Multiplikatormethode

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Die Multiplikatormethode (Multiples, Comparable Company Analysis) bei der Unternehmensbewertung ist eine relativ einfache, häufig von Investmentbanken und Equity Analysten eingesetzte Methode zur Schätzung des Unternehmenswertes.

Im Grundprinzip wird davon ausgegangen, dass gewisse Ertrags- und operationale Maßzahlen für die Preisbildung des an einer Börse notierten Eigenkapitals maßgeblich sind. Die bekanntesten Multiplikatoren sind P/E (Price-Earnings Ratio, Kurs-Gewinn-Verhältnis), EV/EBITDA (Enterprise Value/Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization), EV/EBIT (Enterprise Value/Earnings before interest and taxes). Der Erstellung von neuen Multiplikatoren sind jedoch keine Grenzen gesetzt, jedoch muss darauf geachtet werden dass das im Nenner verwendete Maß in der Industrie des bewerteten Unternehmens von Bedeutung ist (z. B. Verkaufsfläche bei gelisteten Einzelhändlern).

In der Praxis werden für die Berechnung der Multiples hauptsächlich Vergleichsunternehmen aus der gleichen Branche ausgewählt, allerdings ist es möglich/ bzw. wird in der Literatur vorgeschlagen mehr auf die Übereinstimmung der wertbestimmenden Faktoren (Profitabilität, Wachstum, Risiko) zu achten, als auf die Branchenzugehörigkeit.[1] Dabei werden aus der ausgewählten Anzahl an Vergleichsunternehmen (comparables, comps, peer group) die Multiples gebildet. Hat man für jedes vergleichbare Unternehmen den Multiplikator (z. B. EV/EBITDA) berechnet, so wird für diesen Multiplikator ein Durchschnitt (oder der Median) gebildet, nachdem alle Ausreißer eliminiert wurden. Dieser Durchschnitt wird mit der operationalen Maßzahl des zu bewertenden Unternehmens (hier also EBITDA des Unternehmens) multipliziert. Das Ergebnis sollte der implizierte Unternehmenswert sein. Natürlich ist es sinnvoll, für jede Bewertung eine gewisse Anzahl von Multiplikatoren anzuwenden.

Neben operationalen Kennzahlen kann für die Multiplikatorenmethode auch auf Buchwerte zurückgegriffen werden (Market to Book ratioMarktwert des Eigenkapitals/Buchwert des Eigenkapitals).

Obwohl diese Methode der Unternehmensbewertung zwar ohne großen mathematischen Aufwand zu bewerkstelligen ist, sollte immer ein kritischer Blick auf das Ergebnis geworfen werden. Ausschlaggebend bei dieser Bewertung ist die Qualität des Datensatzes der vergleichbaren Unternehmen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Frank Richter/ Christian Timmreck (Hrsg.): Unternehmensbewertung, Moderne Instrumente und Lösungsansätze, Schäffer-Poeschel Verlag, 2004, Stuttgart, S.381 ff.