Moped

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NSU Quickly – eines der ersten Mopeds, gebaut ab 1953
Das ostdeutsche Simson SR2, hier ein Modell in hammerschlagblau von 1959
Simson Spatz, hier bereits in einer Variante mit Kickstarter
Klassisches Moped-Mofa jüngerer Produktion: Piaggio Si

Als Moped wurden ursprünglich kleine einsitzige Krafträder mit 50 cm³ Hubraum und Pedalen bezeichnet. Diese wurden zum Start des Motors, als Bremse und Trittfläche für die Füße verwendet (im Gegensatz zum oft auch zweisitzigen Mokick mit Kickstarter und Fußrasten oder Rollern mit Trittbrettern). Im Gegensatz zu den Fahrrädern mit Hilfsmotor stellen Mopeds vollwertige Krafträder dar. Gegenwärtig werden kaum noch Mopeds hergestellt. Der Begriff wird heutzutage jedoch oftmals für Motorräder im Allgemeinen verwendet. Eine gesetzliche Einordnung des Begriffs Moped gibt es nicht. Das Wort wurde bei einem Wettbewerb im Jahre 1953 geschaffen.[1] In Österreich obliegen der Bezeichnung umgangssprachlich auch sämtliche Radfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde.

Geschichte der Mopeds[Bearbeiten]

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bestand ein großer Bedarf an Fahrzeugen des Individualverkehrs. In größerem Umfang wurden zunächst Fahrräder produziert. Da ein Motorrad oder gar PKW zu dieser Zeit unerschwinglich war, fanden zunächst Hilfsmotoren für Fahrräder Verbreitung. Den höheren Beanspruchungen mit Anbaumotor waren die Fahrräder jedoch selten dauerhaft gewachsen und verschwanden alsbald wieder aus dem Straßenbild.[2] Im Laufe der 1950er-Jahre kamen daher die Mopeds auf, bei denen es sich um fahrradähnliche Krafträder handelte. Eines der ersten erfolgreichen Mopeds war das ab 1953 gefertigte NSU Quickly – bald folgten andere. Bereits 1954 produzierten in Westdeutschland 26 Firmen 44 Moped-Typen.[3] In der DDR begann die Fertigung von Mopeds im Jahre 1955 mit dem Simson SR1 in ebenfalls großen Stückzahlen.

Ende der 1950er-Jahre spaltete sich die Entwicklung der Mopeds in zwei Richtungen: Einerseits immer stärkere, motorradähnliche Modelle, die statt Pedalen Kickstarter und Fußrasten aufwiesen und damit die neuen Kategorien der Mokicks bzw. Kleinkrafträder und Leichtkrafträder bildeten. Mit der Jawa 50 wurde ab 1955 der Übgergang zu Fußrasten und Kickstarter erstmals beschritten.[4] Eines der ersten Mopeds, das mit motorradtypischem Knieschluss gefahren werden konnte, war 1955 die Mars Monza. Eine Sitzbank für die Beförderung von zwei Personen gab es ab Ende der 1950er Jahre erstmals an Dürkopp Dianette und Victoria Vicky Superluxus. Beide Fahrzeuge waren noch mit Pedalen ausgestattet und damit "echte" Mopeds. Bald aber setzte sich der Kickstarter durch.

Das Moped überlebte diese Entwicklung in Form eines kleinen handlichen Fahrzeugs, für das man in den 1960er Jahren den Begriff Mofa wiederbelebte. Von den ersten Mopeds unterschieden sich die Mofas konstruktiv vor allem durch deutlich kleinere Räder und eine auf 25 km/h beschränkte Höchstgeschwindigkeit. Die neu geschaffene Fahrzeugklasse erfreute sich als eine Art Modeerscheinung, aber auch dank der Führerscheinfreiheit großer Beliebtheit. Die Mofa-Baumuster waren teilweise auch als Kleinkraftrad mit bis zu 50 km/h Höchstgeschwindigkeit zu haben und wurden von Jugendlichen vielfach darüber hinausgehend frisiert. In den 1980er-Jahren flaute der Mofa-Trend ab und die Anzahl der produzierten Fahrzeuge sank.

