Munda (Volk)

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Die Munda sind ein indigenes Volk in Indien. Die Adivasi-Gruppe entstammt der Region Jharkhand, ist aber auch über die Bundesstaaten Bihar, Westbengalen, Chhattisgarh und Orissa sowie Teilen Bangladeschs verbreitet. Die Sprache der Munda ist Mundari aus der Familie der Munda-Sprachen, die zu den austroasiatischen Sprachen gehören. Zugleich sprechen sie die Sprache des jeweiligen Bundesstaates, in dem sie leben.

Munda haben eine eigene Naturreligion namens Sarna. Sie glauben an ein höchstes Wesen, genannt Sing Bonga (bedeutet Sonnengott). Etwa ein Viertel der Munda-Bevölkerung wurde jedoch missioniert und konvertierte zum Christentum. Ihre Hochzeits- und Bestattungsrituale fußen auf alten Traditionen. Bekannt sind sie als Darsteller im volkstümlichen Tanzdrama Purulia chhau.

Die Musik der Munda ist tief in der kulturellen Tradition verwurzelt. Zu den Tänzen spielen nur Schlaginstrumente den Rhythmus, während Blasinstrumente und die Spießgeige banam in allen musikalischen Bereichen, aber nicht zur Begleitung von Tänzen eingesetzt werden. Eine auch bei den Mundas selten gewordene und für die heutige indische Musik ungewöhnliche Stabzither ist die tuila, die als praktisch letzter Überrest der frühen vinas angesehen wird, wie sie im 1. Jahrtausend auf Tempelreliefs abgebildet wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lydia Icke-Schwalbe: Die Munda und Oraon in Chota Nagpur - Geschichte, Wirtschaft und Gesellschaft. Abhandlungen und Berichte des Staatlichen Museums für Völkerkunde Dresden, Band 40. Akademie, Berlin 1983

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Munda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien