Mor-Mattai-Kloster

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Sankt-Matthäus-Kloster
Mor-Mattai-Kloster

Mor-Mattai-Kloster

Baujahr: 363
Lage: 36° 29′ 24″ N, 43° 26′ 34″ O36.4943.442778Koordinaten: 36° 29′ 24″ N, 43° 26′ 34″ O
Standort: Bartella
Ninawa, Irak
Zweck: syrisch-orthodoxes Kloster
Erzbischof Mor Timothy Mosa Alshamany (2015)

Das Mor-Mattai-Kloster, das Kloster des Hl. Matthäus (aramäisch  ܕܝܪܐ ܕܡܪܝ ܡܬܝ  Dayro d-Mor Matay, arabisch ‏دير مار متى‎), befindet sich über dem Berg Maqlub im Nordirak. Es ist eines der ältesten existierenden christlichen Klöster der Welt. Zudem ist Mor Mattai für seine beträchtliche Sammlung von syrisch-christlichen Manuskripten bekannt.[1] Aufgrund seiner Bedeutung bildet das Kloster derzeit zusammen mit einigen umliegenden Dörfern eine der drei Erzeparchien der Syrisch-orthodoxen Kirche im Irak. Erzbischof ist Mor Timothy Mosa Alshamany.

Geschichte[Bearbeiten]

Etwa 20 Kilometer von Mosul entfernt, wurde Mor Mattai im Jahre 363 nach Christus von einem syrischen-christlichen Eremiten namens Matti (syrisch für Matthäus) gegründet, der vor der Verfolgung aus Amed (heute Diyarbakır) in das nahegelegene Ninive in Assuristan (Assyrien) floh.[2] Matti trat einer zumeist nestorianischen Bevölkerung bei, die eine kleine syrische Gemeinde direkt über dem Berg Maqlub hatte. Unter seiner Führerschaft entwickelte die Gemeinde ein klösterliches Ethos.[1]

Später war Mor Mattai Sitz des Maphrians.

Gegenwart[Bearbeiten]

Das Kloster wird derzeit von der syrisch-orthodoxen Kirche aufrechterhalten. Jedes Jahr am 14. September versammeln sich Christen verschiedener kirchlicher Denominationen in dem Kloster, um dem Todestag von Sankt Mattai zu gedenken.

Seit 2014 bedroht der Islamische Staat das Kloster. Nur wenige Kilometer vom Kloster entfernt verläuft die Frontlinie, die von kurdischen Peschmerga gehalten wird. Viele christliche Siedlungen der Region sind aufgrund des Krieges verlassen. Allein aus dem Ninivetal sind 17.000 christliche Familien vor den IS-Kämpfern geflohen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christine Chaillot: The Syrian Orthodox Church of Antioch and All the East, A Brief Introduction to its Life and Spirituality, Genf 1998
  • Ignatius Jacob III: dafaqaat al-tiib fii taariikh maar matta al-`ajiib, Damascus 1961
  • H. Southgate: Narrative of a Visit to the Syrian [Jacobite] Church of Mesopotamia; with Statements and Reflections upon the present state of Christianity in Turkey and the Character and Prospects of the Eastern Churches, Dana and Company (381 Broadway), New York 1856
  • Oswald Parry: Six months in a Syrian Monastery, Being a Record of the Visit to the Head Quarters of the Syrian Church in Mesopotamia, with Some Account of the Yazidis or Devil Worshippers of Mosul and el Jilwah, Their Sacred Book, Kapitel 19, London 1895
  • S P Brock: The Hidden Pearl (2001), Very Rev Kurian Corepiscopa Kaniamparambil, Suryani Sabha, 1982

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Michael Goldfarb: Ahmad's War, Ahmad's Peace (New York: Carroll & Graf, 2005).
  2. "Texts and Traditions: A Source Reader for the Study of Second Temple" von Lawrence H. Schiffman