Morschenich

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50.8666666666676.5425113Koordinaten: 50° 52′ 0″ N, 6° 32′ 33″ O

Morschenich
Gemeinde Merzenich
Höhe: 113 m
Fläche: 6,6 km²
Einwohner: 508 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52399
Vorwahl: 02275
Karte

Lage von Morschenich im Rheinischen Braunkohlerevier

Katholische Pfarrkirche St. Lambertus
Grabdenkmal aus dem 19. Jahrhundert
Auf dem Morschenicher Kirchhof
Hofstelle in Morschenich

Morschenich ist ein Ortsteil der Gemeinde Merzenich im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt direkt am Bürgewald, einem Waldgebiet zwischen Rur und Erft, im Bereich des heutigen Braunkohlentagebaus Hambach. Der Ort grenzt an Buir im Rhein-Erft-Kreis, Merzenich und Golzheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Über den Ursprung des Ortsnamens gibt es zwei Varianten. Die eine besagt, dass der Name Moirsazzin von Siedlern aus dem emsländischen Morsatengau stammt, die als Morsassen bekannt wurden. Die andere Version besagt, dass der keltische Name Morsiniacum mit einer deutschen „ich“-Endung zu Morschenich umgewandelt wurde.

Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahre 1158 bei der Besiedlung durch die Moorsassen. In der Territorialzeit gehörte Morschenich zum Amt Nörvenich und zum Dingstuhl Hambach. In der preußischen Zeit kam der Ort zum Amt Merzenich.

Morschenich wurde am 1. Juli 1969 nach Merzenich eingemeindet.[1]

Bürgewald[Bearbeiten]

Morschenich gehört zu den so genannten Bürgewaldgemeinden, die Rechte am Bürgewald besaßen. Dies ist der Legende nach dem heiligen Arnold von Arnoldsweiler zu verdanken, durch den legendären "Ritt um den Bürgewald". Hauptort der Bürgewaldgemeinden ist Arnoldsweiler. Dorthin mussten die Morschenicher am Pfingstdienstag, später am Pfingstmontag, dem heiligen Arnold eine Kerze opfern. Dieser Wachszins wurde erst im 19. Jahrhundert aufgelöst.[2]

Zukunft[Bearbeiten]

Der Ort soll zwischen 2015 und 2024 geschleift werden, da sich der Tagebau Hambach in Richtung Morschenich bewegt. Der Ort wird im Westen von Merzenich "Zwischen den Höfen", jenseits der L264, neu erbaut. Der neue Standort wurde durch eine Bürgerbefragung festgelegt.

Schulen, Kindergarten[Bearbeiten]

Im Ort befindet sich die Kindertagesstätte Bürgewald mit 50 Plätzen. Grundschule und Gesamtschule befinden sich in Merzenich, die Hauptschule in Nörvenich.

Verkehr[Bearbeiten]

Etwa einen Kilometer vom Ort entfernt verläuft die Bundesautobahn 4. Nächste Anschlussstelle ist die Abfahrt Buir. Busse der Dürener Kreisbahn durchfahren den Ort. Nächste Haltepunkte der Deutschen Bahn sind die S-Bahnhaltestellen Merzenich und Buir.

Kirche[Bearbeiten]

Bereits im 12. Jahrhundert gab es in Morschenich eine Kapelle. Sagen erzählen von einer Jagdkapelle im Wald im 8. Jahrhundert.

Die Pfarrkirche St. Lambertus wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Nach den Bombenschäden des Zweiten Weltkrieges, baute der Düsseldorfer Dombaumeister Lehmbrock an den erhaltenen Backsteinturm eine zweischiffige Halle aus Bruchsteinen.

Hauptartikel: St. Lambertus (Morschenich)

Versuchsanlage[Bearbeiten]

Im Morschenicher Wald, nördlich des Ortes, gab es von 1939 bis 1955 eine Großversuchsanlage, mit Namen Schachtanlage Union 103, in der man versuchte, Braunkohle im Untertagebau abzubauen. Vor allem die geologischen Verhältnisse ließen einen wirtschaftlichen Abbau nicht zu, so dass der Versuch nach wenigen Jahren beendet wurde.

Vereine, Vereinigungen[Bearbeiten]

  • KK Club Waldesgrün Morschenich
  • St. Lambertusschützenbruderschaft Morschenich
  • SV Morschenich 1925 e.V.
  • Kath. Pfarrjugend Morschenich
  • Löschgruppe Morschenich der Freiwilligen Feuerwehr Merzenich mit Jugendfeuerwehr
  • UL-Aero-Club Morschenich e.V.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bei Morschenich gibt es einen Flugplatz für Ultraleichtflugzeuge.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 98.
  2. Urkunde von 1360 zur Bestätigung des Wachszinses, durch den Herzog von Jülich.