Movimenti

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Unter Movimenti, deutsch Bewegungen, versteht man Geistliche Gemeinschaften innerhalb der Römisch-katholischen Kirche, die eine spezifische Frömmigkeit und intensive Gottesbeziehung pflegen. Mancherorts synonym werden auch die Begriffe Laienbewegungen (im Unterschied zu Orden) bzw. Neukatholische Gemeinschaften verwendet.

Zu den Movimenti zählen insbesondere:

und viele kleinere Gemeinschaften.

Vorläufer der neueren Bewegungen sind unter anderem die Schönstatt-Bewegung, gegründet 1914 von P. Josef Kentenich in Deutschland und die Legio Mariae, gegr. 1921 von Frank Duff in Irland. Die Charismatische Bewegung wirkt zwar auch in die katholische Kirche hinein, ist jedoch kirchenrechtlich schwer zu definieren. In ökumenischer Hinsicht können im weitesten Sinn auch die Jugendtreffen, die durch die Communauté de Taizé organisiert werden, zu den Neuen Geistlichen Bewegungen gezählt werden.

Keine „Bewegung“, sondern als 1928 initiierte und 1982 errichtete Personalprälatur eine besondere Institution der katholischen Kirche ist Opus Dei mit ca. 85.000 Angehörigen (weniger als 2 % Priester). Von den Bewegungen zu unterscheiden sind ferner die Säkularinstitute, die religiösen Ordensgemeinschaften ähneln, aber „in der Welt“ (säkular) leben wollen.

Definition[Bearbeiten]

Der Begriff „Movimenti“ entstand erst in den 1990er-Jahren, aber er umfasst heute auch die im Vorfeld und nach dem II. Vatikanischen Konzil entstandenen „Erneuerungsbewegungen“.

Der Begriff „Movimenti“ beinhaltet verschiedene Formen kirchlichen Lebens. Es ist vorgeschlagen worden zu unterscheiden zwischen:

  • „Bewegungen“ Sie bestehen vor allem aus Laien, die einer Gemeinschaft angehören, ohne am selben Ort („vita communis“) leben zu müssen. Sie sind eher mit einer Personalpfarrei zu vergleichen.
  • „Gemeinschaften“ Sie bestehen vor allem aus Zölibatären (Ehelosen), die an einem Ort in Gemeinschaft leben. Sie sind eher mit dem Ordensleben zu vergleichen.

Beide Formen besonderer Verbundenheit, ob eher „weltlich“ oder eher „geistlich“, können in den Bewegungen auch zusammen vorkommen, so dass andere Abgrenzungsversuche nach dem Kriterium der Verbindlichkeit des Engagements und der gesellschaftlichen Relevanz der Bewegung unternommen wurden.

Papst Johannes Paul II. setzte bei seiner Neuevangelisierung besonders auf diese Bewegungen. Die Weltjugendtreffen seit 1984 haben teilweise auch die Funktion eines Treffens der verschiedenen Movimenti und ihrer Mitglieder.

Liste[Bearbeiten]

Die vollständige Liste der vom Vatikan anerkannten Gemeinschaften findet man unter Liste der Geistlichen Gemeinschaften der Römisch-katholischen Kirche. Weitere Neue Geistliche Bewegungen sind:

Nicht zu den Movimenti zählen die spirituellen Gruppen mit stark gesellschaftspolitischem Anspruch wie

Literatur[Bearbeiten]

  • Movements in the Church. Proceedings of the World Congress of the Ecclesial Movements, Rome, 27 - 29 may 1998. Pontificium Consilium pro Laicis, Rom 1999
  • Religionen und religiöse Bewegungen. 8 Bände. REMID, Marburg 1998
  • Giuseppe Albertoni (Red.): Mobilität. Moti e movimenti. Folio, Wien u. a. 1993
  • Gordon Urquhart: Im Namen des Papstes. Wie ultrakonservative Organisationen die Macht in der Kirche übernehmen. Knaur, München 1998, ISBN 3426773120