Motorola 6809

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Motorola 6809

Der Motorola 6809 ist ein 8-Bit-Mikroprozessor und Weiterentwicklung des erfolgreichen ebenfalls von Motorola stammenden Modells 6800, der in verschiedenen Varianten ab 1978 erhältlich war. Durch die Kombination der beiden 8-Bit-Akkumulatorregister des Prozessors ist im arithmetischen Bereich eine Verarbeitungsbreite von 16 Bit möglich. Die höchstmögliche Taktrate beträgt 2 MHz, wobei der Takt entweder durch einen im Mikroprozessor integrierten oder einen extern anzuschließenden Taktgenerator bereitgestellt wird. Letztere Version wird durch ein der Prozessorbezeichnung nachgestelltes Kürzel „E“ gekennzeichnet.

Unterschiede zum 6800[Bearbeiten]

  • Neue Befehle, um effektive Adressen in Register zu laden und den Inhalt von Registern zu ändern
  • Neue Befehle zur Beeinflussung des Stacks
  • Neues Page-Register, um den direkten Adressierungsmodus zu verbessern
  • Die indizierte Adressierung wurde um neue Modi erweitert
  • Relative 16-Bit-Verzweigungen konnten zur Erstellung größerer positionsunabhängiger Programme benutzt werden
  • 16-Bit-Datenverarbeitung

Verwendung[Bearbeiten]

Eingesetzt wurde er unter anderem in einigen Homecomputern und Arcade-Spielen, dort meist als Zweitprozessor für die Sound- und Eingabesteuerung. Des Weiteren wurde er von der Firma HP als Standard-CPU in bildschirmgestützten Messgeräten wie beispielsweise dem Logic Analyzer 1630A/1631A, in den Signalgeneratoren 8115A, 8118A und 8175A, sowie in den Oszilloskopen 54200/54201A und vielen weiteren Messgeräten eingesetzt. In den Handbüchern dieser Geräte finden sich häufig auch Messbeispiele und Testaufbauten mit dem 6809.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • 8-Bit-Prozessor
  • 8 Bit breiter Datenbus
  • 16 Bit breiter Adressbus (64 kB Speicher adressierbar)
  • zwei 8-Bit-Datenregister (A und B), koppelbar zu einem 16-Bit-Datenregister (D)
  • zwei 16-Bit-Stapelzeiger/Stackpointer (S und U)
  • zwei 16-Bit-Indexregister (X und Y)
  • Unterstützung für Unterbrechungen (Interrupt)
  • erster 8-Bit-Mikroprozessor mit 8×8 → 16-Bit-Multiplikationsbefehl
  • 59 Maschinenbefehle
  • ca. 6800 Transistoren

Hersteller und Typen des 6809[Bearbeiten]

Pinbelegung[Bearbeiten]

Der Prozessor wurde sowohl im 40-beinigen DIP/CERDIP- als auch im 44-beinigen PLCC-Gehäuse angeboten

Pinbelegung DIL 40
Pin 6809 6809E
1 VSS VSS
2 NMI NMI
3 IRQ IRQ
4 FIRQ FIRQ
5 BS BS
6 BA BA
7 VCC VCC
8 A0 A0
9 A1 A1
10 A2 A2
11 A3 A4
12 A4 A4
13 A5 A5
14 A6 A6
15 A7 A7
16 A8 A8
17 A9 A9
18 A10 A10
19 A11 A11
20 A12 A12
 
Pin 6809 6809E
21 A13 A13
22 A14 A14
23 A15 A15
24 D7 D7
25 D6 D6
26 D5 D5
27 D4 D4
28 D3 D3
29 D2 D2
30 D1 D1
31 D0 D0
32 R/W R/W
33 DMA/BREQ BUSY
34 E E
35 Q Q
36 MRDY AVMA
37 RESET RESET
38 EXTAL LIC
39 XTAL TSC
40 HALT HALT

Literatur[Bearbeiten]

  • Leventhal, Lance (1981): 6809 Assembly Language Programming. Osborne/McGraw-Hill. ISBN 0-931988-35-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AMI Austria Mikrosysteme International GmbH, 1986 MOS Products Catalogue

Weblinks[Bearbeiten]