Moon (Automobilhersteller)

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Moon Roadster Modell 6-40 (1922-1925)

Moon ist eine ehemalige US-amerikanische Automobilmarke aus St. Louis (Missouri).

Firmengründung[Bearbeiten]

Hersteller war die Moon Motor Car Company, gegründet 1905 und 1929 aufgegeben. Namensgeber und Gründer der Firma war Joseph W. Moon, der gemäß Firmenporträt im Alter von 21 Jahren, genauso wie seine vier Brüder, mit nichts weiter als Pferd, Sattel und Zaumzeug in die weite Welt hinausgeschickt wurde, um etwas aus sich zu machen. Er stammte aus Ohio und arbeitete in St. Louis zunächst als Hersteller für Fahrräder. 1902 kam er erstmals mit dem Automobilbau in Berührung. 1905 produzierte er sein erstes Auto.

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1905 PKW für fünf Personen mit einem 30 bzw. 35 bhp (22, bzw. 25,7 kW) starken Rutenber-Motor. Das Auto wurde von Louis P. Mooers entworfen, der davor bei Peerless gearbeitet hatte. Dieses Fahrzeug, das als The Ideal American Car angepriesen wurde, kostete US$ 3.000,–.
  • 1906 produzierte die Firma 45 Fahrzeuge.
  • 1908 ging Moon dazu über, ihre Vierzylinder-Moon an die Hol-Tan Company in New York zu verkaufen, wo Locke, Quinby und Demarest die Fahrzeuge (Fahrgestelle) mit einer Karosserie versahen. Diese Hol-Tan-Autos wurden aber nur für ein Jahr verkauft.
  • 1910 senkte man den Preis auf nunmehr 1500 bzw. 2000 $ für ein Neufahrzeug.
  • 1913 war die Produktion schon auf 1540 Fahrzeuge angewachsen und man begann mit dem Einbau eines Sechszylindermotors. Ab 1916 gab es dann nur noch Sechszylindermodelle.
  • 1919 starb der Firmengründer Joseph W. Moon; sein Schwiegersohn Stewart McDonald übernahm die Firma. Der Moon hatte sich inzwischen zu einem solide gebauten Auto entwickelt, das über einige Raffinessen verfügte und im Laufe der Zeit weiter entwickelt wurde. Die meisten Motoren waren seitengesteuert und von Continental.
  • 1921 erschien mit dem 6-42 ein Modell ausschließlich für den Export; es hatte einen obengesteuerten Sechszylindermotor von Falls.
  • 1923 wurden abnehmbare Felgen, austauschbare Räder und Ballonreifen eingeführt. Der beste Verkäufer des Unternehmens, Errett Lobban Cord, verließ das Unternehmen.
  • 1924 folgten hydraulische Lockheed-Bremsen. Im gleichen Jahr wurde der Moon Roadster Typ 6-40 (3,4 Liter Hubraum) produziert.
  • 1925 wurde folglich auch die höchste Produktion verzeichnet. 13.000 Fahrzeuge verließen das Werk in St. Louis. Im gleichen Jahr wurde die Marke Diana für ein gehobeneres Marktsegment eingeführt, 1928 aber wieder aufgegeben.
  • 1928 kam der Moon Aerotype 8-80 auf den Markt, eine leicht verbesserte Version des Anfang Jahr eingestellten Diana Eight. der bisherige Moon erschien als neues Modell Aerotype 6-72. Mit dieser Modellpolitik begann jedoch das Ende von Moon. Lediglich 3000 Fahrzeuge wurden verkauft. Die Firma geriet in finanzielle Schieflage. Präsident Stewart McDonald wurde durch C.W. Burst ersetzt, blieb trotz vieler Versuche jedoch letztlich erfolglos.
  • 1929 wurde der Investor Archie Andrews auf die Moon Motor Car Company aufmerksam. Er war für seine Firma New Era Motors auf der Suche nach Produktionsmöglichkeiten für ein neues Luxusautomobil mit Frontantrieb das den Namen Ruxton tragen sollte. Andrews erwarb eine Mehrheit am Aktienkapital und ließ den Ruxton in St. Louis produzieren. Weitere entstanden bei der Kissel Motor Car Company in Hartford (Wisconsin) weil Moon zu wenig Kapazitäten hatte. Andrews' Übernahme erfolgte gegen erbitterten Widerstand des bisherigen Managements mit daraus folgenden juristischen Auseinandersetzungen. Bereits im Januar war die Windsor Corporation als Tochtergesellschaft gegründet worden; deren Fahrzeuge wurden als Windsor angeboten. Im April 1929 wurde die Marke Moon aufgegeben, alle Automobile der Moon Motor Car Company wurden nun ebenfalls als Windsor verkauft. Außerdem ging man dazu über, auch ein Fahrzeug für die Baumwollpflücker-Vereinigung zu bauen.
  • 1930 wurde zunächst der Windsor eingestellt, bald folgte auch der für New Era produzierte Ruxton: Die Fahrzeugproduktion überlebte das Jahr 1930 nicht.

