Motoshima Hitoshi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Motoshima Hitoshi (r.) und Araki Takeshi (M.) treffen den Ost-Berliner Oberbürgermeister Erhard Krack (l.)

Motoshima Hitoshi (jap. 本島 等; * 20. Februar 1922 in Shinkamigotō, Präfektur Nagasaki) ist ein japanischer Politiker und war vom 2. Mai 1979 bis zum 1. Mai 1995 Bürgermeister von Nagasaki.

Leben[Bearbeiten]

Motoshima wurde 1922 in Shinkamigotō, einer Stadt im Landkreis Minamimatsura, als „heimlicher Christ“[1] geboren. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er Aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den Kakure Kirishitan der Spionage verdächtigt.

Motoshima studierte an der Universität Kyōto, graduierte jedoch erst im Alter von 27. Im Anschluss war er als Lehrer tätig, bevor er in die Politik wechselte. Nachdem er 20 Jahre Mitglied des Parlaments der Präfektur Nagasaki war, wurde er 1979 zum Bürgermeister der Stadt Nagasaki gewählt. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister war Motoshima Vorsitzender des Verbandes der Liberaldemokratischen Partei in der Präfektur Nagasaki. Von diesem Posten musste er jedoch 1988 nach kritischen Äußerungen über die Rolle des Kaisers im Zweiten Weltkrieg zurücktreten ("天皇に戦争責任があると思う."[2] dt.: „Ich bin der Überzeugung, dass der Kaiser eine Schuld am Krieg getragen hat.“). Diese Äußerungen führten 1990 schließlich zu einem Attentat auf Motoshima durch ein Mitglied der rechtsgerichteten Gruppierung Seiki Juku. Motoshima überlebte jedoch wie durch ein Wunder.

Bei den Bürgermeisterwahlen 1991 wurde er von der Kommunistischen Partei unterstützt, die selbst keinen eigenen Kandidaten zur Wahl aufstellte. Nach seiner vierten Amtszeit als Bürgermeister, verlor er 1995 die Wahl gegen seinen parteiinternen Rivalen Itchō Itō. Motoshima zog sich daraufhin aus der Politik zurück.

1998 sorgte Motoshima erneut für Schlagzeilen, als er den Abwurf der Atombomben zum Ende des Zweiten Weltkrieges rechtfertigte.

Februar 2007 ist Motoshima an Krebs erkrankt.[3]

Im Juli 2008 weiht er das Monument für 33 chinesische Zwangsarbeiter ein, die während des Atombombenabwurfs in Nagasaki gestorben sind.[4]

Bücher[Bearbeiten]

  • 長崎市長のことば (Nagsaki shichō no kotoba. Iwanami Shoten, Tokyo 1989, ISBN 4-00-003086-8.)
  • Yurusu kokoro, yurusanu kokoro: Wakai sedai to kataru heiwa, genbaku, ima, mirai. Hatsubaimoto Kiri Shobō, Tokyo 1992, ISBN 4-87647-177-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tiziano Terzani, Dieter Wild: „ Japan – Entwicklungsland in Demokratie. In: Der Spiegel. Nr. 6, 1989, S. 138–141 (online).
  2. youtube
  3. Chikako Yamamoto: Strammer Ruck nach rechts. In: Die Zeit, Nr. 9/2007, S. 9
  4. Chinese A-bomb victims honored. In: The Japan Times Online
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Motoshima der Familienname, Hitoshi der Vorname.