Mukolipidose

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Mukolipidosen (ML), auch Mucolipidosen geschrieben, sind eine Gruppe von vier äußerst seltenen autosomal-rezessiv vererbten lysosomalen Speicherkrankheiten. Die Mukolipidosen ähneln klinisch den Mukopolysaccharidosen, haben jedoch eine andere Ätiologie und sind zudem noch seltener als diese.

Die Mukolipidosen[Bearbeiten]

Klassifikation nach ICD-10
E77.1 Defekte beim Glykoproteinabbau
- Sialidose [Mukolipidose I]
E77.0 Defekte der posttranslationalen Modifikation lysosomaler Enzyme
- Mukolipidose II [I-Zell-Krankheit]
- Mukolipidose III [Pseudo-Hurler-Polydystrophie]
E75.1 Sonstige Gangliosidosen
- Mukolipidose IV
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die vier derzeit bekannten Mukolipidosen sind[1]:

Ätiologie[Bearbeiten]

Die Ursache der Mukolipidosen sind Mutationen im Genom, welches für Membranproteine kodiert. Dies führt zu Fehlfunktionen im Stoffwechsel von Polysacchariden, Lipiden und Glykoproteinen.[2] Im Gegensatz zu dem Krankheitsbild der Mukopolysaccharidosen werden Mukopolysaccharide normal metabolisiert.

Die Mukolipidosen werden autosomal-rezessiv vererbt.

Pathologie und Diagnostik[Bearbeiten]

Die Mukolipidosen zeichnen sich – mit Ausnahme der Pseudo-Hurler Polydystrophie – durch eine schwere psychomotorische Retardierung der Betroffenen aus. Fehlbildungen im Skelettaufbau (skelettale Dysmorphien) und Erkrankungen der Netzhaut können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.[2]

Mittels enzymatischer und molekulargenetischer Verfahren können die vier Mukolipidosen pränatal und postnatal sicher diagnostiziert werden.[2]

Therapie[Bearbeiten]

Es ist bisher keine kausale Therapie für die Mukolipidosen bekannt. Die Behandlung erfolgt im Wesentlichen symptomatisch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. Hort: Pathologie des Endokard, der Kranzarterien und des Myokard. Verlag Springer, 2000, ISBN 3-540-65326-0, S. 1350–1351.
  2. a b c H. Denk u. a.: Pathologie der Leber und Gallenwege. Verlag Springer, 2000, ISBN 3-540-65501-8, S. 253–255.

Literatur[Bearbeiten]

  • S. Tiede u. a.: Mukolipidosen. In: Kinderheilkunde 154, 2006, S. 955–961.
  • S. S. Cathey u. a.: Molecular order in mucolipidosis II and III nomenclature. In: Am J Med Genet A 146A, 2008, S. 512–513. PMID 18203164
  • A. Carl u. a.: Atlantoaxial instability and myelopathy in mucolipidosis. In: Spine 16, 1991, S. 215–217. PMID 2011780

Weblinks[Bearbeiten]