Muhammad I. (Córdoba)

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Muhammad I. (arabisch ‏محمد بن عبد الرحمن‎, DMG Muḥammad ibn ʿAbd ar-Raḥman) (* 828; † 886) war der fünfte Emir von Córdoba (852–886)

Muhammad I. wurde 852 Nachfolger seines Vaters Abd ar-Rahman II. im Emirat von Córdoba.

Zunächst gelang ihm 862 die Markgrafschaft Saragossa wieder zu unterwerfen, bevor sie 866 erneut von den Umayyaden abfiel. Nachdem auch die Markgrafschaften Toledo (852) und Mérida (868) ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, war die Macht von Muhammad I. erheblich eingeschränkt. Alfons III. von Asturien nutzte dies aus, um sein Reich weiter nach Süden auszudehnen. Als er sich auch mit Ibn Marwan von Mérida (875–930) verbündete, musste Muhammad I. 883 mit Asturien Frieden schließen. Die Krise des Emirats erreichte ihren Höhepunkt, als 884 in Bobastro bei Málaga der Aufstand des Umar ibn Hafsun ausbrach und sich schnell im südlichen Andalusien ausbreitete.

Zwischen 851 und 859 kam es zu starken Spannungen mit den Mozarabern, als diese von christlichen Asketen zum Märtyrertum aufgestachelt wurden. So erfolgten von einigen Christen in der Öffentlichkeit Schmähungen gegen den Islam und den Propheten Muhammad, die von der umayyadischen Strafjustiz mit dem Tode geahndet wurden. Nachdem 45 „Märtyrer von Córdoba“ den Tod gefunden hatten, ließ Muhammad I. durch eine christliche Synode den vorsätzlichen Märtyrertod verdammen, womit die christlichen Ausfälle gegen den Islam auch nachließen und das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen nicht weiter belastet wurde.

Muhammad I. starb 886. Nachfolger wurde sein Sohn al-Mundir (886–888).

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Abd ar-Rahman II. Emir von Córdoba
852–886
al-Mundhir