Mulai ar-Raschid

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Moulay ar-Raschid (arabisch ‏مولاي رشيد بن علي الشريف‎, DMG Mūlāy Rašīd b. ʿAlī aš-Šarīf; † 1672) war der erste Sultan der Alawiden in Marokko (1664–1672).

Moulay ar-Raschid wurde 1663 Führer der Alawiden in Südmarokko, nachdem er seinen Bruder Moulay Muhammad asch-Scharif (reg. 1635–1663) gestürzt und getötet hatte. Dieser hatte trotz mehrerer Niederlagen gegen die Dila-Bruderschaft die Herrschaft der Alawiden in Südmarokko errichten und mit der Eroberung von Marrakesch (1659) die Dynastie der Saadier endgültig stürzen können.

Nach dem Sturz seines Bruders begann Mulai ar-Raschid den Kampf gegen die Dila-Bruderschaft. Diese hatte Nordmarokko unterworfen und strebte die Herrschaft über ganz Marokko an. 1664 gelang Moulay ar-Raschid ein entscheidender Sieg bei Meknes über die Bruderschaft. Zwar konnte diese erst 1668 endgültig unterworfen werden, doch wurde ar-Raschid seit dem Einzug in Fès (1666) allgemein als Herrscher anerkannt. Dennoch war er bis zum Ende seiner Regierung mit der Unterwerfung und Befriedung einzelner Stämme beschäftigt. Nach seinem Tod folgte sein Bruder Moulay Ismail auf den Thron (reg. 1672–1727).

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephan Ronart, Nandy Ronart: Lexikon der Arabischen Welt. Ein historisch-politisches Nachschlagewerk. Artemis Verlag, Zürich u. a. 1972, ISBN 3-7608-0138-2.