Munio von Zamora

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Munio von Zamora, Epitaph in Santa Sabina, Rom

Munio von Zamora (* 1237 in Zamora; † Februar 1300 in Rom) war ein spanischer Dominikaner, der siebte Ordensmeister und Bischof von Palencia. Er wird „Gründervater“ der Laiendominikaner genannt, ihm wird die Abfassung der „Regel für die Brüder und Schwestern von der Buße des heiligen Dominikus“ zugeschrieben, die mehr als 600 Jahre überdauerte.[1]

Leben[Bearbeiten]

Munio trat 1257 in den Dominikanerorden ein. Seit 1281 Provinzial seiner Heimatprovinz, wurde er 1285 vom Generalkapitel in Bologna zum Ordensmeister gewählt, obwohl er, anders als seine Vorgänger, kein Universitätsstudium durchlaufen hatte. In seinem ersten Rundschreiben forderte er von den Brüdern und Schwestern des Ordens die strengere Einhaltung der Ordensregeln, vor allem der Armut und der Stille. Nach politischen Ränkespielen sowie Druck von päpstlicher Seite legte er 1291 das Amt des Ordensmeisters nieder und wurde danach zum Bischof von Palencia gewählt. Nach Anfeindungen zog er sich in das Kloster von Santa Sabina in Rom zurück, wo er begraben liegt.

Der Dritte Orden (Terziaren)/ Laiendominikaner[Bearbeiten]

In der Munio zugeschriebenen Regel für die Gemeinschaft der „Brüder und Schwestern von der Buße des Seligen Dominik“ sollten zwei bis dahin getrennte Lebensformen der „vita activa“ und der „vita contemplativa“ angenähert werden. Die Laien versprechen dem Generaloberen den Gehorsam und werden damit in den Dominikanerorden aufgenommen. Die Munio zugeschriebene Regel wurde durch Papst Innozenz VII. approbiert. Diese Initiative Munios war „die wirkungsvollste Handlung seiner Amtszeit“.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Bornewasser: Dominikanerinnen und Dominikaner „in der Welt“. In: Thomas Eggensperger, Ulrich Engel (Hrsg.): Frauen und Männer im Dominikanerorden. Geschichte – Spiritualität – aktuelle Projekte (= Topos-Taschenbücher, Band 223). Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1992, ISBN 3-7867-1660-9
  • William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens (= Dominikanische Quellen und Zeugnisse, Band 4). Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Klaus Bornewasser: Dominikanerinnen und Dominikaner „in der Welt“. In: Thomas Eggensperger, Ulrich Engel (Hrsg.): Frauen und Männer im Dominikanerorden. Geschichte – Spiritualität – aktuelle Projekte (= Topos-Taschenbücher, Band 223). Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1992, ISBN 3-7867-1660-9, S. 194
  2. William A. Hinnebusch: Kleine Geschichte des Dominikanerordens (= Dominikanische Quellen und Zeugnisse, Band 4). Benno-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-7462-1688-5, S. 70
Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni da Vercelli Ordensmeister der Dominikaner
1285–1291
Stephan von Besançon