Muhammadu Buhari

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Muhammadu Buhari (* 17. Dezember 1942 in Daura) war von 1983 bis 1985 Staatspräsident Nigerias.

Buhari trat 1962 den nigerianischen Streitkräften bei, war 1974–1975 Militärgouverneur des Bundesstaates Nordost, hatte verschiedene Ministerposten in der Militärregierung von Olusegun Obasanjo, stürzte den demokratisch gewählten Präsidenten der II. Republik, Shehu Shagari Ende 1983 in einem Militärputsch und verfolgte eine stark nationalistisch geprägte Politik.

Er versuchte die unter Shagari einsetzende Wirtschaftskrise, die mit dem Ölpreisverfall in Zusammenhang stand, ohne äußere Einmischung durch die Weltbank oder den Internationalen Währungsfonds (IWF) in den Griff zu bekommen. Um die Korruption zu bekämpfen, ließ er eine Kampagne „War Against Indiszipline“ (Krieg gegen Disziplinlosigkeit) ausrufen, die ihn berüchtigt machte, in ökonomischer Hinsicht aber erfolglos blieb. Besonders polemisch und mit vielen Repressalien ging die Kampagne gegen die Frauen Nigerias vor, denen die Schuld am sittlichen Verfall der Nation zugeschoben wurde. Das führte vor allem im Bundesstaat Bendel (heute Edo) zu massiven Frauenprotesten, Steuerstreiks und Marktboykotten, die Buhari zum Einlenken zwangen (die gesamte Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln lag in der Hand der Frauen). Nach Streitigkeiten innerhalb des Militärs wurde er 1985 durch einen Palastputsch durch General Ibrahim Babangida gestürzt und bis 1988 inhaftiert.

Von Militärdiktator Sani Abacha zum Vorsitzenden des Petroleum Trust Funds ernannt, der Entwicklungsprojekte aus Erdöleinnahmen durchführen sollte, kehrte Buhari in der IV. Republik ab 1999 in die Politik zurück und trat seither bei den Präsidentschaftswahlen von 1999, 2003 und 2007 als Kandidat der All Nigeria People's Party (ANPP) an.[1] Er erhielt 2003 in weithin umstrittenen Wahlen 32,19 % der Stimmen gegen den 1999 gewählten Olusegun Obasanjo und legte Wahlwiderspruch ein. Im Dezember 2006 wurde Buhari von mehr als 6000 Delegierten der ANPP ohne Wahl als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen im April 2007 aufgestellt. Zuvor hatten alle innerparteilichen Konkurrenten aufgegeben. Buharis Vizekandidat war Edwin Ume-Ezeoke.

Im März 2010 verließ er von ihm mitgegründete ANNP. Auch bei den Präsidentschaftswahlen 2011 erhielt er fast ein Drittel der Stimmen, unterlag jedoch dem amtierenden Präsidenten Goodluck Jonathan.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Major General Muhammadu Buhari. Africa Confidential, abgerufen am 2. Juli 2014.