In den 1990er-Jahren setzten sich im Mofa-Bereich auf 25 km/h gedrosselte Ausführungen moderner Kleinroller durch und verdrängten die letzten echten Mopeds vom Markt. Einige wenige Hersteller produzieren noch heute Mopeds wie Pony, Tomos[5] und das Modell Vogue von Peugeot,[6] die auf dem deutschen Markt jedoch keine Rolle mehr spielen. Seit einigen Jahren gibt es eine Retroszene, die das schlichte Design der klassischen Mofas schätzt. Es werden mit diesen Fahrzeugen auch Wettbewerbe abgehalten. Einerseits beispielsweise Drag-Rennen (Beschleunigungsrennen), andererseits auch „Crossrennen“ auf eigentlich für Motocross oder Autocross vorgesehenen Rennstrecken.

In der DDR wurden die Mopeds SR 1, SR 2, Spatz sowie ein Mofa-ähnliches Moped SL 1 produziert. Im Ostblock war die Jawa Babetta eines der wenigen produzierten Mofas. In Westdeutschland verkaufte es sich gut,[7] während es im Straßenbild der DDR kaum zu sehen war. Hier dominierten die beliebten Kleinkrafträder von Simson.

Konstruktionsmerkmale[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu einem Fahrrad, das mit Muskelkraft angetrieben wird, hat das Moped einen Motor, meist einen Zweitakt-Verbrennungsmotor, der über ein Getriebe und eine Kette das Hinterrad antreibt. Das Getriebe wird entweder gar nicht oder manuell über zwei, seltener auch drei Gänge geschaltet. Neuere Mopeds haben eine Schaltautomatik. Die Leistung der Mopeds beträgt meist weniger als 2 PS. Zu den schnellsten Mopeds zählen Simson Spatz 4-1 P und Hercules Optima 3S mit offiziellen Höchstgeschwindigkeiten von 50 km/h.

Pedale[Bearbeiten]

Wie das Fahrrad hat das Moped Pedale. Sie werden zum Starten des Motors, beim Bremsen (Rücktrittbremse) und beim Fahren als Fußstützen benutzt. Sie können aber auch zum Treten benutzt werden, wenn beispielsweise der Motor defekt oder das Benzin aufgebraucht ist. Jedoch ist dies sehr anstrengend, da Mopeds meist eine kleine Übersetzung der Tretkurbel haben. Zuweilen kommen die Pedale auch an Steigungen zum Einsatz, um die Leistung des Motors durch Muskelkraft zu ergänzen. Die ersten Mopeds, wie das Simson SR1, mussten zum Starten des Motors erst ein Stück mit Muskelkraft gefahren werden. Spätere Mopeds ließen sich bereits im Stand anwerfen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Das Mofa als gegenwärtige Form des Mopeds füllt eine Marktnische aus. Es ist ein flexibles, sehr handliches Verkehrsmittel, das mit der auf 25 km/h beschränkten Höchstgeschwindigkeit auf öffentlichen Straßen jedoch als Verkehrshindernis in Erscheinung tritt. Mofas sind grundsätzlich einsitzig. Nachteile sind neben der beschränkten Höchstgeschwindigkeit das Fehlen einer Blinklichtanlage (insbesondere bei älteren Modellen) und die geruchsintensiven Abgase des Zweitaktmotors, sofern ein solcher eingebaut ist.

Hersteller klassischer Mofas und Mopeds[Bearbeiten]

Aktuell

Historisch

LUTZ P 53 von 1953.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Moped – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fahrrad mit Anbaumotor oder Moped? In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1954, S. 123.
  2. Fahrrad mit Anbaumotor oder Moped? In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1954, S. 123.
  3. Fahrrad mit Anbaumotor oder Moped? In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1954, S. 123.
  4. Kraftfahrzeuge auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1956. In: Kraftfahrzeugtechnik 5/1956, S. 168.
  5. http://www.tomos.ch/pages/de/startseite.php
  6. http://www.peugeot-scooters.de/product-sheet/vogue/standard-50/
  7. http://www.jawamoped.com/html/history.html