MotoGP
| MotoGP | |
|---|---|
| Fahrzeugtyp | Motorrad-Prototypen |
| Land oder Region | Weltmeisterschaft |
| Aktueller Name | MotoGP |
| Erste Saison | 2002 |
| Reifen | Bridgestone |
| Offizielle Website | www.motogp.com |
Die MotoGP-Klasse ist die höchste Rennklasse innerhalb der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft des Straßenrennsports. Sie wird auch als Königsklasse des Motorradrennsports bezeichnet.
Die MotoGP löste zur Saison 2002 die seit 1949 bestehende 500-cm³-Klasse als höchste Kategorie innerhalb der Motorrad-WM ab. Pro Saison werden weltweit etwa 18 Rennen als Grands Prix ausgetragen. Bis auf wenige Ausnahmen finden dabei neben den MotoGP-Rennen auch Läufe der Moto2- und Moto3-Klassen statt.
Inhaltsverzeichnis |
Reglement [Bearbeiten]
Technische Regelungen [Bearbeiten]
- Im Gegensatz zu den seriennahen Superbike-Rennserien sind in der MotoGP-Klasse ausschließlich Prototypen mit Viertaktmotoren ohne Aufladung zugelassen.
- Seit Beginn der Saison 2012 gilt ein maximaler Hubraum von 1000 cm³ und die maximale Zylinderzahl wird auf vier beschränkt, die Bohrung auf 81 mm. Das Mindestgewicht für die 1000er liegt bei 153 kg. Die maximale Tankkapazität für MotoGP-Motorräder beträgt seit Beginn der Saison 2007 21 Liter. Vorher wurde sie schrittweise von 26 Liter, die 2004 noch erlaubt waren, jährlich herabgesetzt, was die Leistung und damit auch die Geschwindigkeiten der Motorräder beschränken sollte.
- Während in der Moto3- und Moto2-Klasse ausschließlich Bremsscheiben aus Stahl erlaubt sind, gibt es in der MotoGP-Klasse keine Restriktionen über Materialien für Bremsscheiben. Deshalb werden bei trockenen Bedingungen Scheiben aus Kohlefaserverbund benutzt, die eine höhere Verzögerungswirkung besitzen als Stahlscheiben. Bei Regenrennen hingegen werden auch in der MotoGP Stahlbremsscheiben verwendet, da Kohlefaserscheiben nicht die notwendige Betriebstemperatur erreichen.
- Die maximale Anzahl an Trockenreifen pro Rennwochenende und Fahrer ist nach dem neuen Reglement seit 2009 auf 20 festgeschrieben. Es dürfen maximal 8 verschiedene Vorder- und 12 verschiedene Hinterreifen benutzt werden. Für diese gibt es seit 2009 auch nur zwei verschiedene Gummimischungen vom Einheitshersteller Bridgestone. Jeder Fahrer muss sich am Donnerstag vor jedem Grand Prix für eine bestimmte Spezifikation Trockenreifen seines Herstellers festlegen, die er dann das gesamte Rennwochenende benutzen möchte. Für die Anzahl an Regenreifen existiert eine Beschränkung von vier Paaren pro Rennwochenende.
- Seit 2006 können Rennen bei nassen Streckenverhältnissen oder zu erwartendem Regen zu Regenrennen (Wet Race) deklariert werden, was einen Abbruch und folgenden Neustart bei einsetzendem Regen ausschließt. Bei einem solchen Regenrennen signalisiert die Rennleitung durch Zeigen einer weißen Flagge die Erlaubnis, die Motorräder in der Boxengasse zu wechseln. Es steht in der Folge jedem Fahrer frei, seine Box aufzusuchen und auf seine andere Maschine umzusteigen, auf der immer die jeweils andere Reifensorte, also Regen- oder Trockenreifen, montiert sein muss. Diese Regelung wurde getroffen, da in der Vergangenheit die Rennen aus Gründen der Sicherheit bei einsetzendem Regen regelmäßig abgebrochen und mit teils großer Verspätung auf Regenreifen neu gestartet wurden, weil bei einsetzendem Regen ein schlichter Reifenwechsel wie in der Formel 1 bei Motorrädern nicht genügt, sondern auch Bremsen und Fahrwerk angepasst werden müssen.
- Seit der Saison 2012 sind zusätzlich zu den Teams, die reine Prototypen verwenden, auch sogenannte Claiming Rule Teams zugelassen, die modifizierte Superbike-Motoren in Prototypen-Chassis verwenden. Zulässig sind dafür 24 Liter statt 21 Liter Tankinhalt und 12 statt 6 Motoren pro Saison.
Frühere Regelungen [Bearbeiten]
Zwischen 2007 und 2011 war der Hubraum auf 800 cm³ beschränkt, nachdem seit 2002 eine Obergrenze von 990 cm³ Gültigkeit hatte. Die Zylinderzahl unterlag damals keiner Beschränkung, jedoch waren nur Zylinder und Kolben erlaubt, deren Durchmesser um nicht mehr als 5 % variierte.
