Monumento a Vittorio Emanuele II

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Das Denkmal für Vittorio Emanuele II (Vittoriano) - frontal
Das Vittoriano
Das Vittoriano nachts

Das Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II (italienisch; dt.: Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II., auch bekannt unter dem Namen Vittoriano) ist das nationale Denkmal in Rom, das der italienischen Staatsgründungsbewegung im 19. Jahrhundert, dem Risorgimento (Museum im Monument), und dem ersten König des neu gegründeten Italiens, Viktor Emanuel II., aus dem Haus Savoyen, gewidmet ist. Es liegt am Südende der Via del Corso zwischen der Piazza Venezia und dem Forum Romanum, neben dem Trajansforum. Es zählt heute zu den Staatssymbolen der Italienischen Republik.

Geschichte[Bearbeiten]

Anlässlich des Todes von König Vittorio Emanuele II. im Jahr 1878 wurde die Errichtung des Denkmals beschlossen. Es wurde ab 1885 von Giuseppe Sacconi errichtet, die Einweihung fand 1911 zum 50. Jahrestag der Einigung Italiens statt. Im Jahr 1911 wurde es anlässlich der Weltausstellung in Rom eingeweiht, aber erst 1927 fertiggestellt. Es spiegelt die nationalistische Stimmung dieser Zeit, welche sich in den wuchtigen Marmortreppen, einem zwölf Meter hohen bronzenen Reiterstandbild des Königs und einer monumentalen Säulenreihe am oberen Ende manifestiert. Diese Portikus wird von einem ornamentalen Fries bemalt mit Temperafarben geschmückt, was auf der Nachtaufnahme gut erkennbar ist. Das gigantische Bauwerk stellt sich quer vor die mit 80 Metern Länge auch nicht kleine Basilika Santa Maria in Aracoeli, die so wie auch die dahinterliegenden Gebäude der Gründungsabsicht entsprechend von der Piazza Venezia wie auch von der Piazza della Repubblica aus völlig unsichtbar geworden ist.

Wie bei vielen nationalen Denkmalen üblich, findet man auch hier das Grabmal des unbekannten Soldaten und den „Altar des Vaterlandes“ (ital.: Altare della Patria). Die Ewige Flamme wird Tag und Nacht von zwei Soldaten mit Lanzen bewacht. Der Blick reicht von dort auf das Forum Romanum, die Märkte der antiken Kaiser im Südosten und über die Häuser von Rom.

Architektur[Bearbeiten]

Die Architektur des Vittoriano wird bestimmt von einem monumentalen korinthischen Portikus, der an seinen Seiten mit ebenfalls korinthischen Pronai abgeschlossen wird. Der Rhythmus der Säulen verleiht dem wuchtigen und im Detail sehr komplexen Bauwerk Einfachheit. Im städtebaulichen Kontext entfaltet es aufgrund seiner Größe eine bauliche Dynamik, die sich aus dem Bezug des Bauwerks zu den sich auf der Piazza Venezia kreuzenden Straßenachsen und aus dem Kontrast zur niedrigeren umgebenden Architektur ergibt.

Sacconi bezieht sich mit seiner Architektur auf antike Monumente wie den Pergamonaltar und das Heiligtum der Fortuna Primigenia in Palestrina. Entsprechend ist das Denkmal als ein großes neoklassizistisches Forum angelegt. Seine über mehrere Ebenen verteilten Terrassen und die Präsenz einer an klassischen Versatzstücken reichen Architektur, stellen inmitten der Ruinen des antiken Rom einen symbolischen Bezugrahmen für das noch junge Italien her.

Zum Zeitpunkt seiner Einweihung im Jahre 1911 zeigt es im Gegenlicht zu einigen ausländischen Pavillons, wie etwa dem Josef Hoffmanns für Österreich, wie sehr die Architektur in Italien zu diesem Zeitpunkt noch der akademischen Tradition des Historismus und Eklektizismus verbunden ist.

Museum[Bearbeiten]

Innerhalb des Gebäudes befindet sich das Museo del Risorgimento, mit dem Eingang in der via di San Pietro in Carcere, das eine Dauerausstellung zu den Italienischen Unabhängigkeitskriegen beherbergt. Die Truppenfahnen aufgelöster italienischer Militärverbände sowie die Schiffsflaggen außer Dienst gestellter Kriegsschiffe werden hier ausgestellt (Sacrario delle Bandiere). Darüber hinaus ist auch eine kleine marinehistorische Sammlung zu sehen.

Sonstige Bezeichnungen[Bearbeiten]

Das Denkmal wird im Sprachgebrauch kurz nur Il Monumento oder Il Vittoriano genannt. Der Volksmund bezeichnet das oft ungeliebte Monument wegen seiner Form auch als macchina da scrivere (Schreibmaschine) oder auch torta nuziale (Hochzeitstorte), weil der schneeweiße Marmor aus der erdfarbenen Umgebung grell hervorsticht. Auch die Ausdrücke «Eisberg» und «Gebiss» sind geläufig.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thorsten Rodiek: Das Monumento nazionale Vittorio Emanuele II. in Rom. (Europäische Hochschulschriften Reihe 28 Kunstgeschichte Band 30), P. Lang, Frankfurt/Main - New York - Paris 1983. Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 1981 ISBN 3-8204-5418-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vittoriano (Roma) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

41.89472222222212.482777777778Koordinaten: 41° 53′ 41″ N, 12° 28′ 58″ O