Mtwara

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Mtwara (portugiesisch Montewara) ist eine Hafenstadt am Indischen Ozean und die Hauptstadt des Distrikts Mtwara, der an der Grenze zu Mosambik im Süden Tansanias liegt.

Mtwara hat derzeit ca. 100.000 Einwohner (Schätzung 2006), bei der letzten amtlichen Zählung 2002 waren es 92.602 Einwohner.[1] Zusammen mit dem historisch gewachsenen Vorort Mikindani bildet es die Verwaltungseinheit „Mtwara-Mikindani City Council“.

Mtwara
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Tanzania Meteorological Agency, Daten: 1971-2000[2]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mtwara
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Max. Temperatur (°C) 30,3 30,5 30,8 30,5 29,9 29,1 29,0 29,5 29,8 30,4 31,0 30,7 Ø 30,1
Min. Temperatur (°C) 23,2 23,2 22,7 22,2 20,8 19,0 18,4 18,2 18,3 19,9 21,5 22,9 Ø 20,8
Niederschlag (mm) 19,32 13,87 24,35 16,00 6,52 1,46 1,04 0,81 1,36 3,01 5,18 15,64 Σ 108,56
Regentage (d) 12 10 16 13 6 2 2 2 2 3 5 11 Σ 84
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Quelle: Tanzania Meteorological Agency, Daten: 1971-2000[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gebiet von Mtwara gab es seit 1934 die katholische Territorialabtei Ndanda.

An der Stelle des heutigen Hafens befand sich bis 1947 nur ein unbedeutendes Fischerdorf. Im Rahmen des fehlgeschlagenen Großprojektes Tanganyika Groundnut Scheme beschloss die britische Kolonialverwaltung im Februar 1947, große Teile des Hinterlandes als Agrarflächen zu nutzen und die Ernten über einen neu zu schaffenden Hafen im Süden Tansanias zu exportieren. Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten wurde Mtwara dazu ausgewählt. Dazu wurde eine Stadt auf dem Reißbrett konzipiert und Bewohner aus dem Umland angesiedelt. Erklärtes Ziel war ein „zweites Mombasa“.

Als die Hafenanlagen 1950 fertig waren, stand das Groundnut Scheme bereits vor dem Bankrott, eine weitergehende Nutzung ergab sich nicht, sodass die Hafenanlagen verfielen und der Hafen versandete. Die Einwohnerzahl sollte ursprünglich um 200.000 liegen, 1952 waren es etwa 35.000 Einwohner. Durch die Randlage in Tansania und die aufgrund des Bürgerkrieges lange geschlossene Grenze zu Mosambik kam die Entwicklung lange nicht in Gang. Stand 2012 leben ca. 100.000 Einwohner in Mtwara.

1972 wurde die die katholische Territorialabtei Ndanda zum Bistum Mtwara erhoben.

Erst Mitte der 1990er Jahre durch die Intensivierung des Handels, die Verbesserung der Küstenstraße und die Einrichtung eines regelmäßigen Fährverkehrs über den Rovuma entstand ein zögernder Aufschwung, die Einwohnerzahl stieg an und die Hafenanlagen wurden instand gesetzt. Heute ist Mtwara wichtiger Standort im Sektor Erdgasproduktion. Hier existiert (seit ca. 2009) ein modernes Gasturbinenkraftwerk, welches den wirtschaftlich armen Südosten in Tanzania mit Strom versorgen soll. Der „Goldgräberrausch“ ums Erdgas, potentielles Erdöl und vielen Mineralien (u.a. Uran) hat die Lebenshaltungskosten seit ca. 2010 explosionsartig steigen lassen. Viele Explorationsfirmen aus aller Welt sind in der Gegend um Mtwara tätig.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Mtwara ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Südosttansania. Es gibt mehrfach tägliche Überlandbusverbindungen nach Dar es Salaam über den im Ausbau befindlichen Coastal Highway. Daneben existieren unregelmäßige Schiffsverbindungen. Der Flughafen Mtwara im Westen der Stadt wird täglich von fly540 oder der Precision-Air im Linienverkehr von Jets angeflogen. Der Fährverkehr über den Rovuma existiert nach dem Untergang der Fähre im Juli 2008 nicht mehr. Seit der Eröffnung der Unity Bridge am 12. Mai 2010 besteht erstmals eine direkte Straßenverbindung in das Nachbarland. Mehrere Hotels der Mittelklasse (nach internationalem Standard) stehen zur Verfügung für Geschäftsreisende und die (wenigen) Touristen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.nbs.go.tz - Census 2002
  2. Tanzania Meteorological Agency: Klimainformationen Mtwara. World Meteorological Organization, abgerufen am 27. Oktober 2012.

-10.27305555555640.176666666667Koordinaten: 10° 16′ S, 40° 11′ O