Rosenmuskateller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Moscato Rosa)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rosenmuskateller
Synonyme Moscato Rosa, Muscat rose à petits grains, Red Frontignac, Moscatel roxo, Muskat Ruza Porecki
Rosenmuskateller
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe rot
Verwendung
Herkunft unbekannt
bekannt seit ist eine alte Rebsorte
VIVC-Nummer 15051
Abstammung

Kreuzung aus
Moscato Bianco × unbekannt Rebsorte

Liste von Rebsorten

Rosenmuskateller ist eine sehr seltene Rotweinsorte. Sie gehört zur großen Gruppe der Muskatellertrauben. In Südtirol wird die Sorte fast ausschließlich als Dessertwein ausgebaut und hat sich damit als Besonderheit einen Namen gemacht.[1] Heute ist der vollmundige, aromatische und komplexe Süßwein mit intensivem Rosenduft eine seltene und gefragte Spezialität. Sie ist eine sehr anspruchsvolle Rebsorte und bringt nur geringe Erträge. Trocken ausgebaute Weine sind meist bitter und von mäßiger Struktur und Qualität.

Herkunft, Abstammung[Bearbeiten]

Die Herkunft der Sorte ist unbekannt. Es werden viele Regionen als Ursprung vermutet - von der Krim bis Sizilien.

Gentechnische Untersuchungen ergeben keine eindeutigen Ergebnisse. Einer im Jahre 2001 erfolgten DNA-Analyse nach ist sie ein direkter Nachkomme vom Gelben Muskateller, der zweite Elternteil ist noch unbekannt. Es gibt aber auch ein Untersuchungsergebnis, welches andere Schlüssen zulässt. Dabei ist aber nicht sicher, ob bei den Untersuchungen der gleiche Rosenmuskateller untersucht wurde. Es gibt daher keine einheitliche Meinung dazu.[2] Bereits 1999 stellte sich heraus, dass die kroatische Muskat Ruza Porecki identisch ist.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

  • Das Triebwachstum ist stark und aufrecht.
  • Die Blüte ist weiblich und kann sich deswegen selbst nicht befruchten. Die Blüten sind daher sehr empfindlich. Aus diesem Grund bringt die Sorte nur geringe Erträge.[3]
  • Das Stielgerüst der Trauben ist mittel bis groß, viele Beeren bleiben samenlos (Jungfernbeeren). Das Traubengewicht schwankt aufgrund der uneinheitlichen Befruchtung sehr stark. Die Beerenschale ist dünner als beim Gelber Muskateller.[1] Rosenmuskatellertrauben müssen sehr lange am Stock hängenbleiben bis die Beeren schrumpfen. Nur dann wird erst durch Schrumpfen der Beeren ein hoher Zuckergehalt erreicht, welcher für die Erzeugung eines hochwertigen Dessertweine notwendig ist.

Reife: spät

Ertrag[Bearbeiten]

Der Ertrag ist sehr gering und unsicher.[1]

In Südtirol liegen die Ertragserwartung zwischen 20 und 50 dt/ha. Es gibt auch fruchtbarere Klone und Selektionen, die Weinqualität wird mit diesen allerdings bei weitem nicht erreicht.[1]

Ansprüche[Bearbeiten]

Lage
Rosenmuskateller kann bis in mittelhohe Lagen auf ca. 500 m ü. d. M. in Südtirol gepflanzt werden. Die Sorte braucht luftige, warme Lagen. In hohen Lagen ist die Fruchtbarkeit der Sorte häufig zu gering. Lagen mit verstärkter Taubildung (erhöhter Botrytisbefall) sind für die Sorte zu meiden.

Boden
Die Sorte sollte auf leichten, sandigen Böden ausgepflanzt werden. Tiefgründige, fruchtbare und dadurch wüchsige Standorte sind für die Sorte nicht geeignet.[1]

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Vorteile

Nachteile

  • Hat eine hohe Anfälligkeit gegen Stiellähme, Botrytis und Essigfäule.
  • Die Sorte benötigt einen langen Streckerschnitt (Flachbogen) und soll nicht zu kurz angeschnitten werden.

Verbreitung[Bearbeiten]

In Italien, speziell in den Provinzen Bozen, Trient Gorizia, Pordenone und Udine ist die Sorte nur auf kleinen Flächen zu finden (ca. 58 Hektar, Stand 1998). Weiteres in Frankreich (Elsass (ca. 30 Hektar)) und in Österreich (Burgenland (ca. 15 Hektar)).[3]

Wein[Bearbeiten]

Nur gut ausgereifte Trauben bringen sehr intensive, fruchtige, aromatische zwiebelschalenfarbige Rotweine. Das Aroma geht stark in Richtung Rosenduft und Gewürze. Die Südtiroler Rosenmuskateller werden meistens edelsüß ausgebaut und sind in ihrer Jugend sehr blumig. Bei der Lagerung verliert der Wein jedoch seine Duftigkeit. Reichtragende Klone und Selektionen bringen eine deutlich geringere Weinqualität mit mehr Bitterstoffen. Trocken ausgebaute Weine sind meist bitter und von mäßiger Struktur.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Ambrosi, Bernd H. E. Hill, Erika Maul, Erst H. Rühl, Joachim Schmid, Fritz Schuhmann: Farbatlas Rebsorten, 3. Auflage, Eugen Ulmer, 2011, ISBN 978-3-8001-5957-4
  • Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-01-236331-8
  • Paul Hafner, Barbara Raifer, Josef Terleth: Sorten, Klone, Unterlagen - Anleitungen zur standortgerechten Sortenwahl im Südtiroler Weinbau, Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau, Lana, Südtirol, Italien, Ausgabe 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Paul Hafner, Barbara Raifer, Josef Terleth: Sorten, Klone, Unterlagen - Anleitungen zur standortgerechten Sortenwahl im Südtiroler Weinbau, Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau, Lana, Südtirol, Italien, Ausgabe 2012
  2. Ferdinand Regner: mündliche Mitteilung
  3. a b Hans Ambrosi, Bernd H. E. Hill, Erika Maul, Erst H. Rühl, Joachim Schmid, Fritz Schuhmann: Farbatlas Rebsorten, 3. Auflage, Eugen Ulmer, 2011, ISBN 978-3-8001-5957-4, S 177