der vierten Staffel nicht mehr dabei. Es wurden nur noch sechs Folgen erstellt, wobei aber trotzdem noch Texte von John Cleese (mit seinem Einverständnis) verwendet wurden.

Nach ihrer Zeit beim Fernsehen wandten sich Monty Python dem Film zu, nun wieder unter Mitwirkung von Cleese. Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft (Originaltitel: And Now For Something Completely Different) wurde bereits während der Zeit des Flying Circus für das Kino gedreht. Er enthielt fast ausnahmslos neu gedrehte Sketche, die aber bereits im Flying Circus zu sehen gewesen waren. Im direkten Anschluss begannen in Schottland die Dreharbeiten zum zweiten Kinofilm Die Ritter der Kokosnuß (Originaltitel: Monty Python and the Holy Grail), eine Parodie auf die Artussage und das Genre der Ritterfilme.

1979 drehte die Gruppe ihren wohl einflussreichsten und bekanntesten Film, Das Leben des Brian. Der von George Harrison produzierte Film befasst sich satirisch und mit schwarzem Humor mit religiösen und sozialen Themen und parodiert zugleich die Bibelfilme der 1950er und 1960er Jahre: Der Protagonist Brian, geboren zur selben Zeit wie Jesus von Nazareth, wird immer wieder für den Messias gehalten und schließlich gekreuzigt. Aufgrund des kontroversen Inhaltes des Filmes protestierten beispielsweise britische und amerikanische konservative Christen dagegen; nicht selten in der irrigen Annahme, Brian solle Jesus sein. So nahmen manche Kinobetreiber Monty Pythons Werk aus Rücksicht vor religiösen Empfindsamkeiten nicht ins Programm auf.

1983 traten mit Chapman, Idle und Cleese drei der sechs Mitglieder in der Piratenfilm-Parodie Dotterbart (Yellowbeard) auf, wobei Chapman auch am Drehbuch beteiligt war. Noch im gleichen Jahr beendete die Gruppe zunächst ihre Zusammenarbeit, unter anderem aufgrund des verschlechterten Gesundheitszustands von Graham Chapman, der an schwerem Alkoholismus litt. Als er 1989 an Krebs starb, versammelten sich die verbliebenen Gruppenmitglieder bei der Trauerfeier; Cleese und Palin hielten vielbeachtete Reden, und alle gemeinsam sangen den Song Always look on the bright side of life. 1998 traten die fünf Überlebenden gemeinsam in Aspen (Colorado) auf. Auch einzeln waren die Mitglieder als Schauspieler, Autor oder Regisseur erfolgreich (auch schon vor ihrer Monty-Python-Zeit) und sind es zum Teil auch heute noch. Der Gruppe gehört auch die Produktionsfirma Python (Monty) Pictures Limited.

Vier der Gruppenmitglieder (Gilliam, Idle, Jones und Palin) traten zusammen mit Carol Cleveland und Neil Innes 2002 auf dem Gedenkkonzert für George Harrison auf, da er mit seiner extra dafür gegründeten Firma HandMade Films einen ihrer Filme produziert hatte. Für John Cleese, der zu diesem Zeitpunkt erkrankt war, sprang Tom Hanks bei einer Nummer ein.

2005 wurde das Monty-Python-Musical Monty Python’s Spamalot am New Yorker Broadway uraufgeführt, das dort seither regelmäßig gespielt wird und auch mehrmonatige Aufführungsreihen in London, Las Vegas und im Kölner Musical Dome hatte. Besonders Eric Idle war intensiv an dieser Produktion beteiligt.

2012 wurde der Film Absolutely Anything angekündigt. Der Film basiert auf einer Idee von Terry Jones, der auch Regie führt. In dem Film verleihen alle lebenden Monty Pythons Aliens ihre Stimmen[3]. Der Film wird als „Science-Fiction-Farce“ beschrieben.[4]

Im November 2013 gaben Monty Python bekannt, an einer gemeinsamen Show zu arbeiten.[5] Die zehn Auftritte fanden ab dem 1. Juli 2014 in der O2 Arena in London statt.[6] Die am 20. Juli 2014 gezeigte letzte Show wurde weltweit in ausgewählte Kinos und per Livestream im Internet übertragen.

Werk[Bearbeiten]

Filme und Serien[Bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten]

  • 2009: Monty Python – Fast die ganze Wahrheit!

