Muggensturm

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Muggensturm in Baden, weitere Bedeutungen unter Muggensturm (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Muggensturm
Muggensturm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Muggensturm hervorgehoben
48.87258.2794444444444122Koordinaten: 48° 52′ N, 8° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 122 m ü. NHN
Fläche: 11,56 km²
Einwohner: 6148 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 532 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76461
Vorwahl: 07222
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 033
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 33–37
76461 Muggensturm
Webpräsenz: www.muggensturm.de
Bürgermeister: Dietmar Späth
Lage der Gemeinde Muggensturm im Landkreis Rastatt
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Über dieses Bild
Die Ortskirche
Rathaus

Muggensturm ist eine Gemeinde im nördlichen Landkreis Rastatt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Muggensturm liegt in der Rheinebene am Fuße des Schwarzwaldes. Durch den Ort fließt der über 27 km lange Federbach, in dessen Einzugsbereich der Federbachbruch, ein 43 ha großes Naturschutzgebiet (hiervon 22,8 ha Niedermoor[2]) liegt.

Zu den benachbarten Orten zählen Bietigheim, Malsch, Oberweier, Kuppenheim, Waldprechtsweier und Bischweier (Rastatt).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Muggensturm gehören das Dorf Muggensturm und das Haus Ziegelhütte in der Steinhardt. Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Eichelbach und Frierlinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Kapelle St. Margarethe aus dem 13. Jahrhundert

Muggensturm wurde 1193 in einer Urkunde Papst Coelestins III. erstmals als Mugetstrum erwähnt. Der Wandel der Schreibung des Ortsnamens hin zu Muggensturm ist noch nicht eindeutig geklärt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,1 % (+0,2) zu folgendem Ergebnis:[4]

  1. MBV 38,8 % (+11,0) – 5 Sitze (+1)
  2. SPD 33,2 % (+4,4) – 5 Sitze (+1)
  3. CDU 27,9 % (-0,9) – 4 Sitze (=)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit der italienischen Gemeinde Gradara in der Provinz Pesaro und Urbino wurde im Juni 2002 offiziell eine Städtepartnerschaft besiegelt.

Im Jahr 2011 kam die deutsch-deutsche Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Schönwalde-Glien (Brandenburg) hinzu.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten]

Im Rathaus wurde im Jahre 2005 das Muggensturmer Bürgerband installiert, ein weltweit einzigartiges kommunales Fotoalbum. Ein Kommunikationskunstwerk, für das der Journalist Anton Jany 2316 Muggensturmer Bürger fotografierte. Die Porträts der Bürger sind auf Keramikkacheln „verewigt“, die, aneinandergereiht, wie ein Band durch die Gänge des Rathauses führen.

Denkmäler[Bearbeiten]

Ein Denkmal bei Muggensturm erinnert an die am 29. Juni 1849 beim Gefecht am Federbach gefallenen preußischen Soldaten. Die Revolutionstruppen schlugen sich zwar tapfer gegen die preußische Übermacht, errangen aber nur Teilerfolge.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das jährlich stattfindende Volksfest ist der Höhepunkt des Veranstaltungskalenders. Das Fest verläuft über vier Tage (Freitag bis Montag). Der ehemalige Blumenkorso fand immer am Sonntag und Montag statt. Die örtlichen Vereine bauten Wagen, bei denen sie über 200.000 Dahlien verarbeiten. Da es aber aufgrund von Trockenheit zu Lieferengpässen der Dahlien kam, entfällt der Blumenkorso seit 2011.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bundeswettbewerb „Entente Florale - Unsere Stadt blüht auf“[Bearbeiten]

Nach drei Bronzemedaillen gelang Muggensturm im Jahr 2010 endlich der große Wurf: Die Gemeinde wurde mit einer Goldmedaille für die Ortsentwicklung ausgezeichnet.

Ortsverschönerungswettbewerb des Landkreises Rastatt „Unser Dorf hat Zukunft“[Bearbeiten]

Beim Ortsverschönerungswettbewerb des Landkreises Rastatt belegte Muggensturm 2011 bereits zum fünften Mal in Folge den 1. Platz.

ARTUS-PREIS[Bearbeiten]

Die Gemeinde Muggensturm erreichte im Jahr 2006 Platz 4 beim Wettbewerb „Die besten Behörden Deutschlands“. Bei der Preisverleihung des ARTUS-PREISES für Entbürokratisierung in Berlin wurde von Preis-Stifter Friedrich Ganz und dem damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, dem Vorsitzenden der Jury, Muggensturm mit einem Sonderlob für „vorbildlich effektive und unbürokratische Aktivitäten im Bereich der Unternehmensansiedlung sowie Unterstützung durch unternehmensausgerichtete Bauleitplanung“ bedacht.

