Mulde (Fluss)

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Mulde
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Die Mulde bei Bad Düben.

Die Mulde bei Bad Düben.

Daten
Gewässerkennzahl DE: 54
Lage Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Flussgebietseinheit Elbe
Quelle Vereinigung von Zwickauer und Freiberger Mulde bei Sermuth
51° 9′ 37″ N, 12° 47′ 53″ O51.16027777777812.798055555556132.4
Quellhöhe 132,4 m ü. NHNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Dessau-Roßlau in die Elbe51.86888888888912.23111111111157Koordinaten: 51° 52′ 8″ N, 12° 13′ 52″ O
51° 52′ 8″ N, 12° 13′ 52″ O51.86888888888912.23111111111157
Mündungshöhe ca. 57 m ü. NHNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen [1]
Höhenunterschied ca. 75,4 m
Länge 147 km[2]
(314 km inkl. Zwickauer Mulde)[3]
Einzugsgebiet 7400 km²[4]
Abfluss am Pegel Priorau[7]
AEo: 6990 km²
Lage: 23,9 km oberhalb der Mündung
NNQ (01.08.2008)
MNQ 1996/2011
MQ 1996/2011
Mq 1996/2011
MHQ 1996/2011
HHQ (14.08.2002)
12,5 m³/s
18,7 m³/s
70,2 m³/s
10 l/s km²
456 m³/s
971 m³/s
(MQ Mündung: 73 m³/s[5][6])dep1
Mittelstädte Grimma, Bitterfeld-Wolfen, Dessau-Roßlau
Kleinstädte Wurzen, Eilenburg
Lage der Mulde

Die Mulde, auch Vereinte Mulde oder Vereinigte Mulde, ist ein linker, nicht schiffbarer Nebenfluss der Elbe. Sie entsteht südöstlich von Leipzig bei Sermuth (Sachsen) durch Vereinigung zweier großer Quellflüsse, der längeren Zwickauer Mulde und der ein größeres Einzugsgebiet bei größerem Abfluss entwässernden Freiberger Mulde.

Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst große Teile Sachsens und besonders den weitaus größten Teil der Nordabdachung des Erzgebirges. Mit einer Wasserführung von annähernd 73 m³/s an der Mündung[8] ist sie der viertgrößte Nebenfluss der Elbe.

Die alte Namensform der Mulde, Milda, wird von Namensforschern als die Wasserreiche übersetzt.[9] Der Wortbestandteil Mel mit Bezug auf Mahlen wird zuweilen angesichts einer Vielzahl früher am Fluss betriebener Mühlen mit dem Namen in Verbindung gebracht, was außer Acht lässt, dass Flussnamen die älteste, oft vorgermanische, geographische Namensschicht darstellen.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Obwohl die Vereinigung der beiden Quellflüsse bei ungefähr der Hälfte der gesamten Lauflänge der Mulde stattfindet, führen ihr die Freiberger und die Zwickauer Mulde bereits über 80 % der gesamten Wassermenge zu. Dies liegt zum einen an der Form des Einzugsgebietes, das im Erzgebirge sehr breit ist und zur Elbe hin schmal wird, und zum anderen an den im Gebirge höheren Niederschlägen und gleichzeitig höheren Anteilen abfließenden Wassers. Die Form der Einzugsgebiete bedingt auch, dass die längere Zwickauer Mulde am Zusammenfluss der kleinere der Quellflüsse ist.

Der stark dominierende hydrologische Hauptast des Flusssystems der Freiberger Mulde ist die Zschopau. In deren oberem Einzugsgebiet ist es mit der Flöha wiederum ein namentlicher Nebenfluss, der die größere Wasserführung einbringt und damit der eigentliche Quellfluss der Mulde ist. Über diesen Hauptfließweg ist die Mulde rund 267 Kilometer lang, über den längsten Fließweg (Zwickauer Mulde) gut 314 Kilometer.[3]

Das Einzugsgebiet der Mulde weist für viele wichtige Fließwege Gesamtgefälle von 600 bis 900 Metern auf, so dass hier für Norddeutschland außergewöhnlich hohe Fließgeschwindigkeiten vorherrschen. Die Mulde wird mitunter sogar als der am schnellsten fließende Fluss Mitteleuropas bezeichnet.[10]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Mulde fließt durch das Sächsische Hügelland und führt an Grimma, Nerchau, Trebsen, Wurzen und Eilenburg vorbei. Hinter Bad Düben verlässt sie sächsisches und berührt sachsen-anhaltisches Gebiet und wird dann zwischen Pouch und Friedersdorf zum Muldestausee aufgestaut. Anschließend fließt die Mulde an Muldenstein, Jeßnitz, Raguhn und Dessau vorbei und mündet zwischen Dessau und Roßlau nach 147 km in die Elbe.[2]

Zum Ende der Elster-Kaltzeit floss die Mulde ab Großbothen und Großbardau weiter in Richtung Nordwesten durch die heutige Stadt Leipzig, wo ihr zeitweilig auch die Saale zufloss. Sie erodierte dabei mehrere Rinnen, die sie bis zur Saale-Kaltzeit wieder auffüllte – der Markkleeberger Muldelauf die Espenhainer Rinne und der Leipziger Muldelauf die Naunhofer Rinne.[11]

Vor etwa 130.000 bis 160.000 Jahren, zum Ende der Saale-Kaltzeit, brach die Mulde bei Grimma durch und floss im heutigen Flussbett nach Norden. Das verbliebene Leipziger Muldetal wird seitdem von der Parthe durchflossen.

