Moritz Hochschild

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Moritz (Don Mauricio) Hochschild (* 17. Februar 1881 in Biblis; † 12. Juni 1965 in Paris) war einer der bedeutendsten Bergbauunternehmer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und neben Simón I. Patiño und Carlos Victor Aramayo einer der drei südamerikanischen Zinn-Barone.

Leben[Bearbeiten]

Moritz Hochschild war ein deutscher agnostischer Jude, dessen Familie bereits seit mehr als einer Generation im Bergbau- und Metallwesen tätig war. Nach Abschluss seiner Schulzeit studierte er Bergbau und Ingenieurwissenschaften an der Bergakademie Freiberg. Im Jahr 1905 begann er seine berufliche Laufbahn bei der Metallgesellschaft, einer Firma für Rohstoffhandel und Bergbau. Später ging er nach Spanien und Österreich, bevor er schließlich nach Südamerika zog, um sich dort selbstständig zu machen. Nach einer Reihe von Jahren in Chile kehrte er nach Deutschland zurück und blieb dort bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Im Jahr 1919 ging er erneut nach Südamerika, zusammen mit seiner Frau Käthe Rosenbaum, die er im Jahr vorher geheiratet hatte. 1920 wurde ihr Sohn Gerardo Hochschild geboren, vier Jahre später starb seine Ehefrau.

In den folgenden zwei Jahrzehnten baute er von Bolivien aus mit der Gewinnung und dem Handel von Zinn-Erzen ein Wirtschafts-Imperium auf, das von Peru im Norden bis Chile im Süden reichte. Während dieser Wachstumsperiode folgten ihm weitere Familienmitglieder nach Südamerika und arbeiteten in seiner Wirtschaftsgesellschaft, darunter auch sein Cousin Philipp Hochschild mit seiner Ehefrau Germaine. Moritz (oder Don Mauricio, wie er in Südamerika genannt wurde) hatte eine Affäre mit Germaine und heiratete sie nach ihrer Scheidung von Philipp.

In den 1930ern befand sich die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Moritz Hochschild Gruppe auf dem Höhepunkt. In den Jahren 1939 und 1944 wurde er auf Anordnung der bolivianischen Regierung festgenommen und zum Tode verurteilt. Als er wenige Wochen nach seiner Freilassung 1944 zwei Wochen lang in der Hand von Kidnappern verbringen musste, verließ er nach seiner Befreiung Südamerika für immer.

Im Jahr 1951 übertrugen die Hochschilds den Großteil ihres Vermögens der Hochschild Trust and Foundation. Im darauffolgenden Jahr wurde die Moritz Hochschild Gruppe im Zuge der Bolivianischen Revolution von 1952 enteignet, überstand dieses Ereignis jedoch mit einem Anteil von 30 % des vorherigen Betriebsvermögens. Die Gesellschaft wuchs weiter und expandierte weltweit. Moritz Hochschild starb im Jahr 1965 in Paris als international angesehener Industrie- und Handelsunternehmer.

Moritz Hochschild bedachte seine Geburtsstadt Biblis 1955 mit einer größeren Geldspende (DM 5.000). Als Dank dafür benannte Biblis nach ihm eine Straße.

Hochschild heute[Bearbeiten]

Im November 1984 verkaufte Moritz Hochschilds Neffe, Luis Hochschild, das lateinamerikanische Minengeschäft der Hochschild-Gruppe an das südafrikanische Bergbauunternehmen Anglo American Corporation of South Africa. Im Gegenzug gab dieses noch im selben Monat seine peruanischen Bergbauaktivitäten an die Hochschild Gruppe ab.

Hieraus ging das an der Londoner Börse (LSE) notierte Bergbauunternehmen Hochschild Mining plc (ISIN: GB00B1FW5029) hervor, welches sich auf den Untertagebau von Gold und Silber in Lateinamerika spezialisiert hat. Das Aktienkapital liegt mehrheitlich in den Händen von Moritz Hochschilds Nachfahren. Geführt wird es von Eduardo Hochschild, einem Großneffen von Moritz Hochschild.

Neben Hochschild Mining, besitzt die Familie Hochschild in Peru noch Unternehmen in den Bereichen Zement (Pacasmayo) und Phosphat (Fosfatos del Pacifico).

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang, Untergang, Neubeginn, Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1971, Seite 69, ISBN 3-7973-0213-4.

Weblinks[Bearbeiten]