Es dauerte zwei Jahrzehnte, bis man das Firmengeflecht aufgeteilt hatte. Nachdem der Wert des Unternehmens zur besten Zeit US$ 1.250.000,– betragen hatte, wurde es Anfang der 1930er Jahre für US$ 72.000,– an die Cupples Company verkauft, die Streichhölzer herstellte.

Modelle[Bearbeiten]

Modell Bauzeitraum Zylinder Leistung Radstand
A 1905–1906 4 Reihe 35 bhp (26 kW) 2.692 mm
C 1907–1910 4 Reihe 32–35 bhp (23,5–26 kW) 2.794–2.845 mm
D 1908–1909 4 Reihe 32–35 bhp (23,5–26 kW) 3.073 mm
45 1910–1912 4 Reihe 45 bhp (33 kW) 3.048–3.124 mm
30 1911–1912 4 Reihe 30–32 bhp (22–23,5 kW) 2.896–2.946 mm
40 1912 4 Reihe 32 bhp (23,5 kW) 3.048 mm
39 1913 4 Reihe 25 bhp (18,4 kW) 2.946 mm
48 1913 4 Reihe 32 bhp (23,5 kW) 3.073 mm
65 1913 6 Reihe 38 bhp (28 kW) 3.353 mm
42 1914 4 Reihe 32 bhp (23,5 kW) 2.997 mm
6-50 1914–1916 6 Reihe 33–50 bhp (24–37 kW) 3.251–3.353 mm
4-38 1915 4 Reihe 23 bhp (17 kW) 3.048 mm
6-40 1915–1916 6 Reihe 29–40 bhp (21–29 kW) 3.048–3.124 mm
6-30 1916 6 Reihe 30 bhp (22 kW) 2.997 mm
6-43 1917 6 Reihe 40 bhp (29 kW) 2.997 mm
6-66 1917–1919 6 Reihe 66 bhp (48,5 kW) 3.175 mm
6-36 1918–1919 6 Reihe 35 bhp (26 kW) 2.896 mm
6-45 1918 6 Reihe 45 bhp (33 kW) 3.175 mm
(Victory) 6-48 1920–1922 6 Reihe 48 bhp (35 kW) 2.997 mm
6-68 1920–1921 6 Reihe 68 bhp (50 kW) 3.150 mm
6-42 1921 6 Reihe 37 bhp (27 kW) 2.921 mm
6-40 (Newport) 1922–1925 6 Reihe 50 bhp (37 kW) 2.921 mm
6-75 1922 6 Reihe 70 bhp (51 kW) 3.429 mm
6-58 (London) 1923–1926 6 Reihe 56–58 bhp (41–43 kW) 3.251 mm
Series A 1925–1927 6 Reihe 50 bhp (37 kW) 2.870 mm
6-50 Metropolitan 1925 6 Reihe 52 bhp (38 kW) 2.921 mm
6-60 1927 6 Reihe 47 bhp (34,6 kW) 2.794 mm
(Aerotype) 6-72 1928–1929 6 Reihe 66 bhp (48,5 kW) 3.048 mm
(Aerotype) 8-80 1928–1929 8 Reihe 85 bhp (62,5 kW) 3.175–3.188 mm

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kimes, Beverly Ray & Clark jr,. Henry Austin: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, Krause Publications, Iola WI (1985), ISBN 0-87341-045-9