Muhammad al-Ghazali al-Saqqa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sheikh Muhammad al-Ghazali al-Saqqa (arabisch ‏ محمد الغزالي‎‎/ Muḥammad al-Ġazālī; * 1917 in Itai al Baroud, al-Buhaira, Ägypten; † 1996 in Riad, Saudi-Arabien) war ein ägyptischer islamischer Theologe und Gelehrter. Er studierte an der al-Azhar-Universität. In islamistischen Kreisen gilt er zusammen mit Sayyid Qutb (1906-1966) als ‚herausragender geistiger Vertreter’ (IRIB)[1] der Muslimbrüder[2]. al-Ghazali ist Verfasser zahlreicher Werke.

Er lehrte an der Umm-al-Qura-Universität in Mekka, Saudi-Arabien, der Universität von Katar (Qatar) und der al-Amir Abd al-Qadir University for Islamic Sciences in Algerien. Vor seinem Tod war er Vorsitzender des Council des International Institute of Islamic Thought in Kairo.[3]

Er war einer der Senior Fellows des Königlichen Aal al-Bayt Instituts für Islamisches Denken (Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought), Jordanien.[4]

Werke[Bearbeiten]

Zu seinen Werken zählen "Islam und die moderne Wirtschaft", "Islam und politischer Despotismus" und ein enzyklopädisches Werk mit dem Titel "Fanatismus und Toleranz zwischen Christentum und Islam".[5]

Seine gesammelten Werke wurden von Nahdah Misr (in Kairo) in 44 Bänden veröffentlicht.[6]

Zitat[Bearbeiten]

„In 1993, at the height of a violent campaign by Muslim militants against Egypt’s secular Government, Sheik Ghazali caused a national stir when he testified on behalf of assailants who had killed a well-known writer for what they deemed his anti-Islamic views. Without mentioning the writer, Farag Fouda, by name, Sheik Ghazali told an Egyptian court that anyone who openly resisted the full imposition of Islamic law was an apostate who should be killed either by the government or by devout individuals. (dt. Im Jahr 1993, auf dem Höhepunkt einer gewalttätigen Kampagne muslimischer Kämpfer gegen Ägyptens säkulare Regierung, erregte Scheich Ghazali nationales Aufsehen, als er für die Angreifer ausgesagte, die einen bekannten Schriftsteller dafür getötet hatten, was sie für seine anti-islamischen Ansichten hielten. Ohne den Schriftsteller Farag Fouda namentlich zu erwähnen, sagte Scheich Ghazali einem ägyptischen Gericht, dass jeder, der sich offen der vollständigen Einführung des islamischen Rechts widersetze, ein Abtrünniger sei, der entweder von der Regierung oder von frommen Menschen getötet werden solle.)[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Haifaa Khalafallah: Rethinking Islamic Law: Genesis and Evolution in the Islamic Legal Method and Structure. The Case of a 20th Century 'Alim's Journey into His Legal. Traditions. Muhammad al-Ghazali (1917–1996). Ph.D. diss., Georgetown University, 1999

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten]

  1. german.irib.ir: Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 88) (Rundfunk der Islamischen Republik Iran, Sendemanuskript vom 16. April 2014):

    „Hassan Al Banna war der politische Führer dieser Gruppe. Sayyid Qutb (1906 bis 1966) und Mohammad Al Ghazali (1917 bis 1996) waren ihre herausragenden geistigen Vertreter.“

  2. Deren politischer Führer Hassan al-Banna (1906-1949) war.
  3. Buchdeckel von A Thematic Commentary on the Quran (Shaykh Muhammad al-Ghazali & Ashur A. Shamis, 2000)
  4. aalalbayt.org: The Late Fellows
  5. nytimes.com ("Islam and the Modern Economy" / "Islam and Political Despotism" / "Fanaticism and Tolerance Between Christianity and Islam")
  6. Robbert Woltering: Occidentalisms in the Arab World. 2011, S.179 (Online-Auszug)
  7. nytimes.com: Mohammed al-Ghazali, 78, An Egyptian Cleric and Scholar (Douglas Jehl, 1996)