Muhadschir

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Muhadschir, die während der Balkankriege vertrieben wurden, beim Überqueren der Galata-Brücke in Istanbul 1913

Als Muhadschir ("Auswanderer", arabisch ‏مهاجر‎, DMG muhāǧir; meist Plural al-Muhadschirun / ‏المهاجرون‎ / al-muhāǧirūn; von hadschara / ‏هاجر‎ / hāǧara / ‚auswandern‘) werden in der islamischen Welt bestimmte historisch bedeutende Gruppen von Auswanderern und Flüchtlingen bezeichnet, vor allem

  • die Gefährten Mohammeds, die 622 an der Hidschra teilnahmen, siehe al-Muhadschirun
  • die krimtatarischen Flüchtlinge, die nach der russischen Annexion des Krimkhanats (1783) bzw. dem Krimkrieg (1856) emigrierten bzw. ausgewiesen wurden
  • die kaukasischen Flüchtlinge (vor allem Tscherkessen), die nach 1864 vor den Russen ins Osmanische Reich emigrierten und sich in der Türkei ansiedelten
  • die Bosniaken und sonstige – vor allem slawische – Balkan-Muslime, die nach dem Zusammenbruch der osmanischen Herrschaft 1878 ebenfalls in die Türkei flohen und sich in Anatolien niederließen
  • die Urdu-sprachigen indischen Muslime, die nach der Teilung Indiens und den damit zusammenhängenden bürgerkriegsähnlichen Massakern aus dem fortan mehrheitlich hinduistischen Indien ins muslimische Pakistan flohen. Bis heute stellen sie besonders in Karatschi eine einflussreiche Bevölkerungsgruppe dar.

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