Muff (Kleidung)

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Überdimensionale Muffe unterstrichen die Eleganz der Empiremode.
1765 bestand das Angebot eines Pariser Kürschners hauptsächlich aus Muffen

Ein Muff (abgeleitet von lat. muffula für Pelzhandschuh) ist ein röhrenförmig zusammengenähtes Stück Pelz oder Strick, in das die Hände von beiden Seiten hineingesteckt werden, um sie warm zu halten. In der Regel ist er zusätzlich warm ausgefüttert, in den besseren Qualitäten mit einem Daunenfederbeutel. Er hat entweder eine Schlaufe, um ihn in der Hand halten zu können, oder eine lange Kordel, mit der man ihn um den Hals tragen kann. Meist ist ein kleines Geldtäschchen mit eingearbeitet. Es werden jedoch auch Mufftaschen hergestellt, denen man die zusätzliche Funktion nicht ohne weiteres ansieht.

Tonnenförmige und andere gerundete Muffe werden in der Regel über Holzblockformen gespannt, die der Kürschner früher in großer Formenvielfalt vorrätig halten musste.

Allegorie des Winters mit Muff (auf einem bemalten Schrank aus Thüringen, Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt)

Muffe wurden früher vor allem vom Bürgertum und den gehobenen Ständen statt Handschuhen getragen. Heute sind sie weitgehend aus der Mode gekommen. Die Firma Keskari, die einen Gebrauchsmusterschutz für Mufftaschen besaß, ließ 1959 eine Umfrage unter Berücksichtigung der verschiedenen Einkommensschichten und Altersgruppen durchführen, welche Chancen der Muff am deutschen Markt hat. Auf die Frage, was gegen die Anschaffung eines Muffs spräche, antworteten rund 47 Prozent „nicht mehr üblich“, 21 Prozent gaben an der Muff sei unpraktisch und 19 Prozent fanden ihn zu teuer. 17 Prozent der befragten Damen besaßen einen Muff.[1] Jedoch wurden und werden in den Modenschauen der großen Couturiers in den letzten Jahren immer wieder auch Muffe gezeigt.

Erstmals erwähnt ist ein Muff im Jahr 1590 in einem Buch über venezianische Trachten. Im 17. Jahrhundert wurde er auch in Deutschland und Frankreich bei den höheren Ständen populär, und zwar bei Männern wie Frauen gleichermaßen. Im 19. Jahrhundert wurde der Muff zu einem reinen Damen-Accessoire. Seit etwa 1890 konnten Muffe auch mit Köpfen und Schwänzen der verwendeten Fellart versehen sein.[2] Um 1910 gehörte er zwingend zur eleganten weiblichen Wintergarderobe, um 1939 endete mit der veränderten Lebensweise durch besser beheizte Wohnungen und geschlossene Kraftfahrzeuge die ganz große Epoche des Muffs, einen zwar wärmenden aber wenig dekorativen Ersatz bildeten die Pelzhandschuhe.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

  •  Commons: Muff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ingeborg Heider: Kann der Muff wieder modern werden?. InDie Pelzwirtschaft, Nr. 10, Oktober 1959, S. 376-377. Eine Umfrage des Instituts für Werbepsychologie und Markterkundung, Frankfurt am Main unter 1000 Frauen.
  2. Anna Municchi: Ladies in Furs 1900-1940. Zanfi, Mailand 1992, S. 34 ISBN 88-85168-86-8.
  3. Francis Weiss: From Adam to Madam. Aus dem Originalmanuskript Teil 2 (von 2), im Manuskript S. 177 (engl.)