Motorsportjahr 1896

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Weitere Sportereignisse

Das Motorsportjahr 1896 hatte neben kleineren Rennen ein großes Rennen zu verzeichnen, das erstmals vom Automobil Club de France (ACF) organisiert wurde.

Rennergebnisse[Bearbeiten]

Cosmopolitan Road Race[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigte Staaten 44Vereinigte Staaten J. Frank Duryea Duryea 7:13,00
2 Vereinigte Staaten 44Vereinigte Staaten Charles E. Duryea Duryea
keine weiteren Fahrer klassifiziert

Dieses Rennen fand am 30. Mai in New York City statt und ging über 100 km. Die im Jahr 1896 noch übliche Durchführung auf öffentlichen Straßen führte sogar in der Fachzeitschrift Horseless Age zu kritischen Kommentaren.[1]

Providence Horseless Carriage Race[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten Andrew L. Riker /
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten C. H. Whiting
Riker Electric
2 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten Henry G. Morris /
Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten Adams
Electric Carriage
3 Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten J. Frank Duryea Duryea

Dieses Rennen war ursprünglich auf fünf Läufe angelegt. Infolge eines heftigen Sturms wurde es auf drei Durchgänge reduziert die am 7., 8. resp. 11. September auf der neuen Trabrennbahn Narragansett Trotting Park in Pawtucket nahe Providence (Rhode Island) durchgeführt wurden. Zehn Teams nahmen teil; gewertet wurde die kürzeste Zeit aus allen addierten Läufen. Die beiden ersten Plätze dieses wahrscheinlich ersten Rundstreckenrennens in den USA belegten Elektrofahrzeuge.[2]

Paris–Marseille–Paris[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Émile Mayade Panhard & Levassor 67:42,58
2 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Merkel Panhard & Levassor + 28,07
3 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Viet De Dion-Bouton Tricycle + 2:18,07

32 Fahrzeuge starteten zum Rennen Paris–Marseille–Paris vom 24. September bis zum 3. Oktober 1896. Es waren nur mehr zwei Dampfbetriebene darunter, die Benzinfahrzeuge hatten sich durchgesetzt. Es wurde in vier Klassen gefahren: A Serie 1 (schwere Automobile), A Serie 2 (leichte Automobile), B (Motorräder) und C (Motordreiräder).

Die Strecke führte in zehn Tagesetappen von Paris über Dijon und Lyon nach Marseille und zurück, insgesamt waren 1711 km zurückzulegen. Am zweiten Tag ging ein furchtbares Gewitter nieder, einige Fahrzeuge schieden aus und ein Fahrer wurde von einem wilden Stier verfolgt. Am schlimmsten erwischte es jedoch Émile Levassor. Der Sieger von Paris-Bordeaux-Paris 1895 - und der Etappen 2 (Auxerre-Dijon; 151 km) und 3 (Dijon-Lyon; 198 km) dieses Rennens - wurde nahe Orange aus dem Auto geschleudert und schwer verletzt als er einem Hund ausweichen wollte. Er fuhr die Etappe zu Ende, erholte er sich aber nie mehr von diesem Unfall und starb im Frühling 1897.

16 Fahrzeuge erreichten Marseille, von diesen kamen allerdings 14 auch wieder in Paris an. Der Sieger, Émile Mayade benötigte knapp 68 Stunden, was einem Schnitt von rund 25 km/h entspricht. Den dritten und fünften Platz belegten De Dion-Bouton Motordreiräder, wobei Viet mit gut 70 Stunden nur knapp 2:20 mehr Zeit benötigte als Mayade mit seinem Rennwagen.

London–Brighton (Emancipation Run)[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Léon Bollée Léon Bollée Tricycle
2 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Camille Bollée Léon Bollée Tricycle
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Earl of Winchilsea Panhard & Levassor Wagonette

Anlass des Rennens war die Aufhebung des sog. Red Flag Acts von 1865, mit dem in Großbritannien vorgeschrieben wurde, dass ein Gefährt ohne Pferde innerhalb von Ortschaften höchstens 2 mph (ca. 3,2 km/h) und außerhalb höchstens 4 mph (ca. 6,5 km/h) schnell sein durfte. Zudem musste vor jedem Fahrzeug eine Person mit einer roten Flagge vorausgehen. Mit dem Gesetz sollte ursprünglich die Zahl der Unfälle zwischen Fußgängern und Dampfwagen und Straßenlokomotiven oder infolge durchgehender Pferde vermindert werden. Es erwies sich aber auch zunehmend als Hemmnis für die britische Automobilindustrie. Organisator des Emancipation Run war der Radrennfahrer und Promoter Henry John Lawson (1852-1925). Der Anlass wird seit 1927 regelmäßig wiederholt.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Beverly Rae Kimes (Hrsg.) und Henry Austin Clark, jr.: The Standard Catalogue of American Cars 1805–1942, 2. Auflage, Krause Publications, Iola WI 54990, USA (1985), ISBN 0-87341-111-0 (Englisch)
  • G. N. Georgano (Hrsg.): Complete Encyclopedia of Motorcars, 1885 to the Present; Dutton Press, New York, 2. Auflage (Hardcover) 1973, ISBN 0-525-08351-0 (Englisch)
  • David A. Kirsch: The Electric Vehicle and the Burden of History; Rutgers University Press, New Brunswick NJ und London, 2000. ISBN 0-8135-2809-7 (Paperback) (Englisch)
  • Jonathan Wood: The British Motor Industry Shire Publications Ltd (2010); ISBN 0-7478-0768-X, ISBN 978-07478-0768-1; soft cover (Englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kirsch: Electric Vehicle, S. 219
  2. machine-history: Providence Horseless Carriage Race (1896)
  3. Wood: The British Motor Industry, S. 7-8