Technik [Bearbeiten]
Zur Saison 2007 wurde der Hubraum auf 800 cm³ beschränkt, um die Leistung der Maschinen und damit die Geschwindigkeiten zu reduzieren. Die FIM versprach sich davon eine Erhöhung der Sicherheit für die Piloten. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass die erreichten Geschwindigkeiten auf den Geraden kaum von denen der 990-cm³-Maschinen abwichen, durch die leichteren und kompakteren Motorräder aber höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich waren. Im Durchschnitt waren die Motorräder im Vergleich zur Saison 2006 in den Kurven um 5–20 km/h schneller. Da Stürze meistens in den Kurven, beim Anbremsen oder Herausbeschleunigen aus selbigen geschehen, hat die Reduzierung des Hubraums letztlich nicht die gewünschte Wirkung erzielt.
Durch die Umstellung auf 800 cm³-Motoren hatten sich zu Saisonbeginn 2007 die Leistungsverhältnisse verschoben. Honda und Yamaha hatten während der vorangegangenen Jahre die WM jeweils unter sich ausgemacht. Durch die Reglementsänderung waren alle Teams zur Neukonstruktion der Motorräder gezwungen, was Ducati zunächst am besten gelang. Im Vergleich mit den anderen Herstellern hatte die Ducati Desmosedici GP7 einen Leistungsüberschuss von etwa 5 %. Auf Kursen mit langen Geraden dominierte die Ducati deutlich. Von japanischer Seite wurden Betrugsvorwürfe laut, die jedoch schnell entkräftet werden konnten. Der Vorteil der Ducati war zum einen in der Ducati-typischen Ventilsteuerung (Desmodromik) begründet, die extreme Nockenprofile zulässt, die wiederum eine hohe Spitzenleistung ohne Verluste im unteren und mittleren Drehzahlbereich ermöglichen und im Teillastbereich Verbrauchsvorteile bringen. Auf der anderen Seite gehört die Verkleidung der Ducati zu den aerodynamisch effizientesten im Starterfeld und auch das in seiner Form einzigartige Fahrwerk zusammen mit der elektronischen Traktionsregelung funktionierte gut.
Um die motorischen Nachteile auszugleichen, setzen nach Suzuki und Kawasaki 2007 sowie Honda und Yamaha seit 2008 auf eine pneumatische Ventilfederung, wie sie in der Formel 1 bereits seit einigen Jahren technischer Standard ist. Diese ermöglicht Drehzahlen, die der Desmodromik ebenbürtig sind und sollten das Problem mangelnder Spitzenleistung lösen.
Die aktuellen MotoGP-Viertakt-Motorräder der Saison 2012 leisten rund 250 PS. Beim 1. Freien Training am 29. Mai 2009 erreichte der Honda-Werksfahrer Dani Pedrosa auf dem Mugello Circuit eine Höchstgeschwindigkeit von 349,288 km/h und damit einen neuen Rekordwert für MotoGP-Motorräder.[1]
Punktesystem [Bearbeiten]
| Punktewertung | |||||||||||||||
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| Platz | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| Punkte | 25 | 20 | 16 | 13 | 11 | 10 | 9 | 8 | 7 | 6 | 5 | 4 | 3 | 2 | 1 |
Zur Fahrerwertung zählen alle erzielten Resultate eines Piloten. Für die Konstrukteurswertung zählt jeweils das beste Resultat eines Fahrers der jeweiligen Marke, in die Teamwertung fließen alle erzielten Punkte der Piloten eines Teams ein.
Weltmeister [Bearbeiten]
| Jahr | Fahrerweltmeister | Konstrukteursweltmeister | Teamweltmeister |
|---|---|---|---|
| 2002 | Repsol Honda Team | ||
| 2003 | Repsol Honda | ||
| 2004 | Gauloises Fortuna Yamaha | ||
| 2005 | Gauloises Yamaha Team | ||
| 2006 | Repsol Honda Team | ||
| 2007 | Ducati Marlboro Team | ||
| 2008 | Fiat Yamaha Team | ||
| 2009 | Fiat Yamaha Team | ||
| 2010 | Fiat Yamaha Team | ||
| 2011 | Repsol Honda Team | ||
| 2012 | Repsol Honda Team |
Rekorde [Bearbeiten]
Fahrer [Bearbeiten]
(Stand: Großer Preis von San Marino, 16. September 2012, noch aktive Fahrer sind grau hervorgehoben)
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Hersteller [Bearbeiten]
(Stand: Großer Preis von San Marino, 16. September 2012)
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Medienpräsenz [Bearbeiten]
Fernsehübertragungen [Bearbeiten]
Im Fernsehen wurden bis 2008 die Rennen der 125-cm³-, 250-cm³- und der MotoGP-Klasse auf Eurosport und dem Pay-TV-Tochterkanal Eurosport 2 übertragen.
