Morellino di Scansano

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Morellino-Flasche (leer)

Morellino di Scansano ist seit dem 14. November 2006 ein DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita)-Weinanbaugebiet in der südlichen Toskana. In der Gegend um die Gemeinde Scansano wird die Rebsorte Sangiovese Morellino genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Nachweise über Weinbau bei Scansano finden sich im 19. Jahrhundert. Zuvor war eine agrarische Nutzung der Maremma nicht möglich. Das Gebiet war in der Antike ein ausgedehnter Salzsee (Lacus Prelius) und im Mittelalter eine nahezu unbewohnte Sumpflandschaft, in der die Malaria grassierte. Erst das flächendeckende Programm zur Trockenlegung der Sümpfe, Anlegung eines Kanalsystems und Kultivierung des Landes durch Großherzog Leopold II. schuf die Voraussetzungen für den Oliven- und Weinanbau.

Bis ins späte 20. Jahrhundert hinein wurden ausschließlich Tafelweine produziert. Mit einem Dekret per 6. Januar 1978 wurde das DOC-Gebiet (Denominazione di origine controllata) dennoch ca. 20 Jahre früher institutionalisiert als die Nachbargebiete im touristisch weniger entwickelten Umland, das bis in die 80er Jahre hinein vorrangig vom Bergbau lebte; die ersten Touristengebiete von internationaler Bedeutung lagen südlich von Grosseto rund um den Monte Argentario.

1992 wurde ein Winzer-Konsortium gegründet, das 22 größere Betriebe mit ca. 120 einzelnen Weingütern umfasst. Ziele des Konsortiums sind eine freiwillige Qualitätskontrolle und Bündelung des Vertriebs.

Mit dem Dekret vom 14/11/2006 - G.U. 29/11/2006 gilt der Morellino di Scansano ab der Weinlese 2007 als DOCG.

Lage[Bearbeiten]

Das DOC-Gebiet umfasst die gesamte Gemeinde Scansano sowie Teile der Gemeinden Campagnatico, Grosseto, Magliano in Toscana, Manciano, Roccalbegna und Semproniano. Das Dekret grenzt das Gebiet genau anhand von Straßenzügen und Flussläufen ein. Mit ca. 400 Hektar Reb-Areal handelt es sich um ein eher kleinflächiges Weinbaugebiet. Eine Ausdehnung auf 1400 ha ist geplant.

Kerngebiete liegen zwischen den Flussläufen von Ombrone und Albegna.

Die Weine[Bearbeiten]

Artikel 2 des DOC-Dekrets regelt, dass der Rotwein des DOC-Gebiets zu 85 % aus Sangiovese bestehen muss. Der Rest dürfen Beimengungen anderer roter Rebsorten der Provinz Grosseto sein. Der Anbau von Weißwein und Vin Santo ist nicht reglementiert; bisher ist Morellino di Scansano ein reines Rotweinanbaugebiet.

Riserva darf sich ein Wein nennen, der mindestens zwei Jahre im Fass gereift ist.

Der Wein muss folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Rubinrote Farbe, bei längerer Lagerung granatapfel-rot
  • Geruch blumig, bei längerer Fassreifung intensiver; Assoziationen an rote Früchte, Waldbeeren, Brombeeren, schwarzen Pfeffer und Zimt sind beschrieben worden
  • Trocken im Geschmack, leicht tanninhaltig
  • Alkoholgehalt mindestens 12,5 Volumenprozent , Riserva 13 %
  • minimaler Säuregehalt 4,5 ‰
  • Gesamtextrakt 24 g/l, bei Riserva 26 g/l

Um Überproduktion zu vermeiden, ist der Ertrag auf 90 Doppelzentner pro Hektar begrenzt. Zugleich wird eine 20 %ige Toleranzgrenze zugelassen, da eine Messung in der Praxis kaum möglich ist. Als Richtwert wird vorgegeben, dass die Schüttung bei maximal 70 % liegen darf, das heißt aus 100 kg Beeren dürfen max. 70 Liter Wein mit DOC-Etikett hergestellt werden.[1]

Vermarktung[Bearbeiten]

Der Morellino di Scansano wird von den Weingütern, in Önotheken sowie per Direktvertrieb verkauft. Zahlreiche Restaurants in der Toskana, doch auch in anderen Regionen Italiens haben ihn im Angebot.

Im Gegensatz zu dem nördlich angrenzenden größeren DOC-Gebiet Monteregio di Massa Marittima hat der Morellino di Scansano einen internationalen Bekanntheitsgrad erreicht. Er ist im Fachhandel auch in Deutschland erhältlich. Eine Prämierung haben die Weine jedoch per 2006 noch nicht erreicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetzestext (PDF; 39 kB)

Weblinks[Bearbeiten]