Mordhau

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Darstellung im Codex Wallerstein (Bild 214), die einen Halbschwertstoß (links) gegen einen Mordhau (rechts) zeigt
Darstellung eines Mordhaus aus Hans Talhoffers Codex Icon. 394a von 1467

Der Mordhau, Mordstreich oder auch Mordschlag genannt, ist in der Deutschen Fechtschule beim geharnischten Kämpfen im Kurzen Schwert (Kampffechten) ein Begriff für eine Technik, bei der das Langschwert verkehrt herum und zweihändig an der Klinge geführt wird, um mit dem Knauf oder der Parierstange den Gegner wie mit einem Streitkolben zu schlagen. Dabei wird das Schwert meistens (von Rechtshändern) mit der linken Hand zur Schwertspitze und der rechten Hand zur Parierstange hin geführt. Die gegenteilige Handpostion kam eher selten vor.

Der Mordhau wurde hauptsächlich von gepanzerten Kämpfern angewandt, seltener auch von un- oder leicht gepanzerten Schwertkämpfern. Gegen eine Plattenrüstung des 14. bis 16. Jahrhundert waren Schnitte oder Hiebe mit der Schwertklinge nahezu wirkungslos. Das Durchschneiden der Stahlplatten war ziemlich aussichtslos, und eine Schwertklinge an sich ist zu leicht, um allein durch ihre Einschlagswucht eine ausreichende Wirkung zu erzielen, wie es beispielsweise bei der sehr viel größeren Mordaxt als spezialisierter Harnischkampfwaffe der Fall ist. Aus diesem Grund bestand der Schwertkampf im Harnisch primär aus Hebeln und Würfen sowie Stichen in die Lücken des Harnischs. Ein sehr wuchtiger Schlag, auf empfindliche Körperstellen wie Kopf oder Gelenke gezielt, konnte jedoch durchaus Wirkung zeigen und zur Vorbereitung weiterer, finaler Techniken dienen. Da die Plattenrüstung die Schnittwirkung einer Schwertklinge negierte, verwendete man beim Harnischkampf dann das schwerere Ende des Schwertes (also das Gehilz), um zuzuschlagen und so dem Hieb deutlich mehr Wucht und damit größere Effektivität zu verleihen.

Zahlreiche Darstellungen und Anwendungsmöglichkeiten des Mordhaus enthält Hans Talhoffers Fechtbuch Codex Icon. 394a aus dem Jahre 1467.[1]

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Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Siehe die Ausgabe auf Wikisource