Vereine[Bearbeiten]

  • Der Tennisclub Rot-Weiss Muggensturm wurde am 20. Februar 1974 gegründet. Die Tennisanlage befindet sich am südöstlichen Rand von Muggensturm. Außerdem gibt es ein bewirtschaftetes Clubhaus und eine Minigolf-Anlage. Der Verein hat rund 320 Mitglieder.
  • Der Fußballverein 1918 Muggensturm ist der einzige Fußballverein in Muggensturm. Das Clubgelände mit bewirtetem Clubhaus, zwei Rasenplätzen und einem Hartplatz befindet sich in der Wilhelmstraße 36. Der Fußballverein hat ca. 550 Mitglieder. Er veranstaltet ein jährliches Sportfest mit Spielen der Jugend- / Senioren- und Frauenmannschaften des Vereins. Das Sportfest dauert von Freitag bis Montag. Weiterhin ist eine Mannschaft der Offenen Lebenshilfe Rastatt/Murgtal als eigene Abteilung dem Verein angeschlossen.[5]
  • Bei dem örtlichen Turnverein handelt es sich um den TV Muggensturm 1892 Neben dem Turnen gibt es im TV Muggensturm außerdem eine Abteilung Handball, Faustball und Radsport.
  • Der Schützenverein Muggensturm wurde 1919 gegründet und hat etwa 150 Mitglieder.
  • Der Tischtennisclub Muggensturm wurde 1975 gegründet. Er hat 187 Mitglieder mit fünf Herren-, einer Damen- und fünf Jugendmannschaften.
  • Ein ebenfalls erwähnenswerter Verein ist der „Arbeitergesangverein Harmonie von 1900“. Der Verein wurde im Jahre 1900 gegründet. Er wurde 1938 aufgrund seiner Nähe zur Sozialdemokratie und den Gewerkschaften von den Nationalsozialisten verboten. 1951 wurde er neu gegründet. Der Chor ist heute als gemischter Chor aktiv und pflegt sowohl die klassische Chorliteratur als auch moderne Sätze aus Unterhaltungsmusik, Musical usw.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Muggensturm liegt an der B 3 sowie östlich der Rheintalbahn (MannheimBasel) und hat dort eine Haltestelle des Karlsruher Stadtbahnnetzes.

Energieversorgung[Bearbeiten]

Auf den Flachdächern des Logistikunternehmens Hartmann AG in Muggensturm wird eine der größten Dach-Photovoltaikanlagen betrieben. Auf etwa 80.000 Quadratmetern sind über 20.900 Solarmodule von Sharp installiert. Der Systemausstatter war die Conergy AG, die Peak-Leistung der Anlage beträgt 3,84 Megawatt. Die Inbetriebnahme fand im Juni und Dezember 2006 statt. Nach Schätzung der Betreiber erzeugt die Anlage jährlich ca. 3,5 Mio. Kilowattstunden elektrische Energie. Das entspricht dem Bedarf von über 3600 Personen oder 900 Vier-Personen-Haushalten. Die mit Modulen belegte Fläche ist so groß wie 16 Fußballfelder. Acht Wechselrichter der Firma SMA sind in einer doppelstöckigen Betonstation mit 6,8 m Höhe und einem Gewicht von über 50 Tonnen neben den Gebäuden untergebracht und wandeln den solaren Gleichstrom in Wechselstrom um, so dass er netzfähig wird. Die Kosten dieses großen Solarkraftwerkes beliefen sich auf knapp 17 Mio. EUR.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Albert-Schweitzer-Schule (Grundschule)
  • Kindergarten Edith-Stein
  • Kindergarten Oase
  • Kinderhaus „Spielwiese“

Feuerwehr[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr
  • Jugendfeuerwehr
  • Kinderfeuerwehr

Kirchen/Pfarrämter[Bearbeiten]

  • Evangelisches Pfarramt Bietigheim-Muggensturm
  • Katholisches Pfarramt „Maria Königin der Engel“

Sozialeinrichtungen[Bearbeiten]

  • Seniorentreff
  • Sozialstation St. Franziskus
  • Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Muggensturm DRK-Kreisverband Rastatt e. V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Muggensturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Themenpark Umwelt
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 180–181.
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. Vereinshomepage des FV Muggensturm