Mswati III.

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König Mswati III.
Mswati III. beim Reed Dance Festival 2006

Mswati III. (Mswati III. Makhosetive; * 19. April 1968 in Manzini) ist seit dem 25. April 1986 König von Swasiland. Er ist der einzige absolutistisch regierende Herrscher in Afrika. Nach einer Liste des Forbes Magazine hatte er 2008 ein Privatvermögen von 200 Millionen Dollar.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Mswati wurde am 19. April 1968 im Raleigh-Fitkin-Memorial-Krankenhaus in Manzini geboren. Er ist ein Sohn von König Sobhuza II. Seine Mutter ist Ntombi, eine der jüngeren von insgesamt 120 Frauen des 1982 verstorbenen Monarchen, mit denen dieser etwa 600 Kinder gezeugt haben soll.

Mswati III. wurde von 1983 bis 1986 an der Militärakademie von Sandhurst im Vereinigten Königreich erzogen. Am 25. April 1986 wurde Mswati III. nach einem geheimen Inthronisierungsritual zum König des Swasivolkes bestimmt. Er ist damit der 25. Herrscher des Dlamini-Clans. Mswati III. regiert per Dekret, da in der letzten absolutistischen Monarchie Afrikas seit 1973 alle politischen Parteien verboten sind. Am 5. Juni 2002 leitete er dem Parlament eine Gesetzesvorlage zu, die jegliche politische Betätigung bei Androhung einer bis zu 20-jährigen Haftstrafe untersagt.

An Mswatis III. Regentschaft werden dessen aufwändiger Lebensstil und die ins Ausland führenden teuren Einkaufsreisen seiner Gattinnen kritisiert. So beschaffte Mswati III. seinen Ehefrauen neue Autos von BMW. Er selbst fährt Luxusautos der Marken Mercedes-Benz und Maybach. Bis 2005 ließ er zehn Paläste für seine Frauen bauen.[2] Swasiland ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Mehrheit der 1,37 Millionen Einwohner Swasilands lebt unterhalb der Armutsgrenze mit weniger als einem US-Dollar pro Tag. Die AIDS-Rate in Swasiland ist die höchste der Welt; über 40 Prozent der Bewohner von Swasiland tragen das Virus in sich; die Lebenserwartung von 34 Jahren ist die niedrigste weltweit.[3]

2011 konnte der Staatsbankrott nur mithilfe Südafrikas und eines Kredits in Höhe von 250 Millionen Euro abgewendet werden. Im April fanden im ganzen Land Kundgebungen statt, bei denen der Rücktritt von Mswati III. gefordert wurde. Die Opposition warf ihm vor, die Staatskasse zu plündern, damit sich die königliche Familie ein luxuriöses Leben leisten kann. Die Massenproteste wurden von der Polizei niedergeschlagen.[4]

Den Anschuldigungen, wonach ein neuer Düsenjet des Königs 2012 aus Staatsgeldern gekauft worden sei, widersprach der Regierungssprecher Swasilands. Der König habe den Jet als Geschenk zum 44. Geburtstag von Freunden erhalten. Die Demokratiebewegung ist skeptisch; bereits 2002 versuchte die Regierung einen Jet im Wert von 51 Millionen US-Dollar zu kaufen.[5] Dieser Betrag entsprach damals einem Viertel des Haushalts des Landes. Der Kauf kam wegen internationaler Proteste nicht zu Stande. Die Europäische Union hatte gewarnt, die Entwicklungshilfezahlungen zu stoppen.

Ehen[Bearbeiten]

König Mswati III. setzt die Tradition der Polygamie in Swasiland fort. Im Mai 2005 heiratete er seine elfte Frau – die 1984 geborene Noliqwa Ntentesa. Sie war bereits drei Jahre mit dem Herrscher verlobt und hatte in dessen Hofstaat gelebt. Im Juni 2005 folgte die zwölfte Hochzeit: die Wahl war auf die 16-jährige Schönheitskönigin Nothando Dube gefallen, die bereits ein Kind von ihm erwartete. Am 27. Juli 2010 wurde der Justizminister Ndumiso Mamba wegen einer Affäre mit ihr verhaftet.[6] Als 13. Frau wählte Mswati die 17-jährige Studentin Phindile Nkambule aus. Er entdeckte sie beim traditionellen Umhlanga (auch: Schilftanz, Reed Dance Festival) der barbusigen Jungfrauen im September 2005, an dem 4.000 Frauen teilnahmen. Der Monarch verfügte per Dekret, Nkambule zu ehelichen, sobald sie von ihm schwanger sei. 2013 hatte Mswati 14 Ehefrauen;[7] drei von ihnen haben Mswati verlassen und leben im Exil in Südafrika.[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Forbes-Liste (englisch), abgerufen am 20. Mai 2013
  2. Website des Daily Telegraph, Januar 2005 (englisch), abgerufen am 20. September 2012
  3. Swasi-Königinnen verprassen Millionen beim Shoppen, Spiegel online 22. August 2009
  4. Swaziland pro-democracy protests met with teargas and water cannon. The Guardian am 12. April 2011 (englisch), abgerufen am 20. Mai 2013
  5. Swaziland’s King Mswati III given jet by 'sponsors' bei bbc.co.uk am 25. April 2012 (englisch), abgerufen am 20. Mai 2013
  6. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,712494,00.html
  7. Africa’s last absolute monarch may not keep his lavish lifestyle long royal The Economist am 14. September 2013 (englisch), abgerufen am 19. September 2013
  8. Bericht bei citypress.co.za (englisch), abgerufen am 15. Juli 2012