Morsing

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Morsing

Die morsing ist eine südindische Maultrommel und gehört zu den Zupfidiophonen. Sie wird in der südindischen klassischen Musik als Rhythmusinstrument eingesetzt. Ihr Klang ist metallisch-schnarrend und ergänzt gut einen dumpferen Trommelklang. Oft folgt sie wie ein Schatten den Rhythmusmustern der mridangam, aber in Perkussionsensembles trägt sie auch Solorollen. Neben der mridangam, dem ghatam und der kanjira wird sie gerne als viertes Rhythmusinstrument in der karnatischen Musik gespielt. Oft wird die morsing auch in einer Art Silbensprache, dem konnakol eingesetzt.

Das Instrument hat einen kompakten Rahmen aus Stahl oder Messing mit einer daran befestigten, freischwebenden Stahlzunge, die weit übersteht. Der Rahmen wird mit der Handmuschel der linken Hand gehalten und an die leicht geöffneten Zahnreihen angelegt. Mit dem Mittelfinger der rechten Hand zupft der Spieler die Stahlfeder an, welche den Klang mittels Modulation des Mundraums und der Atmung erzeugt.

In Nordindien gibt es tiefer klingende Maultrommeln, die morchang genannt werden. Andere Schreibweisen sind morsang oder murcang, im Westen einfach cang.

Daneben sind im Norden auch idioglotte (aus demselben Material gefertigte) Maultrommeln aus Bambus bekannt: als gagana und unter weiteren Namen in Assam und als ghangli beim Volk der Bhil. Die gagana besitzt am Ende der Zunge eine herabhängende Schnur, an der gezupft wird. Ebenso funktioniert die ghoraliyan in Rajasthan.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Morsing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Norbert Beyer: Indien. VIII. Musikinstrumente. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Sachteil 4, 1996, Sp. 745