Moped

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NSU Quickly (1953)
Hercules 219 (1958)
Kreidler (1959)
Simson SR2 (1959)

Das Moped, ein Silbenwort aus Motor und Pedal, wurde, in Abgrenzung zum leichten Fahrrad mit Hilfsmotor, am 23. Januar 1953 vom Verband der Fahrrad- und Motorrad-Industrie (VFM) festgelegt, nachdem das Wort bei einem Preisausschreiben gesucht wurde.[1] Das kleine Motorfahrrad, ein- oder zweisitzig, auf 50 cm³ Hubraum begrenzt, sollte mit Pedalen zum Starten des Motors und mit Rücktrittbremse ausgestattet sein.

Nach der EG-Fahrzeugklasse wird das Moped heute in die Rubrik der Kleinkrafträder eingeordnet, fahrerlaubnisrechtlich ist die Führerscheinklasse AM erforderlich. Der Begriff Moped („Mopped“) wird seit Längerem scherzhaft auch für leistungsstarke Motorräder verwendet. Aktuell gibt es auf dem deutschen Markt nur die Peugeot Vogue als Moped.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bestand ein großer Bedarf an Fahrzeugen des Individualverkehrs. In größerem Umfang wurden zunächst Fahrräder produziert. Da ein Motorrad oder gar PKW zu dieser Zeit unerschwinglich war, wurden zunächst Motorfahrräder und Einbaumotoren der Vorkriegszeit produziert. Durch die Neuregelegung der StVZO, zunächst hinsichtlich der untauglichen Vorgabe für das Fahrrad mit Hilfsmotor (maximal 33 kg Leergewicht), entwickelte Kreidler ein Modell, das sich nicht an die gesetzliche Bestimmung hielt. Am 24. August 1953 schuf daraufhin der Gesetzgeber die Klasse der fahrerlaubnispflichtigen Kleinkrafträder, in die auch die Mopeds eingestuft wurden; die Reform ging später als „Lex Kreidler“ in die Verkehrsgeschichte ein.[3][4]

Die Reform war erfolgreich; bereits 1954 produzierten in Westdeutschland 26 Firmen 44 Moped-Typen.[5] In der DDR begann die Fertigung von Mopeds im Jahre 1955 mit dem Simson SR1 in ebenfalls großen Stückzahlen. Eines der ersten Mopeds, das mit motorradtypischem Knieschluss gefahren werden konnte, war 1955 die Mars Monza. Eine Sitzbank für die Beförderung von zwei Personen gab es erstmals 1957 bei Victoria an der Vicky L, Kreidler mit der Florett (1958) und Dürkopps Dianette (1959) zogen nach.

Anfang der 1960er-Jahre ging die Entwicklung der Kleinkrafträder in zwei Richtungen. Einmal das klassische Moped mit Tretkurbel und zum anderen das Mokick, das Fußrasten und Kickstarter hatte. 1965 wurde aus dem auch zweisitzigen Moped das einsitzige und fahrerlaubnisfreie Mofa entwickelt. Anfang der 1980er Jahre, auch durch die Führerscheinreform, wurde das Moped vom Kleinkraftrad (Mokick) nahezu völlig vom Markt verdrängt.[6]

Technik[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu einem Fahrrad, das mit Muskelkraft angetrieben wird, hat das Moped einen Motor, meist einen Zweitakt-Verbrennungsmotor, der über ein Getriebe und eine Kette das Hinterrad antreibt. Das Getriebe hat zwei, seltener auch drei Gänge.

Wie das Fahrrad hat das Moped Pedale. Sie werden zum Starten des Motors, zum Bremsen (Rücktrittbremse) und beim Fahren als Fußstützen benutzt. Sie können aber auch zum Treten gebraucht werden, wenn beispielsweise der Motor defekt oder das Benzin aufgebraucht ist. Zuweilen kommen die Pedale an Steigungen zum Einsatz, um die Leistung des Motors durch Muskelkraft zu ergänzen.

Hersteller klassischer Mopeds[Bearbeiten]

Aktuell

Historisch

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moped – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Moped – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank O. Hrachowy: Kreidler. Geschichte – Typen – Technik. Verlag Johann Kleine, Vennekate 2009, ISBN 978-3-935517-45-4., S. 25–26
  2. Motorrad Katalog, 49. Jahrgang, 2014 ISSN 0949-0892., S. 201
  3. Vgl. § 18 (2) Nr. 2 der StVZO vom 24. August 1953
  4. Frank O. Hrachowy: Kreidler. Geschichte – Typen – Technik. Verlag Johann Kleine, Vennekate 2009, ISBN 978-3-935517-45-4., S. 26–27
  5. Fahrrad mit Anbaumotor oder Moped? In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1954, S. 123.
  6. MOTORRAD 4/1980, S. 38