Munera

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Dieser Artikel beschreibt einen Begriff aus der römischen Gesellschaft; Munera ist auch der Name einer spanischen Gemeinde, siehe Munera (Albacete).

Munera (lat., Sg. munus) bezeichnete in der römischen Antike generell einen Dienst für die Allgemeinheit. Bei einer Übersetzung ins Deutsche kommen diverse Worte in Betracht, wie Aufgabe, Amt, Geschenk, Opfer, Schauspiel, Gefälligkeit. Ähnlich der griechischen Leiturgie war das Feld der möglichen Leistungen breit gefächert.[1]

Folgende Aufgaben können zu den gängigeren munera gezählt werden:

  • Finanzierung von öffentlichen Spielen und Feierlichkeiten, besonders bei Ädilen[2]
  • Gladiatorenspiel und -dienst (munus gladiatorum)[3]
  • Militärdienst (munera militae), insbesondere der normale Dienst des einfachen Legionärs, der aus Wache, Lagerbau, Transportarbeiten u. ä. bestand
  • Abgaben für die Versorgung der Armee[4]
  • Zivilämter (munera civilia), sowohl ordentliche Magistraturen und außerordentliche Funktionen, wie z. B. Curator aquarum als auch Subalternämter, wie z. B. saccarius (Ladehelfer auf Schiffen)[5]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Helga Botermann: Zu den Gemeinsamkeiten von munera und leiturgia siehe Polis und Imperium, Hameln 2006 (PDF; 68 kB).
  2. Sabine Wussow: Die Persönlichkeit des Cato Uticensis – Zwischen stoischer Moralphilosophie und republikanischem Politikverständnis, Diss. Dortmund 2004, S. 134 ff. (PDF; 3,9 MB).
  3. s. z. B. Sueton, De Vita Caesarum, 39,1.
  4. Georg Oesterdiekhoff: Die römische Militärorganisation, Aachen 2005.
  5. Karsten Drecoll, Die Liturgien im römischen Kaiserreich des 3. und 4. Jh. n. Chr., S. 228 ff.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carsten Drecoll: Die Liturgien im römischen Kaiserreich des 3. und 4. Jh. n. Chr., Stuttgart 1997 (Diss. Freiburg, 1996).
  • Dirk Schlinkert: Ordo Senatorius und Nobilitas: Die Konstitution des Senatsadels in der Spätantike, Stuttgart 1996 (Diss. Göttingen 1995).
  • Gabriele Wesch-Klein: Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit, Stuttgart 1998.
  • Gabriele Wesch-Klein: Commeatus id est tempus, quo ire, redire quis possit. Zur Gewährung von Urlaub im römischen Heer, in: Geza Alföldy, Brian Dobson, Werner Eck (Hgg.): Kaiser, Heer und Gesellschaft in der römischen Kaiserzeit, Stuttgart 2000, S. 459-478.