Motion-Design

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Motion-Design ('məʊʃn-dɪˈzaɪn, dt.:Bewegungs“-„Gestaltung“, auch Motion Graphics, Film title design oder Title sequence) ist die audiovisuelle Gestaltung von Bewegtbild durch Typografie und Grafik-Design. Meist geht es um Film-Vorspänne, Trailer oder Werbung.

Mittlerweile bieten Schulen und Hochschulen Kurse und Studiengänge über Motion-Design an. Eine etablierte Berufsbezeichnung Motion-Designer gibt es in Deutschland nicht, üblich sind Filmtiteldesigner oder Main title designer.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits in Filmen wie King Kong (1933) und Das Ding aus einer anderen Welt (1951) wurde Typografie im Bewegtbild als dramaturgisches Element eingesetzt. Wegbereiter für Motion Graphics als eigenständige Disziplin war neben Saul Bass der Experimentalfilmer John Whitney Sr., der in den 1950ern abstrakte Kurzfilme in der Tradition von Oskar Fischinger und Walter Ruttmann veröffentlichte und die technischen Grundlagen zur Erstellung solcher Animationen weiterentwickelte. Zur Vermarktung seiner Arbeiten für Werbung und Titelgestaltung gründete er 1960 das Unternehmen Motion Graphics Inc. und gilt somit auch als Namensgeber. Etwa zeitgleich verwendete Alfred Hitchcock Motion-Designs von Saul Bass für Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958) und Psycho (1960). Neben weiteren Arbeiten für Hitchcock wurde Bass auch von Otto Preminger und Billy Wilder regelmäßig verpflichtet und war so stilprägend für die Filmvorspänne der 1960er und -70er Jahre.

Ein weiterer Meilenstein waren die aufwändigen Titelsequenzen von Maurice Binder für die ersten James-Bond-Filme, die als eines der auffälligsten Erkennungszeichen der Filmserie auch von nachfolgenden Designern in ähnlichem Stil beibehalten wurden.

Im Laufe der 1990er Jahre ermöglichen die besseren technischen Möglichkeiten eine Weiterentwicklung des Motion-Designs (z. B. in True Lies (1994), Se7en (1995), Dead Man (1995) und Haunted Hill (1999)). Seit dem Sendestart von MTV entstanden ab Mitte der 1980er Jahre immer wieder neue experimentelle Clips, die von der Musikindustrie aufgegriffen und in Videoclips umgesetzt wurden.

Darüber hinaus wird Motion-Design vor allem in der Werbung und in Trennern der Fernsehsender verwendet.

Wertschätzung[Bearbeiten]

Mittlerweile gibt es einige spezielle Auszeichnungen, die die Arbeit der Motion-Designer würdigen und honorieren. So gab es 2012 die Auszeichnung TDC Title Design[1], die vom Type Directors Club ausgelobt wurde. Dort wurden unter anderem die Motion-Design Sequenzen in den Filmen Final Destination 5, Sherlock Holmes (2009) und The Green Hornet gewürdigt. Ebenfalls lobt die Videoplattform vimeo im Rahmen ihrer vimeo Festival + Awards eine entsprechende Auszeichnung für Motion graphics[2] aus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tanja Diezmann, Tobias Gremmler: Raster für das Bewegtbild Stiebner, 2005, ISBN 3-8307-1309-6
  • Jeff Bellatoni, Matt Woolman: TYPE in MOTION – innovative digitale gestaltung Verlag Hermann Schmidt, Mainz 1999, ISBN 3-87439-477-8
  • Ralf Dringenberg, Annette Ludwig, Anja Stöffler, Harald Pulch: Moving Types – Eine Retrospektive von den Anfängen des Films bis heute, Ausstellungskatalog Gutenberg-Museum, Mainz 2011, ISBN 978-3-936483-02-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Type Directors Club: TDC Title Design Winners, 2012
  2. vimeo Festival + Awards: Motion Graphics, 2012