Mr. Irrelevant

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Mr. Irrelevant (dt.: Herr Unwichtig) ist ein ironischer Titel, der beim American Football an jenen Spieler verliehen wird, der im jährlichen NFL Draft als letztes gezogen wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Jahre 1976 hatte der ehemalige NFL-Spieler Paul Salata die Idee, den Gesamtletzten des NFL-Drafts („Mr. Irrelevant“) 1976 mit einer einwöchigen Urlaubsreise („Irrelevant Week“) in Kalifornien zu beglücken. Kelvin Kirk, der im NFL-Draft 1976 an 487. und letzter Position gedraftet wurde, war Ehrengast bei einem Spaß-Golfturnier sowie einer ebenso nicht ganz ernst gemeinten Regatta und bekam bei einem Bankett die Lowsman Trophy überreicht. Diese Trophäe ist eine Parodie des Heisman Trophy: während der Heisman Trophy einen Footballer zeigt, der den Football sicher in der Hand hält, lässt ihn der Footballer beim Lowsman Trophy fallen.[1] Diese Idee wurde in der NFL vom Commissioner Pete Rozelle begeistert aufgenommen und ist seitdem fester Bestandteil des jährlichen NFL-Drafts.[2]

Über die Jahre hinweg wurden Mr. Irrelevants mit immer ausgefalleneren Geschenken und Events bedacht. Diese umfassten u.a. Freikarten für Restaurants, Uhren, Golfschläger o.ä., aber auch eine „einmalige Amnestie“ des lokalen Polizeichefs für zu lautes Feiern, Kloschüsseln oder eine Schiffsrundfahrt in einem blauen Keramikwal. Ryan Succop, der Mr. Irrelevant 2010, gewann „für seine Eltern, seine beiden Schwestern, seine Freundin und sich eine Willkommensfeier auf dem Strand von Südkalifornien, ein Festbankett, einen Golfkurs, einen Surfkurs mit ‚vielen Bikinischönheiten‘, ein Beachvolleyball-Training mit der lokalen College-Damenmannschaft, eine Reise nach Disneyland und viele Geschenke der Irrelevant-Week-Sponsoren“. Obwohl diverse Mr. Irrelevants gemischte Gefühle über diese Feier haben, haben die Spieler die „Irrelevant Week“ laut Salata in der Regel genossen.[3] [4]

Obwohl die „Irrevelant Week“ humorisch gedacht ist, soll Mr. Irrelevant nicht Zielscheibe von Spott werden. Melanie Fitch, die Tochter von Paul Salata ist und gegenwärtig die „Irrelevant Week“ leitet, meint dazu: „Eigentlich ist es die Feier eines Underdogs. Er ist nicht irrelevant, weil er als Letzter gedraftet wurde, sondern weil es irrelevant ist, dass er als Letzter gedraftet wurde.“[5] Denn im Gegensatz zu anderen Spielern, die beim NFL Draft unberücksichtigt blieben, ist Mr. Irrelevant wirklich ein NFL-Spieler geworden.[3] Cheta Ozougwu, der von den Houston Texans im NFL Draft 2011 an 254. und letzter Stelle gedraftet wurde, war nach eigenen Angaben „erleichtert“, doch noch als Letzter gedraftet worden zu sein, und hatte kein Problem damit, „Herr Unwichtig“ genannt zu werden.[6]

In der Regel haben Mr. Irrelevants es schwer, sich einen Platz im Kader zu erkämpfen, geschweige sich in die Startaufstellung zu spielen. Doch Bill Kenney (Mr. Irrelevant 1978) spielte im Pro Bowl, Jim Finn (Mr. Irrelevant 1999) war am Roster der Super Bowl XLII-Champions New York Giants, Marty Moore (Mr. Irrelevant 1994), spielte im Super Bowl XXXI, verlor jedoch mit den New England Patriots dieses Spiel.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. a b They Call Me Mister Irrelevant: Seven Irrelevants From Seven Decades, Bleacher Report.
  2. Irrelevant can be a good thing, ESPN.
  3. a b Who'll be Mr. Irrelevant?, ESPN.
  4. Ryan Succop accepts his new title as Mr. Irrelevant, thestate.com. (Version vom 12. Januar 2011 aus dem Internet Archive)
  5. Mr. Irrelevant / Lowsman Trophy Award, football-almanac.com. Zitat: „Actually it's a celebration of the underdog. We're trying to say it's irrelevant that he's drafted last, because he's as worthy as the first choice. It's irrelevant that he's last. It's kind of a play on words. It's not mean spirited at all.“
  6. Selected last by Houston, Rice DE Ozougwu tabbed Mr. Irrelevant, Sports Illustrated.

Weblinks[Bearbeiten]