Mulai Abd al-Hafiz

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Mulai Abd al-Hafiz

Mulai Abd al-Hafiz (arabisch ‏عبد الحفيظ بن الحسن‎, DMG ʿAbd al-Ḥafīẓ b. al-Ḥasan; * 24. Februar 1876; † 4. April 1937) war Sultan der Alawiden in Marokko von 1908–1913.

Mulai Abd al-Hafiz kam am 8. Dezember 1908 durch einen Aufstand gegen seinen Bruder Sultan Abd al-Aziz (1893–1908) in Marokko an die Macht. Er besaß viel Rückhalt unter den lokalen Stämmen, während die marokkanische Bevölkerung Abd al-Aziz vorwarf, die Interessen der Franzosen zu vertreten. Abd al-Hafiz war bemüht, das Ansehen der Dynastie der Alawiden zu erneuern und die Unabhängigkeit Marokkos zu retten.

Er musste aber zunächst die Privilegien der europäischen Mächte bestätigen, um sich deren Anerkennung als Herrscher von Marokko zu sichern. Auch eine Befriedung des Reiches gelang ihm nicht. Gegen die Zentralisierungspolitik kam es 1911 zu einer großen Revolte der Stämme, wobei die Aufständischen bis nach Fès vorstießen. Mulai Abd al-Hafiz konnte seine Herrschaft nur durch die Intervention französischer Truppen retten.

Dieses offene französische Engagement in Marokko führte im gleichen Jahr zur 2. Marokkokrise. Nach Verhandlungen erkannte Deutschland nun Marokko als französisches Interessensgebiet an. Frankreich konnte nun am 30. März 1912 durch den Vertrag von Fès sein Protektorat über Marokko errichten. Nordmarokko musste dabei an Spanien abgetreten werden, während Tanger einen internationalen Status erhielt. Ein Jahr darauf wurde Mulai Abd al-Hafiz von der französischen Protektoratsmacht zur Abdankung gezwungen. Nachfolger wurde sein Bruder Mulai Yusuf (1913–1927).

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephan Ronart, Nandy Ronart: Lexikon der Arabischen Welt. Ein historisch-politisches Nachschlagewerk. Artemis Verlag, Zürich u. a. 1972, ISBN 3-7608-0138-2.