Muezzin

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Muezzin (Gemälde von Jean-Léon Gérôme, 1879)

Der Muezzin (arabisch ‏مؤذّن‎ mu'adhdhin, DMG muʾaḏḏin) ist ein Ausrufer, der die Muslime zum Gebet (Salat, arabisch: as-salāt) aufruft. Er ruft die Muslime fünfmal täglich zu bestimmten Uhrzeiten zum Beten zusammen. Nur der Ruf am Morgen ist zu einer unbestimmten Zeit, nämlich dann, wenn die Sonne aufgeht. Der islamische Gebetsruf Adhan ertönt in arabischer Sprache.

Der Muezzin ist kein Geistlicher, sondern gehört zum Personal der Moschee. Seine Funktion ist – u. a. wegen des textbasierten Vortrags – nur bedingt vergleichbar mit dem Läuten der Kirchenglocke durch den Mesner im Christentum. Je nach Situation kann auch ein normaler Gläubiger die Funktion eines Muezzins übernehmen, zum Beispiel wenn Gebete während der Arbeitszeit verrichtet werden.

Die erste Person, die die Funktion eines Muezzins übernahm, war der Abessinier Bilal al-Habaschi, ein freigelassener Sklave und enger Vertrauter des Propheten Mohammed. Häufig wurde früher ein Blinder mit dieser Aufgabe betraut, damit er nicht vom Minarett aus Orte einsehen konnte, an denen sich Frauen aufhielten. Der Ruf erfolgte ursprünglich vom Minarett aus. Inzwischen wird der Ruf meist über Lautsprecher von anderer Stelle aus übertragen.

Der Muezzin ruft allerdings auch, wenn eine Person, die in unmittelbarer Nähe der Moschee gewohnt hat, gestorben ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Muezzins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Muezzin – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen