Moritz Hartmann

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Dieser Artikel behandelt den österreichischen Schriftsteller und Politiker Moritz Hartmann. Für den gleichnamigen Fußballspieler siehe Moritz Hartmann (Fußballspieler).
Moritz Hartmann, Holzschnitt nach Adolf Neumann (Die Gartenlaube, 1859)
Moritz Hartmann, Grafik aus der Zeitschrift „Freya“, 1865.

Moritz Hartmann (* 15. Oktober 1821 in Duschnik; † 13. Mai 1872 in Oberdöbling) war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Nach der Schulzeit am Piaristengymnasium in Jungbunzlau, dessen antijüdische Atmosphäre Hartmann, der sich hatte taufen lassen, aber ursprünglich jüdisch war, nur durch die Nähe des von ihm verehrten orthodoxen, aber undogmatischen Grossvaters ertrug, nahm er 1838 ein Studium der Philosophie und Literatur in Prag auf . Nach dessen Abschluss war er einige Zeit als Hauslehrer tätig. 1844 ging er für einige Jahre auf Reisen. Stationen waren u.a. Wien, Leipzig, Paris und Berlin. In Paris lernte er Heinrich Heine kennen, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft verbinden sollte.

1848 kehrte er nach Böhmen zurück. Hier wurde er als Abgeordneter in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Er galt als einer der radikalsten Vertreter der demokratischen Linken. Nach seiner Teilnahme an der Revolution in Wien und an der Badischen Revolution ging er noch 1848 ins Exil – erst in die Schweiz, später nach Frankreich, wo er als Journalist für die Kölnische Zeitung tätig war. 1850 bereiste er England, Irland und die Niederlande. Ab 1854 war er als Berichterstatter im Krimkrieg tätig, ab 1858 wirkte er für die in Paris neu gegründete Revue germanique als Vermittler zur deutschen Literaturszene..

1860 übernahm er eine Professur für deutsche Literatur an der Universität Genf. Wenige Jahre später kehrte er nach Deutschland zurück, wo er ab 1867 die Redaktion der Zeitschrift Freya in Stuttgart leitete. Ein Jahr später nahm er die Position des Feuilleton-Redakteurs der Neuen Freien Presse in Wien wahr. Er verstarb 1872 in Oberdöbling nahe Wien im Alter von 50 Jahren.

Sein literarisches Wirken umfasst hauptsächlich Gedichte, Romane, Satiren sowie Novellen. Er gilt als der Chronist der Wiener Revolution von 1848.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten]

  • Kelch und Schwert, 1845
  • Neuere Gedichte, 1847
  • Zeitlosen, 1858

Romane, Erzählungen, Novellen[Bearbeiten]

  • Der Krieg um den Wald, Roman, 1850
  • Schatten, Erzählungen, 1851
  • Erzählungen einer Unstäten, 1858
  • Nach der Natur, Novellen, 1866
  • Die Diamanten der Baronin, Roman, 1868

Satiren[Bearbeiten]

  • Reimchronik des Pfaffen Maurizius, 1849

Reiseberichte[Bearbeiten]

  • Tagebuch aus Languedoc und Provence, 1853

Bühnenstücke[Bearbeiten]

  • Gleich und Gleich, Lustspiel in zwei Akten

Werkausgaben[Bearbeiten]

  • Moritz Hartmann’s Gesammelte Werke, hrsg. v. L. Bamberger u. W. Vollmer, 10 Bde., 1873–1874
  • Moritz Hartmanns Gesammelte Werke, hrsg. v. Otto Wittner, 1906–1907

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Moritz Hartmann – Quellen und Volltexte