Motu Iti (Marquesas)
| Motu Iti | ||
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| Motu Iti von Nuku Hiva aus gesehen | ||
| Gewässer | Pazifischer Ozean | |
| Inselgruppe | Marquesas | |
| Geographische Lage | 8° 40′ 48″ S, 140° 37′ 0″ W-8.68-140.61666666667Koordinaten: 8° 40′ 48″ S, 140° 37′ 0″ W | |
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| Länge | 670 m | |
| Breite | 565 m | |
| Fläche | 0,2 km² | |
| Einwohner | (unbewohnt) | |
| Karte der Marquesas-Inseln, Motu Iti im Westen | ||
Motu Iti, anderer Name Hatu Iti, frühere Namen Franklin’s Island (Joseph Ingraham), Les Deux Frères (Etienne Marchand), Hergest Rocks (Richard Hergest), ist eine kleine Insel im südöstlichen Pazifischen Ozean, die zur Inselgruppe der Marquesas gehört.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die unbewohnte Insel liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Nuku Hiva, der größten Insel der Marquesas. Eigentlich besteht Motu Iti aus mehreren winzigen Inselchen, denn im Westen sind der nur 0,2 km² großen Hauptinsel noch ein 300 x 80 m messender, nur wenig aus dem Wasser ragender Fels und drei kleinste Felsriffe vorgelagert. Die Hauptinsel ist 670 m lang und 565 m breit. Es ist eine sehr junge Vulkaninsel, die hauptsächlich aus basaltischen Gesteinen besteht.[1] Wegen des geringen geologischen Alters ist Motu Iti noch nicht von einem Korallenriff umgeben.
Die steilen Flanken der Hauptinsel ragen unmittelbar aus dem Meer und werden von einem Hochplateau gekrönt. Die höchste Erhebung befindet dich im nördlichen Drittel der Insel und beträgt 220 Meter. Die geschlossenen, steilen Kliffs der unzugänglichen Küste machen ein Anlanden fast unmöglich.
[Bearbeiten] Flora und Fauna
Einen dünnen Streifen Vegetation gibt es nur im nördlichen Abschnitt der Hauptinsel. Die krautige Pflanzendecke wird dominiert von Portulaca lutea, einer niedrig wachsenden Pflanze mit dicken, fleischigen Blättern, die auf Hawaii unter dem polynesischen Namen „ihi“ bekannt ist, sowie Leptochloa xerophila, einem Gras, das zur Gattung der Liebesgräser (Eragrostis) gehört. Vereinzelt kommt in feuchten und geschützten Spalten auch der Farn Phymatosorus scolopendria, in Hawaii „lauae“ genannt, vor. Der Botaniker Steve Perlman vom National Tropical Botanical Garden auf Hawaii, der die Insel 1988 im Rahmen der Fatuiva Expedition der Smithsonian Institution aufsuchte, führt die spärliche Pflanzendecke auf die Beweidung von Schafen zurück, die vermutlich Europäer irgendwann dort ausgesetzt haben.[2]
Seevögel kommen auf Motu Iti und dem größeren vorgelagerten Felsriff in großer Zahl vor. Sie finden auf der unbewohnten Insel ideale Nistplätze. Die häufigsten Vogelarten sind: Rußseeschwalben (Onychoprion fuscatus), Sturmvögel der Gattung Puffinus Iherminieri und Tölpel.[3]
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Motu Iti ist polynesischen Ursprungs und heißt „kleine Insel“, aber wahrscheinlich war Motu Iti niemals von polynesischen Ureinwohnern besiedelt. Da keine Frischwasserquellen bekannt sind, dürfte ein dauerhafter Aufenthalt kaum möglich sein. Es gibt jedoch einen Hinweis, dass die Insel zumindest zeitweilig von Polynesiern aufgesucht wurde. Der amerikanische Handelskapitän Joseph Ingraham, der am 20. April 1791 nahe an der Insel vorbeisegelte, beschreibt Motu Iti als bewaldet (well wooded) und „bewohnt“, da bei der Vorbeifahrt des Schiffes Feuer angezündet wurden. Er nannte die Insel Franklin´s Island nach dem amerikanischen Präsidenten Benjamin Franklin.[4]
Der nächste Besucher am 22. Juni 1791, nur zwei Monate später, war der französische Weltumsegler Etienne Marchand, der jedoch ebenfalls nur an der Insel vorbeisegelte. Er taufte sie Les Deux Frères (Die zwei Brüder) nach den beiden Brüdern Baux aus Marseille, die seine Expedition finanziert hatten.
Der britische Marineoffizier Richard Hergest nannte die Insel Hergest Rocks, als er sie am 30. März 1792 mit der Daedalus, dem Versorgungsschiff der Vancouver-Expedition, passierte.
Heute gehört Motu Iti politisch zum französischen Überseeland (Pays d'outre-mer – POM) Französisch-Polynesien und wird von der Gemeinde Nuku Hiva (Commune de Nuku Hiva) mitverwaltet.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Alice E. Gripp & Richard G. Gordon: Young tracks of hotspots and current plate velocities; Geophysical Journal International, Vol. 150, 2002, S. 325
- ↑ Dieter Mueller-Dombois & F. Raymond Fosberg: Vegetation of the Tropical Pacific Islands, New York 1998, Seite 457
- ↑ BirdLife – International Pacific Partnership Secretariat, E-Bulletin Nr. 1 April-Juni 2010, S. 3 http://www.birdlife.org/regional/pacific/downloads/Pacific-E-bulletin-1.pdf
- ↑ Account of a recent discovery of Seven Islands in the South Pacific Ocean, by Joseph Ingraham, Citizen of Boston, and Commander of the Brigantine Hope . . . ; in: Collections of the Massachusetts Historical Society For the Year 1793. Vol. II., Boston 1793, S. 22