Hochwasser[Bearbeiten]

Beim Jahrhunderthochwasser 2002 war die Mulde neben der Elbe, der Müglitz und der Weißeritz eines der am stärksten betroffenen Flussgebiete. Beim Hochwasser im Juni 2013 musste ein an der Mulde zum Seelhausener See führender Damm zur Entlastung des Sees gesprengt werden.[12]

Belastung[Bearbeiten]

Im Juli 2005 wurden vom Umweltbundesamt in Dessau Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahre 2004 veröffentlicht, wonach in Fischen eine bis zu 18-fach über dem Grenzwert liegende Konzentration von Beta-HCH gemessen wurde. Beta-HCH ist ein Rückstand aus der früheren, seit 1984 allerdings eingestellten Lindan-Produktion in Bitterfeld.

Künstlerische Darstellungen[Bearbeiten]

Die Flusslandschaft an den Mulden ist vielfach künstlerisches Motiv gewesen; eine 2013 veröffentlichte Studie dazu führt etwa 260 Werke auf, die die Zeitspanne von den Anfängen der Landschaftsmalerei bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts umfassen.[13] In neuerer Zeit hat die Künstlerin und Kunstpädagogin Marion Bekker (* 1958) Landschaft und Architektur des sächsischen Muldetals in zahlreichen ihrer Bilder in expressionistischer Weise festgehalten.

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Böttger: Die Mulde – Eine Bilderreise entlang des schnellsten Flusses Europas. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2009. ISBN 978-3-937496-26-9.
  • Hansjörg Küster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte. Kapitel 12: Die Mulde. ISBN 978-3-406-56209-9.
  • Sächsisches Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft (Hrsg.): Hochwasser 2002 im Muldegebiet. Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Heft 32/2009, Dresden 2009. (Digitalisat).
  • Andreas Martin (Hrsg.): Die Flusslandschaft Mulde. Geschichte und Wahrnehmung. Dresden: Thelem 2013. ISBN 978-3-942411-83-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mulde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Topografische Karte 1:25.000
  2. a b FFH – Verträglichkeitsprüfung für das SPA-Gebiet „Vereinigte Mulde“ Autobahnamt Sachsen, 2009 (pdf)
  3. a b Gewaessersteckbrief-Elbe, Plan Hochwasservorsorge Dresden, 2010 Auf: dresden.de (pdf; 8,3 MB)
  4. Das Augusthochwasser 2002 im ElbegebietBundesanstalt für Gewässerkunde, 2002 (pdf)
  5. Anm.: MQ abgeleitet aus den Daten der Pegel Bad Düben (Mulde) und indirekt der Pegel Golzern 1 und Dessau Brücke (Mulde), aus denen der Gebietsabfluss unterhalb Golzern 1 ermittelt und auf die unterhalb davon gelegene Einzugsgebietsfläche bezogen wurde.
  6. HHQ am Pegel Bad Düben 1: 1760 m³/s: Hydrologisches Handbuch. Teil 3 – Gewässerkundliche Hauptwerte. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 50, abgerufen am 30. Dezember 2012 (PDF, 637 kB).
  7. Pegel: Priorau Auf: hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de
  8. Anm.: MQ abgeleitet aus den Daten der Pegel Bad Düben (Mulde) und indirekt der Pegel Golzern 1 und Dessau Brücke (Mulde), aus denen der Gebietsabfluss unterhalb Golzern 1 ermittelt und auf die unterhalb davon gelegene Einzugsgebietsfläche bezogen wurde.
  9. Albrecht Greule: Von der Memoria zum Kognitiven Merkzettel. Namentypen und Memoria. In: Nomen et Fraternitas: Festschrift für Dieter Gruenich zum 65. Geburtstag, S. 201, Berlin 2008 ISBN 978-3-11-020238-0.
  10. Anm.: Dies kann allenfalls für höhere Wasserstände erwogen werden und nur im Vergleich mit mindestens gleich großen Flüssen gelten. Der Vergleich mit großen Alpenflüssen lässt jedoch Zweifel an der Aussage zu.
  11. KliWEP – Abschätzung der Auswirkung der für Sachsen prognostizierten Klimaveränderungen auf den Wasser– und Stoffhaushalt im Einzugsgebiet der Parthe Teil 2, Dr. Dietrich Sames und Dipl.-Min. Birgit Carl, 2004, Unterpunkt 2.2.2 Geologische Übersicht (pdf)
  12. Dörfer in Sachsen werden zwangsevakuiert, im Liveticker auf welt.de vom 5. Juni 2013
  13. Andreas Martin und Anke Fröhlich: Die Flusslandschaft an den Mulden. Frühe Wahrnehmungen in bildender Kunst und Reiseliteratur. Thelem, Dresden, 2013, ISBN 978-3-942411-66-0 (Teilweise digitalisiert: Flipbook)