Moray Firth

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Lage, Gliederung und Umgebung des Moray Firth

Der Moray Firth [ˈmʌɹɪfɜːθ] (Schottisch-Gälisch: An Cuan Moireach oder Linne Mhoireibh) ist eine große Bucht der Nordsee an der Nordküste Schottlands.

Geografie und Geologie[Bearbeiten]

Der Moray Firth von Findhorn aus: Die erste Gegenküste endet im Tarbat Ness; dahinter der Dornoch Firth

Der Moray Firth gilt als der größte Firth Großbritanniens. Diese Meeresbucht in der Form eines etwa gleichseitigen Dreiecks ist tektonisch vorgeformt. In der letzten Eiszeit war sie teilweise ganz vergletschert, ist also insgesamt ein Fjord. Darüber hinaus weisen ihre inneren Teile, für sich ebenfalls Fjordcharakter auf. Der große Trichter zwischen Kinnairds Head bei Fraserburgh in Aberdeenshire und dem Duncansby Head bei John o' Groats Noss Head bei Wick ist an der Öffnung 120 km River breit und namentlich 120 km River lang, mit anschließendem Beauly Firth über 130 km. Nach innen gabelt sich die große Bucht in zwei Trichter, deren größerer den 50 km langen inneren Teil des Moray Firth bildet. Seine Öffnung zwischen Burghead (oder auch Covesea Skerries bei Branderburgh) und Tarbat Ness ist 25 km breit. Der nördlich angrenzende weitere innere Trichter heißt Dornoch Firth, ist 40 km lang und an der Öffnung 16 km breit.

Der innere Trichter des Moray Firth wird 14 km vor Inverness durch zwei Landzungen zu einer S-Kurve eingeengt. Die Spitzen der Landzungen sind der Chanonry Point am Nordufer und Fort George am Südufer. Die längliche Bucht zwischen dieser Meerenge und Inverness wird auch Inverness Firth genannt. Am nominellen inneren Ende des Firth bei Inverness ist die Meeresbucht eigentlich noch nicht zu Ende, sondern nur seitlich durch das Spitzdelta des River Ness eingeengt. Innerste Teil der Bucht heißt Beauly Firth und ist noch einmal 12 km lang. In die Nordseite des inneren Trichters mündet durch eine schmale Lücke in einem Hügelrücken der 30 km lange Cromarty Firth.

Einschließlich aller anschließenden Buchten hat der Moray Firth eine Küstenlänge von über 800 km, zu einem nicht geringenTeil felsige Steilküsten. Im inneren Teil und an den Seitenarmen gibt es beachtliche Wattflächen. Die höchste Gipfel in Ufernähe, sind der 1048 m hohe Ben Wyvis, 6 km vom Ende des Cromarty Firth, und der 692 m hohe Beinn Tharsiunn, weniger als 5 km südlich des Dornoch Firth.

Meerenge zwischen Moray Firth und Beauly Firth

Innenfjorde[Bearbeiten]

Die Mündungen der engen inneren Bereiche der Meeresarme weisen einen typischen Unterschied zu Fjorden in Norwegen auf. Während dort unter Wasser eine Schwelle liegt, haben hier die deutlich stärkeren Gezeitenströme die Meerengen an den Mündungen zu größerer Tiefe ausgewaschen als die Gewässerbereiche davor und dahinter.Dies gilt für die inneren 20 km (mit Beauly Firth 32 km) des Moray Firth, die inneren 28 km des Dornoch Firth, sowie den Cromarthy Firth und das in die Nordseite des äußeren Dornoch Firth mündende (Sea-) Loch Fleet.

Flussmündungen[Bearbeiten]

Wegen der grobkörnigen Sedimentfracht aus den umgebenden Bergen münden trotz eines mittleren Tidenhubs von etwa 3 m[1] mehrere Gewässer mit einem sogenannten Spitzdelta, einer Landzunge, in der immer nur ein Mündungsarm gleichzeitig durchströmt wird. es sind dies:

Mündung des Spey

Es gibt aber auch Ästuare:

Lagune:

Der Moray Firth in Piktischer Zeit[Bearbeiten]

Groam House Museum

Der Bedeutung des Gebiets mit seinen guten Häfen und dem reichen Hinterland wird durch die Zahl piktischer Symbolsteine und Cross-Slabs, die überlebten, sowie durch das Fort von Burghead angezeigt. Das Grenn Castle, ein kleines Promontory Fort, liegt bei Portknockie. Es wurde von einer Palisade umgeben und die Ausgrabung offenbarte Spuren einer rechteckigen Halle.

Halbwegs zwischen Burghead und Lossiemouth, bei Covesea, liegt Sculptor’s Cave (die Höhle des Bildhauers). Benannt nach den Ritzungen auf den Wänden von denen einige typisch piktisch sind. Die große Höhle hat mindestens zwei Hauptphasen erlebt. Eine zu Anfang des 1. Jahrtausends v. Chr. und eine zweite, die die Symbole um den Eingang zur Höhle hinterließ, zeitgleich mit den Aktivitäten auf Burghead Fort in piktischer Zeit. Die Gegend ist auch eines der Verbreitungszentren der Carved Stone Balls. Auf der Nordseite des Firth war später Rosemarkie mit dem "Fairy Glen" ein kirchliches Zentrum, wo im Groam House Museum, einige feine Cross-Slabs bzw. piktische Symbolsteine zu sehen sind.

Naturschutz[Bearbeiten]

Der Moray Firth gehört zu den bedeutendsten Plätzen an der Küste des Vereinigten Königreiches für die Walbeobachtung. Der bekannteste Beobachtungspunkt für Wale und Wildtiere liegt in Chanonry Point. Der innere Moray Firth, das Gebiet von Inverness bis Chanonry Point, ist als Vogelschutzgebiet (engl. Special Protection Area) nach EU-Richtlinie ausgewiesen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Gebiet des Outer Moray Firth umfasst ein wichtiges Nordseeölfeld, dass Beatrice Ölfeld, an der schottischen Küste. Gleichzeitig ist der Moray Firth auch ein bedeutendes Fischereigebiet, in dem sich die Fischindustrie vor allem auf Kaisergranat und Kammmuscheln konzentriert. 2004 war ein Off-shore-Windpark mit 200 Großwindkraftanlagen geplant.

Referenzpunkte[Bearbeiten]

Längen- und Breitengrad
Duncansby Head 58° 39′ N, 3° 1′ W58.644444444444-3.0244444444444
Chanonry Point 57° 34′ N, 4° 5′ W57.574722222222-4.0894444444444
Inverness (Kessock Bridge) 57° 30′ N, 4° 14′ W57.499444444444-4.2286111111111
Fraserburgh (Kinnaird Head) 57° 42′ N, 2° 0′ W57.698888888889-2.0008333333333

Weblinks[Bearbeiten]

Karten
Geologie
Biologie und Naturschutz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.tide-forecast.com: Inverness

57.672222222222-3.8944444444444Koordinaten: 57° 40′ 20″ N, 3° 53′ 40″ W