Tonträger[Bearbeiten]

  • 1970: Monty Python's Flying Circus (BBC Records)
  • 1971: Another Monty Python Record (Charisma Records)
  • 1972: Monty Python’s Previous Record (Charisma Records)
  • 1973: Matching Tie and Handkerchief (Charisma Records)
  • 1974: Holy Grail Soundtrack (Charisma Records)
  • 1974: Monty Python Live at Drury Lane (Charisma Records)
  • 1976: Live! At City Center (Megaphon Import Service)
  • 1977: Monty Python Instant Record Collection (Virgin Records)
  • 1979: Life Of Brian Soundtrack (Charisma Records)
  • 1980: Monty Python’s Contractual Obligation Album (Charisma Records)
  • 1983: The Meaning Of Life Soundtrack (Universal)
  • 1988: The Final Rip Off (Virgin Records)
  • 1989: Monty Python Sings (Virgin Records)
  • 2014: Monty Python Sings Again (Virgin Records)

Computerspiele[Bearbeiten]

  • 1984: The Quest for the Holy Grail – Ein Textadventure für den C64
  • 1990: Monty Python’s Flying Circus (entwickelt von Core Design Ltd. und herausgegeben von Virgin Interactive Entertainment)
  • 1994: Monty Python’s Complete Waste of Time (deutscher Titel: Monty Python’s Reine Zeitverschwendung)
  • 1996: Monty Python and the Quest for the Holy Grail (deutscher Titel: Monty Python – Die Ritter der Kokosnuß)
  • 1997: Monty Python’s The Meaning of Life

Diese Computerspiele wurden von 7th Level in Zusammenarbeit mit Eric Idle und Terry Gilliam entwickelt.

Musical[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

DVD-Veröffentlichungen in Deutschland[Bearbeiten]

  • 2000: Monty Pythons Der Sinn des Lebens (1 DVD) von Columbia
  • 2001: Die wunderbare Welt der Schwerkraft (1 DVD) von Koch Media GmbH - DVD
  • 2002: Die Ritter der Kokosnuss (2 DVDs) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2003: Das Leben des Brian (1 DVD) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2003: Die Ritter der Kokosnuss (2 DVDs) Special Edition von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2004: Montys Enzyklopythonia (4 DVDs) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2004: Der Sinn des Lebens (2 DVDs) Special Edition von Universal
  • 2005: Die wunderbare Welt der Schwerkraft (1 DVD) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2006: Monty Python: In the Beginning (1DVD) von Icestorm Entertainment
  • 2006: Monty Python's Personal Bests (6 DVDs) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2007: Monty Python - Die Ritter der Kokosnuss (+ Audio-CD) [3 DVDs] von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2007: Do Not Adjust Your Set - Die frühen Jahre von Monty Python (2 DVDs) von Indigo
  • 2007: At last the 1948 Show - Die frühen Jahre von Monty Python (2 DVDs) von Indigo
  • 2007: Das Leben des Brian (digital remastered + Soundtrack + Bonus DVD) (2 DVDs) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2007: Monty Python Live at the Hollywood Bowl (1 DVD)von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2009: Monty Python - Die frühen Jahre [4 DVDs] von Indigo
  • 2009: Monty Python: Almost the Truth - The Lawyer's Cut (OmU) [3 DVDs / Blu-Ray] von Edel Germany GmbH
  • 2009: 40th Anniversary Boxset Celebrating 400 Years of Monty Python [17 DVDs] von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2010: Monty Python - Not The Messiah (He's a Very Naughty Boy) (1 DVD / Blu-ray) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2010: Monty Python's Flying Circus - Box (7 DVDs) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2012: Die Ritter der Kokosnuss [Blu-ray] (1 DVD) von Sony Pictures Home Entertainment
  • 2013: Der Sinn des Lebens - 30th Anniversary Edition [Blu-ray] von Universal Pictures Germany GmbH
  • 2013: A Liar's Autobiography - The Untrue Story of Monty Python's Graham Chapman (OmU) (1 DVD)von Universum Film GmbH
  • 2013: Holy Flying Circus - Voll verscherzt (1 DVD / Blu-Ray) von Polyband

Rezeption[Bearbeiten]

Der Originalfuß (markiert): Allegoria del trionfo di Venere von Angelo Bronzino

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Monty Python – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cleveland und die Pythons
  2. Monty Python: Biography. In: msn.com. Abgerufen am 22. September 2012.
  3. Monty Python's Terry Jones talks Absolutely Anything. www.screendaily.com, abgerufen am 22. Juli 2014.
  4. Monty Python drehen neuen Film. Süddeutsche.de, abgerufen am 31. Januar 2012.
  5. tz.de: Monty Python kehrt zurück!, abgerufen am 20. März 2014
  6. bbc.com: Monty Python to reunite for live one-off show in London
  7. Badische Zeitung, Panorama, 11. Januar 2014: badische-zeitung.de: Beingymnasitk der Woche (11. Januar 2014)