Multi-Touch

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Multi-Touch-Bildschirm

Multi-Touch ist ein kapazitives oder optisches Touchscreen das gleichzeitig mehrere Berührungen, meist mit den Fingern, erkennen kann und so mehr Bedienmethoden zum Einsatz kommen können als bei Systemen, die nur eine einzige X/Y-Koordinate erfassen können. Oft sind Bildschirm und Touchscreen kombiniert und liegen übereinander. Populäre Anwendungsbeispiele sind das Vergrößern und Drehen von Bildern, in dem man die Finger voneinander wegbewegt und sie zueinander rotiert.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Forschungen zu Multi-Touch-Geräten haben bereits Anfang der 1990er Jahre begonnen.[1] Führende Institute waren dabei die University of Toronto sowie die Bell Laboratories. Im Jahr 2006 wurde der Forscher Jeff Han von der New York University durch eine Demonstration eines Multi-Touch-Prototypen auf der TED-Konferenz bekannt. Das zugrundeliegende Prinzip der multi-touch Oberfläche, FTIR (engl.:Frustrated Total Internal Reflection [2], dt.: Totalreflexion) hat den Vorteil, dass die Oberflächen kostengünstig und beliebig skalierbar herzustellen sind. Das Video seiner Präsentation wurde einige Monate später ins Internet gestellt und fand dort eine große Verbreitung. Er war auch der erste, der FTIR Multi-Touch-Geräte vermarktete. Dazu gründete er die Firma Perceptive Pixel, die multi-touch Wände unter anderem an die CIA verkaufte.

2005 brachte die französische Firma Jazzmutant das Multimedia-Kontrollgerät Lemur[3] zum Steuern von Mischpulten im professionellen Audio- und Videobereich als eines der ersten multi-touch-fähigen Produkte auf den Markt. Das erste Gerät für Privatanwender, das Multi-Touch zur Bedienung nutzt, ist allerdings das 2007 erschienene Apple iPhone. Durch dieses Smartphone wurde die Technik auch erstmals einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

Der erste Computer mit dieser Technik ist der Surface-Computer von Microsoft. Er wird allein über einen 30" großen Bildschirm gesteuert und soll in Restaurants, Hotels und Ladengeschäften zum Einsatz kommen. Ein Verkauf des etwa 10.000 US-Dollar teuren Geräts an Privatpersonen ist vorerst nicht geplant. Im Musikbereich erlangte der Synthesizer Reactable eine größere Bekanntheit, nachdem das Instrument von der isländischen Sängerin Björk neben dem Lemur auf ihrer letzten Volta-Welttournee prominent eingesetzt wurde. Der Reactable vereint eine Multi-Touch-Oberfläche mit der Gegenständlichkeit eines Tangible User Interface und macht elektronische Musik akustisch, visuell und auch haptisch begreifbar.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Überblick über die Multi-Touch-Geschichte von Bill Buxton (englisch)
  2. FTIR Prinzip von Multi-Touch Flächen
  3. Lemur

[Bearbeiten] Weblinks

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