Moog-Synthesizer

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Erster Moog Synthesizer, 1964
Ein Micromoog
Ein Moog Taurus

Unter Moog-Synthesizer versteht man die elektronischen Musikinstrumente des von Robert Moog gegründeten Unternehmens Moog Music.[1]

Die ersten Versuche mit elektronischer Klangerzeugung stellte Moog in den 1950er Jahren an. Erst als in den 1960er Jahren der Transistor die Elektronenröhre ersetzte, war es Moog möglich, ein vom Stromverbrauch und von der Größe her akzeptables Studiogerät herzustellen. Er kam 1964 mit einem modularen Synthesizersystem auf den Markt, das einem Schrank mit einer Klaviertastatur ähnelte.

Im Jahr 1968 erschien ein Musikalbum, das den Moog-Synthesizer schlagartig als ernst zu nehmendes Musikinstrument bekannt machte, insbesondere unter Pop-Musikern: Switched-On Bach von Walter Carlos. Dieses Album interpretierte Musik von Johann Sebastian Bach auf rein elektronische Weise. Es klang so revolutionär und eingängig, dass Switched-On Bach zum damals weltweit meistverkauften Klassik-Album wurde. Eingespielt hatte Carlos das Album in New York mit einem modularen Moog-System. Weil der Moog monophon, also einstimmig tönte und es MIDI, Personal Computer und Sequencer-Programme noch nicht gab, spielte sie die Musik in vielen Durchläufen per Hand auf einem Achtspur-Bandgerät ein.

Den wirtschaftlichen Durchbruch schaffte das Unternehmen jedoch erst mit dem Minimoog, dem ersten tragbaren Kompaktsynthesizer mit integrierter Tastatur.

In den 1970er Jahren fehlte das Gerät in kaum einem Studio. Berühmt war der Einsatz des synthetischen Klangs z. B. in der Musik von Keith Emerson und Chick Corea, Stevie Wonder, Uriah Heep, Manfred Mann, am auffälligsten aber bei Elektronik-Bands, wie Kraftwerk und Tangerine Dream. Pink Floyd setzten den Mini-Moog 1975 in dem Stück Shine On You Crazy Diamond ein, um damit den Klang einer Trompete zu imitieren. Steve Winwood erkannte das Potential des Synthesizers für kraftvolle Bass-Sounds. Ab 1978 verwendete die kanadische Bombast-Rockband Saga die Moog-Synthesizer für ihre Keyboard-geprägte Musik. In den 90er-Jahren galt der Moog-Synthesizer bereits als „Retro-Synthi“. Typische Beispiele für seinen Einsatz finden sich in dem von Warren G oder Dr. Dre vertretenen G-Funk. Neben dem satten Bass sorgte das Gerät insbesondere für hochfrequente, mit Portamento versehene Pfeifklänge.

Eine ganze Albumserie widmeten Klaus Schulze und Pete Namlook dem Synthesizer und seinem Erfinder unter dem Titel Dark Side of the Moog.

Der Minimoog dient heute noch als Referenzgerät zur klanglichen Beurteilung aktueller Synthesizer und im PC synthetisierter Sounds. Dem Minimoog fehlten jedoch MIDI-Fähigkeiten, Anschlagsdynamik und die Möglichkeit, Klänge zu speichern. Darüber hinaus war der Minimoog nur monophon spielbar.

Daher entwickelte das Unternehmen Moog in den Folgejahren weitere Modelle, wie beispielsweise den Memorymoog oder 1976 den „Polymoog“.[2]

Um den legendären Moog-Sound auch für jeden erschwinglich zu machen, entwickelte Moog später den „Prodigy“.[3] Dieser sehr kompakte Synthesizer sollte nach dem Minimoog das erfolgreichste Modell werden. Die Band The Prodigy benannte sich nach diesem Synthesizer.[4]

Durch besondere optische Präsenz fiel das Modell „Liberation“ auf, die erste serienmäßig gefertigte Keytar. Sie wurde u. a. von Nena, der Spider Murphy Gang, Asia und Jan Hammer populär gemacht. Sie basierte technisch auf dem Moog Opus 3 und bot eine auf dem Frequenzteilersystem basierende Polyphonie.

Mittlerweile legendär ist das rare Basspedal „Moog Taurus“.[5] Dieser Pedal-Synthesizer wird mit den Füßen gespielt und erzeugt einen sehr voluminösen Sound. Der von Robert Moog für den Komponisten Max Brand um das Jahr 1960 gebaute Prototyp des Moog-Synthesizers steht im Max Brand Archiv in Langenzersdorf (Österreich).

Jean Michel Jarre verwendet eine Vielzahl verschiedener Modelle von Moog in seinen Produktionen. Zum Beispiel auf Oxygene kommen u. a. Moog Modular, Minimoog und auch die Liberation Keytar zum Einsatz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moog-Synthesizer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Moog Music in der englischen Wikipedia.
  2. Modell „Moog Polymoog“.
  3. Modell „Moog Prodigy“.
  4. Liam Howlett – Biografie (in englischer Sprache). In: imdb.com. Abgerufen am 16. Januar 2011.
  5. Modell „Moog Taurus“.