Morane-Saulnier N

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Morane-Saulnier N
Morane-Saulnier Typ N
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland: FrankreichFrankreich Frankreich
Hersteller: Morane-Saulnier
Erstflug: 22 Juli 1914
Indienststellung: 1915
Produktionszeit: 1915–1916
Stückzahl: 49

Die Morane-Saulnier Typ N war ein von der französischen Firma Société Anonyme des Aéroplanes Morane-Saulnier entwickelter Eindecker, der im Ersten Weltkrieg als Jagdflugzeug eingesetzt wurde.

Entwicklung[Bearbeiten]

Der Typ N basierte auf dem von Morane-Saulnier entworfenen Vorkriegsmodell Morane-Saulnier G und war ursprünglich als Sportflugzeug für Rennwettbewerbe konzipiert.

Die Bezeichnung der französischen Fliegertruppe lautete MS.5C.1. Neben deren Staffeln M.S. 23 und 39 erhielten auch die 19. Staffel der kaiserlich-russischen Kriegsluftflotte und die Staffeln 1, 3, 4 und 60 des Royal Flying Corps den Typ N, von den britischen Piloten als „Bullet“ bezeichnet. Das R.F.C. rüstete die Flugzeuge mit Lewis- oder Vickers-MGs aus, auch wurde anstelle des Le-Rhône-C-Motors der ebenfalls 110 PS starke Le-Rhône-9Ja-Motor verwendet. Bald zeigte sich, dass die Motoren aufgrund der überdimensionalen Propellerhaube zum Überhitzen neigten. Diese wurde ab Sommer 1915 daher entfernt, was allerdings zu geringfügigen Geschwindigkeitseinbußen führte. Eine Version Nm mit verkürztem Rumpf erschien, wurde aber nur in wenigen Exemplaren gebaut.

Der Typ N erreichte aufgrund seines aerodynamischen Designs relativ hohe Geschwindigkeiten, war wegen seiner sensiblen Steuerung jedoch nicht leicht zu beherrschen. Diese erfolgte durch Flügelverwindung statt durch die üblichen Querruder. Hinzu kam eine sehr hohe Landegeschwindigkeit. Das Flugzeug war jedoch sehr wendig.

Die Bewaffnung bestand aus einem fest montierten, nach vorne durch den Propeller feuernden Maschinengewehr, meist ein Vickers 7,7 mm oder Hotchkiss 7,9 mm. Damit der Propeller beim Feuern nicht beschädigt wurde, schützte man die Blätter mit stabilen Ablenkblechen, welche die Geschosse vom Propeller seitlich abprallen ließen. Diese Technik war bereits bei der Morane-Saulnier L eingesetzt worden, jedoch der Technik des mit der Propellerwelle synchronisierten Maschinengewehrs deutlich unterlegen.

Einsatz[Bearbeiten]

Der Typ N wurde an der Westfront ab April 1915 bis Sommer 1916, an der Ostfront noch etwa ein Jahr länger von der russischen Fliegertruppe eingesetzt. Sie konnte sich trotz geringerer Feuerkraft gegenüber den deutschen Fokker-Eindeckern noch behaupten, wurde dann jedoch durch die überlegene Nieuport 11 ersetzt. Es wurden nur 49 Exemplare von Morane-Saulnier gebaut, davon wurden elf nach Russland exportiert, wo weitere 50 mit synchronisiertem MG in Lizenz gebaut wurden[1]; ob das 1916 erschienene Nachfolgemodell Morane-Saulnier AC (MS.23C.1) zum Einsatz kam, ist nicht bekannt.

Die Morane-Saulnier N im Leistungsvergleich

Name Land Motorstärke max. Geschwindigkeit Startgewicht MG Gipfelhöhe
Morane-Saulnier N FrankreichFrankreich Frankreich 110 PS 165 km/h 510 kg 1 4.000 m
Morane-Saulnier L FrankreichFrankreich Frankreich 80 PS 123 km/h [2] 480 kg 1 4.700 m
Nieuport 11 FrankreichFrankreich Frankreich 80 PS 156 km/h 480 kg 1 4.700 m
Bristol Scout D Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich 80 PS 161 km/h 567 kg 1 4.900 m
Pfalz A.II Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 100 PS 150 km/h 615 kg 1
Pfalz E.III Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 110 PS 150 km/h 445 kg 1 4.000 m
Fokker E.I Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 80 PS 130 km/h 560 kg 1 3.000 m

Technische Daten[Bearbeiten]

Morane-Saulnier N:
Kenngröße Daten
Spannweite    8,30 m
Länge:    6,70 m
Höhe:    2,50 m
Flügelfläche    11,00 m²
Leergewicht    288 kg
Startgewicht    510 kg
Motor    1 × Umlaufmotor Le Rhône 9J, 82 kW (110 PS)
Bewaffnung    1 × 7,9-mm-Hotchkiss-, St. Étienne- bzw. ein 7,7-mm-(.303-inch)-Vickers- oder Lewis-MG  
Höchstgeschwindigkeit    165 km/h
Steigzeit auf 2.000m    6 min. 30 sec.
Steigzeit auf 3.000m    12 min.
Dienstgipfelhöhe    4.000 m
Flugdauer    1 h 30 min
Stückzahl    ca. 49
Besatzung    1 Pilot

Quellenhinweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Die Flugzeuge. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Falken-Verlag, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9, (Falken-Handbuch in Farbe.)
  • Karlheinz Kens, Hanns Müller: Die Flugzeuge des Ersten Weltkriegs 1914–1918. Heyne, München 1973, ISBN 3-453-00404-3.
  • Kenneth Munson: Kampfflugzeuge. Jagd- und Schulflugzeuge 1914–1919. 2. neu bearbeitete Auflage. Orell Füssli Verlag, Zürich 1976, ISBN 3-280-00824-7, (Flugzeuge der Welt in Farben.) S. 24, 121–122.
  • Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–1918. Lehmanns, München 1959.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] – aufgerufen am 12. Januar 2013
  2. [2] – aufgerufen am 12. Januar 2013

Weblinks[Bearbeiten]

  • [3] Beschreibung (engl.) – aufgerufen am 12. Januar 2013
  • [4] Farbprofile – aufgerufen am 12. Januar 2013
  • [5] Nachbau einer Morane N – aufgerufen am 12. Januar 2013

Siehe auch[Bearbeiten]