Moscow Mule

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Moscow Mule in einer Kupfertasse

Der Moscow Mule ist ein Cocktail mit Ingwergeschmack und gehört zu den Highballs, enthält also neben einer Basisspirituose einen größeren Anteil an nicht-alkoholischen Zutaten (sog. Filler). Angelehnt an die klassische Getränkegruppe der Bucks – Mischungen aus Spirituose, Zitrussaft und Ginger Beer (einer scharf-würzigen Ingwerlimonade) – wird der Moscow Mule mit Wodka zubereitet und typischerweise in einer Kupfertasse on the rocks serviert. Er trug in den 1950er Jahren maßgeblich dazu bei, Wodka in den Vereinigten Staaten als Mix-Spirituose zu etablieren.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Moscow Mule entstand Anfang der 1940er Jahre in den Vereinigten Staaten und ist eng mit der Wodkamarke Smirnoff verbunden. Die Ende des 19. Jahrhunderts in Moskau gegründete Destillerie Smirnow war die erste, die Holzkohle zur Filtrierung des Destillats einsetzte, ihr Wodka war im Vergleich zu anderen, damals üblichen Produkten besonders mild, klar und ohne Eigengeschmack. Während der Oktoberrevolution wurden die Anlagen konfisziert, so dass die Inhaberfamilie das Land verließ und neue Brennereien zunächst in Konstantinopel, 1925 auch in Paris eröffnete und im Zuge dessen den Firmennamen auf die lateinische Schreibweise Smirnoff änderte. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise sah sich Wladimir Smirnow 1934 gezwungen, sein Unternehmen an Rudolph Kunett zu verkaufen, der den Sitz in die USA verlegte und sie 1938 (oder 1939) seinerseits als Pierre Smirnoff in das Spirituosenunternehmen G. F. Heublein Brothers Inc. integrierte. Zu jener Zeit war Wodka in den USA noch weitgehend unbekannt, und John G. Martin, ein Heublein-Manager, suchte nach Wegen, dies zu ändern. Er traf 1941 auf John A. „Jack“ Morgan, Wirt im Cock’n Bull Pub in Hollywood, der seine selbst hergestellte Ingwerlimonade vermarkten wollte. Gemeinsam mit Kunett soll die Idee entstanden sein, einen Drink aus beiden Zutaten zu kreieren, der in einem Kupferbecher serviert wurde, um ihn unverwechselbar zu machen. Die Kupferbecher wurden in Bars verteilt, und geschicktes Marketing trug bald zur großen Popularität des Drinks bei – der Moscow Mule leitete den Wodka-Boom der 1950er Jahre ein, der bis heute andauert.[1] Allen Marketingbemühungen von Smirnoff zum Trotz: Maßgeblich für den Geschmack ist nicht die Wahl des „richtigen“ Wodkas – ohnehin eine nahezu neutral schmeckende Spirituose – sondern des Ginger Beers.[2] Dabei handelt es sich jedoch nicht um Bier im herkömmlichen Sinn, sondern um eine scharf-würzige Limonade mit Ingwer. Da echtes Ginger Beer lange Zeit in Europa kaum erhältlich war, wurde es mitunter durch den wesentlich milderen Softdrink Ginger Ale ersetzt. Die bessere Verfügbarkeit von Ginger Beer seit der Jahrtausendwende trug in den letzten Jahren zur zunehmenden Beliebtheit des Mixgetränks in Deutschland bei.

Zubereitung und Varianten[Bearbeiten]

Üblicherweise wird ein Moscow Mule in einem Kupferbecher oder einer Kupfertasse, alternativ einem Highball-Glas zubereitet, indem man zwei Limettenviertel darin auspresst, einige Eiswürfel sowie einen Teil Wodka (z. B. 5 cl) und etwa drei Teile Ginger Beer (z. B. 15 cl) hinzufügt und kurz umrührt.[3]

Verbreitet ist auch, einige Spritzer Angosturabitter hinzuzufügen; diese Variante wird teilweise Kicking Mule genannt. Weitere Variationen entstehen durch den Austausch der Basisspirituose, so der Three Legged Mule mit (Irish) Whiskey und der London Buck mit Gin statt Wodka und Zitronensaft statt Limette. In Teilen Süddeutschlands wird auch die Bezeichnung Munich Mule für einen Moscow Mule mit „echtem“ Ginger Beer verwendet bzw. für eine Variante mit Gin (Münchner Duke Gin) und Gurkenscheibe.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anna J. Kutor, The Moscow Mule – The cocktail that jump-started the American vodka vogue auf www.loti.com
  2. Bastian Heuser: Von Bartendern für Bartender: Moscow Mule In: Mixology Online-Blog vom 17. Juli 2011, aufgerufen am 19. April 2013.
  3. Helmut Adam, Jens Hasenbein, Bastian Heuser: Cocktailian. Das Handbuch der Bar. Tre Torri, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-941641-41-9, S. 249.
  4. Marco Beier: Der Munich Mule. Eine Geschichte voller Missverständnisse. In: Mixology Online-Blog vom 25. September 2012, aufgerufen am 15. April 2013.