Mr. Nobody

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Filmdaten
Originaltitel Mr. Nobody
Produktionsland Frankreich
Belgien
Kanada
Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 138 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Jaco Van Dormael
Drehbuch Jaco Van Dormael
Produktion Philippe Godeau
Bert Hamelinck, Christian Larouche, Daniel Marquet, Frank Van Passel
Musik Pierre Van Dormael
Kamera Christophe Beaucarne
Besetzung

Mr. Nobody ist ein romantisches Fantasy-Drama des Regisseurs und Drehbuchautors Jaco Van Dormael aus dem Jahr 2009.

Handlung[Bearbeiten]

Mr. Nobody befasst sich in einer phantastischen Geschichte mit den Schwierigkeiten und Auswirkungen von Entscheidungen. Die Geschichte erzählt dabei von einem neunjährigen Jungen, Nemo Nobody, welcher auf einem Bahnhof wählen muss, ob er nach der Scheidung seiner Eltern mit seiner Mutter mitgehen oder bei seinem Vater bleiben will.

Während des Überlegens bildet Nemo diverse Charaktere, unter anderem sich selbst, die in der Darstellung vor einem Szenenwechsel, zwischen den unterschiedlichen Szenarien, stets wieder ab- und wieder aufgebaut werden. Bei seinen Gedankengängen zur besten Entscheidung verlässt sich das Kind auf seine Allwissenheit der Dinge, über welche es verfügt, da es von den „Engeln des Vergessens“, welche laut Erzählung allen Kindern vor deren Geburt ihr Wissen nehmen, übersehen wurde. Dieser Faktor ermöglicht dem Jungen sehr ausgeprägte Darstellungen seiner möglichen Zukunft, welche er in gewisser Weise aber auch tatsächlich erlebt. Dies zeigt sich, da der Protagonist beim Wechsel der Szenarien – der häufig geschieht, um die Unentschlossenheit darzustellen – selbst Verwechslungen anstellt.

Es gibt im Laufe des Vorganges der Entscheidungswahl drei Grundideen, zwischen denen der Hauptcharakter wechselt. Während dieser bringen erneute Entscheidungen teilweise Ergebnisse, welche Nemo nicht gefallen, sodass er zurückspult und andere Versionen ausprobiert, es bleibt jedoch bei den Ursprüngen. Die drei Möglichkeiten unterscheiden sich insbesondere dadurch, für welches der drei Mädchen: Anna, Elise oder Jeanne, die er aus seiner Heimatstadt kennt, er sich später entscheiden wird. Anna lernt Nemo näher kennen, als er zunächst seiner Mutter folgt, Elise trifft er, während er sich um seinen Vater kümmert, und seine Beziehung mit Jeanne ist Ergebnis einer Eskalation, als der Weg mit Elise zunächst nicht funktionieren will. Letzterer Weg stellt hierbei dar, wie die verschiedenen Gedankengänge einander beeinflussen, denn er trifft die Entscheidung, sich Elises Verhalten ihm gegenüber in derart großem Rahmen gefallen zu lassen, in vielen Punkten seiner Mutter wegen. Während er mit Anna zwar reichlich Trennungen miterlebt, aber sich zum Ende dieses Szenarios hin in einer sehr glücklichen Position wiederfindet, hat er mit den anderen beiden viel tiefgreifendere Probleme. Elises entstehende Depression beispielsweise entwickelt sich aus dem Zwang, mit dem er sie in die Beziehung drängte.

Die Erzählung des Filmes beginnt am Ende eines der drei Pfade, als Nemo, 118 Jahre alt, in einer Zukunft, in der die beinahe errungene Unsterblichkeit erzielt wurde, einem Journalisten von seinen Entscheidungen berichtet. Er versucht weiter, seinem Gesprächspartner zu erklären, dass sie beide nur Gestalten der Ideen des Jungen sind, dieser versteht jedoch nur wenig.

Philosophische Theorien[Bearbeiten]

Während er die Entscheidung fällt, begegnet Nemo einigen Phänomenen, welche Auswirkungen auf den Erfolg seiner Ideen haben, so zum Beispiel der Chaostheorie oder dem Schmetterlingseffekt. Diese werden im Film in einem Szenario verarbeitet, in welchem er als Schauspieler philosophische Theorien im Zuge eines Dokumentarfilmes moderiert.

Produktion[Bearbeiten]

Produktionsübersicht[Bearbeiten]

Die ersten Ideen des Drehbuchautors und Regisseurs Jaco Van Dormael bezogen sich im Jahre 2001 eigentlich auf einen 11-minütigen-Kurzfilm, den er in den 1980ern fertiggestellt hatte. Als er mit den ersten Ausarbeitungen fertig war, war er von dem Thema des damaligen Filmes sehr abgewichen und abgesehen davon, dass ihn das störte, sprachen einige zu diesem Zeitpunkt erschienene Filme, bspw. Lola rennt, mit ähnlichen Motiven, gegen eine Produktion des Filmes.[2] Die Vorproduktion begann im Februar 2007 mit dem Casting der Darstellerin Sarah Polley, gefolgt von der Besetzung weiterer Hauptrollen.[3]. Die Dreharbeiten begannen am 4. Juni 2007 und dauerten 25 Wochen.

Das Budget des Films betrug 47 Millionen US-Dollar.

Drehorte[Bearbeiten]

Belgien
Kanada
Deutschland
New York (USA)

Kritiken[Bearbeiten]

„[…] Wie ein "Benjamin Button" für Intellektuelle behandelt der Film sehr komplexe Konzepte, wie die unendliche Anzahl von Möglichkeiten, die das menschliche Leben bietet, auf eine unterhaltsame Weise. Man folgt dem Helden Nemo Nobody (Alter 0 bis 118) durch verschiedene Leben, die er aufgrund unterschiedlicher Entscheidungen geführt hätte. Diese englischsprachige Koproduktion mit großem Budget zeigt, dass die Europäer im Science-Fiction-Bereich, in dem (technisch) aufwendige Produktionen regieren, mithalten können. […]“

The Hollywood Reporter[4]

„[…] In "Mr. Nobody" gibt es keinen emotionalen Flügelschlag, der einen Sturm der Leidenschaft auslösen würde. Ansätze dazu - etwa in der herrlich unbeschwert sich anlassenden Teenie-Lovestory - verpuffen recht schnell in einem Bilderlabyrinth ohne Ariadnefaden, das nur in seelenlose Virtuosität führt. […]“

Süddeutsche.de[5]

Trivia[Bearbeiten]

  • Als Kulisse für das Studio der Serie "Die letzten Sterblichen", welche aus "New New York Hospital" gesendet wird, diente u.a. die Architektur des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, welche durch Computeranimationen um Hochbauten ergänzt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mr. Nobody – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 81 kB) der FSK, abgerufen am 12. September 2013
  2. Jaco van Dormael (Mr. Nobody) Interview. Tribute, abgerufen am 14. Februar 2011 (Video, englisch).
  3. Alison James: Van Dormael prepares 'Nobody'. Variety, 12. Februar 2007, abgerufen am 14. Februar 2011 (englisch).
  4. Deborah Young: Mr. Nobody -- Film Review. The Hollywood Reporter, 25. September 2009, abgerufen am 14. Februar 2011 (englisch).
  5. Rainer Gansera: Mach mir den Schmetterling. Süddeutsche.de, 8. Juli 2010, abgerufen am 3. Oktober 2013.