Morgantina

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ausgrabungsstätte

Morgantina ist eine antike Stadt in Sizilien auf dem Gebiet der Gemeinde Aidone in der Provinz Enna. Sie war von der Urgeschichte bis zur römischen Zeit ein wichtiger Ort auf Sizilien.

Lage und Ausgrabungen[Bearbeiten]

Das Macellum

Die Ausgrabungsstätten liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Aidone, 5 km östlich des Ortskerns, etwa 35 km südöstlich von Enna entfernt. Die Stadt war somit gut von Syrakus, Gela, Enna und Catania aus erreichbar. Piazza Armerina liegt 15 km südwestlich von Morgantina entfernt. Die antike Stadt liegt in den Monti Erei auf einer etwa drei Kilometer langen, von Hügeln durchsetzten Hochfläche, deren höchste Erhebung der Zitadellenhügel mit der Akropolis ist.

Die Ausgrabungen werden von einem amerikanischen Team der Universität Princeton betrieben. Die Ausgrabungen begannen 1955 und dauern bis heute an.

Einer der wichtigsten Morgantina zugeordneten archäologischen Fundstücke, ist die Statue der Aphrodite von Morgantina. Sie war bis 2010 im J. Paul Getty Museum ausgestellt und kehrte dann nach Italien zurück[1]. Sie ist heute im Regionalmuseum vor Ort ausgestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. wurde das Gebiet besiedelt. Um 1100 v. Chr. wanderten italische Siedler vom Festland ein, bei denen es sich vermutlich um ein sikulisches Volk handelte. Im 6. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich auf dem Zitadellenhügel Griechen an, die mit den Einheimischen friedlich zusammenlebten. 459 v. Chr. wurde Morgantina vom Sikulerkönig Duketios erobert (Diodor 11, 78, 5), der die griechische Siedlung zerstörte. Duketios wird die rechtwinklige Anlage der Stadt zugeschrieben. Um 450 v. Chr. wurde die Stadt von Akragas und Syrakus erobert, sie ging in den Besitz von Syrakus über. Dieses trat Morgantina im Jahr 424 v. Chr. auf dem Kongress von Gela an Kamarina ab (Thukydides 4, 65, 1). 396 v. Chr. eroberte Dionysios von Syrakus die Stadt. Die Stadt erfuhr einen Aufschwung zur Zeit des Timoleon, wie es archäologische Funde belegen. Ihre größte Blütezeit hatte Morgantina jedoch in der Zeit des Agathokles und Hieron II. Im 2.Punischen Krieg eroberten die Römer Morgantina. Sie übergaben die Stadt 212 v. Chr. den Spaniern als Lohn für treue Dienste.

Aufbau[Bearbeiten]

Morgantina zerfällt in zwei Bezirke. Die Anlage im Osten wird Zitadelle genannt, die Anlage im Westen liegt auf dem Hügel Serra Orlando.

Die Zitadelle[Bearbeiten]

In diesem Ortsteil lag die Wohnstadt von Morgantina. Hier wurden verschiedene Wohnräume und öffentliche Gebäude ausgegraben. Hier wurde auch eine Nekropole aus der Zeit vom 8. zum 5. Jh. v. Chr. gefunden.

Archäologisches Regionalmuseum[Bearbeiten]

In Aidone befindet sich das Archäologische Regionalmuseum, in dem die Funde der Ausgrabungen ausgestellt sind. Seit wenigen Jahren beherbergt es auch wieder die berühmte Aphrodite von Morgantina.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,497712,00.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Morgantina – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

37.43083333333314.479444444444Koordinaten: 37° 25′ 51″ N, 14° 28′ 46″ O