Mulanje (Berg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mulanje
Mulanje-Massiv mit Chambe-Gipfel (links) (2004)

Mulanje-Massiv mit Chambe-Gipfel (links) (2004)

Höhe 3002 m
Lage Malawi, Südliches Afrika
Koordinaten 15° 57′ 0″ S, 35° 35′ 0″ O-15.9535.5833333333333002Koordinaten: 15° 57′ 0″ S, 35° 35′ 0″ O
Mulanje (Berg) (Malawi)
Mulanje (Berg)
Alter des Gesteins 130 Millionen Jahre
Der Chambe-Gipfel des Mulanje-Massivs
Der Sapitwa-Gipfel des Mulanje-Massivs von der Südwestkante des Lichenya-Plateaus her gesehen (so gut wie nie ohne Wolken zu sehen)
Widdringtonia whytei auf dem Mulanje-Plateau

Das Mulanje-Massiv in Malawi ist ein Bergmassiv, welches sich 70 km südlich von Blantyre aus den weitflächigen Teeplantagen an den untersten Hängen seines Gebirgsstocks erhebt. Der höchste Punkt des Mulanje-Bergmassivs und zugleich der höchste Berg Zentralafrikas ist mit 3002 m der Sapitwa (Koordinaten oben angegeben). Sein spektakulärster Gipfel und die höchste Felswand ganz Afrikas ist der Chambe (2.556 m), der sich mit seiner 1.500 m hohen, nahezu senkrechten Westwand aus der ebenen Grassavanne zwischen ihm und dem Shire-Hochland erhebt. Auf dem Mulanje-Massiv wird wie auf dem benachbarten Phalombe (2.289 m) mit einer mexikanischen Kiefernart intensiver Waldbau betrieben. Seit wenigen Jahren wird versucht, die heimische Widdringtonia whytei intensiver anzubauen, deren Harz fliegenabwehrend, wenn nicht fliegentötend wirkt wie das Öl der Pyretrum-Chrysantheme Kenias. In Überlegung sind wiederholt Wasserkraftwerke, da die Flüsse Chapaluka und Ruo ganzjährig beständig Wasser führen und auf kürzester Strecke einen Höhenunterschied von über 1.000 m bieten.

Das Massiv ist wegen seiner Höhe ein Regenfänger. Es können bis zu 1.800 mm Niederschläge im Jahr fallen. Es entstand vor 130 Mio Jahren durch Magmaausfluss. Die Vulkankraterwände des Phalombe und des Chambe sind noch heute gut zu erkennen und mit ihrem blanken Granit spektakulär.

Tourismus[Bearbeiten]

Malawi hat aus politischen Gründen keine Tourismusbranche ausgebaut. Hotels nach westlichem Maßstab gibt es nur in größeren Städten, in den Nationalparks und am Malawisee. Malawi gilt nach wie vor als Ziel von exklusivem Safari-Tourismus kleiner Gruppen und spartanischen Rucksacktouristen. Das Mulanje-Massiv ist wegen seiner Schroffheit, seinen gigantischen Granitwänden und seiner beeindruckenden Höhe beliebtes Tagesziel von Safaritouristen, die Malawi bereisen. Touristen, die oben auf dem Plateau wandern wollen, brauchen nicht nur eine vollständige Ausrüstung, sondern auch ortskundige Führer. In Blantyre und Lilongwe sind hervorragende Karten im Maßstab 1:30.000 erhältlich, die eine sehr gute Orientierung ermöglichen. Das Gelände ist teilweise sehr schwierig, die Höhenunterschiede groß. Ein stabiler Kreislauf ist unerlässlich. Es gibt auf dem Plateau vereinzelte Hütten der Forstverwaltung, aber keine Bewirtung. Doch alpinen Wanderern wird von Montan-, Kiefern-, Nebelwald bis zu hochalpinen Matten, Felsklüften, Gratpfaden alles geboten. Das Gelände kann von riesigem Geröll so zerklüftet sein, dass ein Kilometer Luftlinie gut drei Stunden erfordert. Von Blantyre führt eine Straße über Thyolo durch endlose Teeplantagen und Luchenza zum Bergmassiv, die dann weiter an die Grenze zu Mosambik führt.

Weblinks[Bearbeiten]