Seit der Saison 2009 überträgt Sport1 die Rennen. An Renn-Sonntagen, an denen die Fußball-Talkshow Doppelpass stattfindet, zeigt der Sender die Rennen der Moto3- und Moto2-Klasse nur als Aufzeichnung. An diesen Tagen kann man auf der Internet-Seite des Senders die Läufe in einem Livestream kostenlos verfolgen.
In Österreich wurden zwischen 2006 und 2011 alle drei Rennen auf dem Fernsehsender ATV gesendet. In der Schweiz findet die Übertragung auf SF zwei statt.
Computerspiele [Bearbeiten]
Es existieren mehrere gleichnamige Computerspiele. Das PlayStation-2-Spiel erschien erstmals 2000 von Namco, die THQ-Serie für die Xbox 2002. Es gab jeweils mehrere Fortsetzungen, auch für die Xbox 360 und Windows-PC.
Verweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Internetseite der Motorrad-Weltmeisterschaft
- Informationen zur MotoGP bei motorsport-magazin.com
- Informationen zur MotoGP bei motorsport-total.com
- MotoGP-Reglement 2009 (PDF-Datei; 944 kB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Pedrosa offiziell MotoGP Top Speed Rekordhalter; ]: motogp.com, 3. Juni 2009; abgerufen am 4. Juni 2009
Fahrer-Weltmeister • Konstrukteurs-Weltmeister • Grand-Prix-Siege • Hall of Fame • MotoGP • Moto2 • Moto3
1949 • 1950 • 1951 • 1952 • 1953 • 1954 • 1955 • 1956 • 1957 • 1958 • 1959 • 1960 • 1961 • 1962 • 1963 • 1964 • 1965 • 1966 • 1967 • 1968 • 1969 • 1970 • 1971 • 1972 • 1973 • 1974 • 1975 • 1976 • 1977 • 1978 • 1979 • 1980 • 1981 • 1982 • 1983 • 1984 • 1985 • 1986 • 1987 • 1988 • 1989 • 1990 • 1991 • 1992 • 1993 • 1994 • 1995 • 1996 • 1997 • 1998 • 1999 • 2000 • 2001 • 2002 • 2003 • 2004 • 2005 • 2006 • 2007 • 2008 • 2009 • 2010 • 2011 • 2012 • 2013
500 cm³: 1949: Leslie Graham | 1950: Umberto Masetti | 1951: Geoff Duke | 1952: Umberto Masetti | 1953: Geoff Duke | 1954: Geoff Duke | 1955: Geoff Duke | 1956: John Surtees | 1957: Libero Liberati | 1958: John Surtees | 1959: John Surtees | 1960: John Surtees | 1961: Gary Hocking | 1962: Mike Hailwood | 1963: Mike Hailwood | 1964: Mike Hailwood | 1965: Mike Hailwood | 1966: Giacomo Agostini | 1967: Giacomo Agostini | 1968: Giacomo Agostini | 1969: Giacomo Agostini | 1970: Giacomo Agostini | 1971: Giacomo Agostini | 1972: Giacomo Agostini | 1973: Phil Read | 1974: Phil Read | 1975: Giacomo Agostini | 1976: Barry Sheene | 1977: Barry Sheene | 1978: Kenny Roberts sr. | 1979: Kenny Roberts sr. | 1980: Kenny Roberts sr. | 1981: Marco Lucchinelli | 1982: Franco Uncini | 1983: Freddie Spencer | 1984: Eddie Lawson | 1985: Freddie Spencer | 1986: Eddie Lawson | 1987: Wayne Gardner | 1988: Eddie Lawson | 1989: Eddie Lawson | 1990: Wayne Rainey | 1991: Wayne Rainey | 1992: Wayne Rainey | 1993: Kevin Schwantz | 1994: Mick Doohan | 1995: Mick Doohan | 1996: Mick Doohan | 1997: Mick Doohan | 1998: Mick Doohan | 1999: Àlex Crivillé | 2000: Kenny Roberts jr. | 2001: Valentino Rossi
MotoGP: 2002: Valentino Rossi | 2003: Valentino Rossi | 2004: Valentino Rossi | 2005: Valentino Rossi | 2006: Nicky Hayden | 2007: Casey Stoner | 2008: Valentino Rossi | 2009: Valentino Rossi | 2010: Jorge Lorenzo | 2011: Casey Stoner | 2012: Jorge Lorenzo
Im Rennkalender der Saison 2013
Katar • Texas • Spanien • Frankreich • Italien • Katalonien • Dutch TT • Deutschland • USA • Indianapolis • Tschechien • Großbritannien • San Marino • Aragonien • Malaysia • Australien • Japan • Valencia
Aktuell nicht im Rennkalender
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