Morton Sobell

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Morton Sobell (links), 1976

Morton Sobell (* 11. April 1917 in New York) ist ein ehemaliger sowjetischer Agent mit Schwerpunkt Atomtechnologien.

Leben[Bearbeiten]

Sobell absolvierte am City College von New York seine Ausbildung zum Elektro-Ingenieur, wo er auch Julius Rosenberg kennenlernte. Er wurde Mitglied der jungen Kommunistischen Liga, einer Unterorganisation der Kommunistischen Partei der USA (CPUSA).

Als Elektroingenieur war er u.a. tätig für die Unternehmen General Electric und Electronics Reeves, bei denen er auch bei Aufträgen für das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten beteiligt gewesen ist.

Im Zuge des VENONA-Projektes war ihm der amerikanische Militärnachrichtendienst auf die Spur gekommen. Nachdem die Vorwürfe der Spionage gegen ihn erhoben wurden, flohen er und seine Familie am 22. Juni 1950 vorerst nach Mexiko. Von hier aus wollte er sich nach Europa und dann weiter in die Sowjetunion absetzten. Dies scheiterte letztlich daran, dass er die notwendigen Ausweispapiere nicht besaß. Am 16. August 1950 wurde er von Zielfahndern des FBI verhaftet. Er wurde in die USA gebracht und wegen Verschwörung und Spionage dort gemeinsam mit Ethel und Julius Rosenberg angeklagt. Das Gericht unter Vorsitz des Richters Irving Kaufman befand ihn der gemeinsamen Verschwörung mit Julius Rosenberg für schuldig und verurteilte ihn am 29. März 1951 zu 30 Jahren Haft, von denen er fast 18 Jahre (bis 1963 in Alcatraz) bis 1969 absitzen musste.

Auch nach seiner Freilassung behauptete Sobell seine Unschuld und stellte seine Verurteilung als einen Justizirrtum dar. Hierzu veröffentlichte er 1974 auch sein biografisches Werk On Doing Time, in welchem er detailliert seine Erfahrungen in der sogenannten „Rosenberg-Verschwörung“ darstellte.

Erst im September 2008, im Alter von 91 Jahren, gab er in einem Interview mit der New York Times zu, dass er während des Zweiten Weltkrieges militärische Geheimnisse an die Sowjetunion preisgegeben hatte.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Artikel der New York Times vom 11. September 2008