Munot

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Munot
Festung Munot, Ansicht von Feuerthalen

Festung Munot, Ansicht von Feuerthalen

Entstehungszeit: 1563–1585
Erhaltungszustand: Erhalten
Ort: Schaffhausen
Geographische Lage 47° 41′ 49″ N, 8° 38′ 23″ O47.6969444444448.6397222222222433Koordinaten: 47° 41′ 49″ N, 8° 38′ 23″ O; CH1903: 690162 / 283615
Höhe: 433 m ü. M.
Munot (Schaffhausen)
Munot

Der Munot ist eine Zirkularfestung im Zentrum der schweizerischen Stadt Schaffhausen und gilt als das Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde im 16. Jahrhundert gebaut; kurz nach der Fertigstellung gab es die ersten Zweifel, ob die Anlage dem Stand der Militärtechnik entspricht. Sie diente nur einmal zur Verteidigung: Im Jahre 1799 während des Rückzugs der französischen Truppen vor den Österreichern.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie bei anderen exponierten Befestigungen wird die Idee bemüht, dass an der Stelle des heutigen Munots einst die Römer einen Wachturm als Bestandteil ihrer Grenzbefestigung entlang des Rheins errichtet haben sollen. Belegt ist auf jeden Fall, dass ab 1098 eine Befestigung an dieser Stelle, der sog. «Annot» oder «Unot» (mhd. für „Ohne Not“) stand, welcher anfänglich im Besitz eines Adeligen (vermutlich eines Vogtes) war.

Die heutige Anlage wurde zwischen 1563 und 1585 im Stil von Albrecht Dürers Rondellbefestigung, teilweise auch in Fronarbeit, erbaut und stellt mit ihrem Bergfried eines der wenigen Beispiele des Überganges von einer Burg zu einer modernen Festung dar. Der Munot war Teil der Stadtbefestigung. Der Bau kostete die Stadt 47'528 Gulden, was den Baukosten von etwa 800 Stadthäusern entsprach.

Nach dem Ende der einzigen Belagerung der Festung im Jahre 1799 verlor sie jede Bedeutung und diente als Steinbruch für die wachsende Stadt Schaffhausen. Ab 1826 setzte sich Johann Jakob Beck (1786–1868), Zeichenlehrer an der Kantonsschule, für den Erhalt des Munots ein. Bis 1839 wurde der Munot auf seine Initiative hin restauriert und vor dem Einsturz bewahrt. Am 30. Oktober 1839 wurde der renovierte Munot mit einem grossen Fest wieder eingeweiht. An diesem Tag wurde auch der Munotverein gegründet. Sein erster Präsident und Munotvater wurde Johann Jakob Beck.

Heutige Verwendung[Bearbeiten]

Der Munot dient heute als städtischer Veranstaltungsort und Kulturzentrum. Der Munotverein veranstaltet in den Sommermonaten jeweils am Samstagabend auf der Munotzinne die bekannten Munotbälle mit live Tanzmusik. Zweimal pro Abend wird die Quadrille, auch Française genannt, getanzt. Der Gesellschaftstanz wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich und England erstmals erwähnt. Seit über hundert Jahren wird dieser überlieferte Tanzreigen während der Munotbälle zelebriert. Der Tanz gliedert sich in fünf Touren mit genau festgelegten Schrittfolgen und dauert etwa 20 Minuten.

Jedes Jahr nach den Sommerferien führt der Munotverein das Munotkinderfest mit abschliessendem grossem Feuerwerk durch.

Baudaten[Bearbeiten]

Der Munot stellt sich heute als ein zylindrisches Gebäude mit einem Durchmesser von 50 m dar. Die Höhe des gemauerten Zylinders beträgt bis zur obersten Geschützplattform etwa 25 m bei einer Mauerdicke von 4 m. Der mit einem Spitzdach gekrönte Turm der Festung ist nochmals 15 m höher. Im Turm befindet sich auch die Wohnung des Munotwächters, der sich um die Damhirschkolonie im Munotgraben kümmert und jeden Abend um 21 Uhr von Hand das Munotglöckchen läutet.

Von Interesse ist die massive Kasematte im Inneren der Festung. Das rund vier Meter dicke Gewölbe wird von neun Pfeilern getragen. Bei der Planung der Festung war noch nicht vorgesehen, den Hof zu überdecken. Die Kasematte wird durch vier kreisrunde Lichtschächte erhellt.

Der Munot besass als Annäherungshindernis einen Trockengraben. Im Graben befinden sich drei so genannte Grabenkaponnieren, die von steinernen Kuppeln zum Schutz der darunter befindlichen Artillerie gekrönt sind. Diese Bauart war ihrer Zeit weit voraus, denn Panzerkuppeln aus Hartguss oder Gussstahl kamen erst im 19. Jahrhundert auf.

Der 76 Aren grosse Munot-Rebberg (49 Aren Blauburgunder-Reben und 27 Aren Tokayer- oder Pinotgris-Reben) gehört der Stadt Schaffhausen und liefert jedes Jahr zwischen 5000 und 7000 Liter „Munötler“.

Weitere Verwendungen des Begriffes Munot[Bearbeiten]

Auf den Namen MS Munot wurde 1998 das modernste Motorschiff der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein getauft.

Das Schaffhauser Lokalradio nennt sich nach dem Wahrzeichen der Stadt Radio Munot.

Die zweitälteste Mittelschulverbindung von Schaffhausen nennt sich Munot.

Die Schweizerische Nationalbank gab 2007 eine 20 Fr.-Gedenkmünze heraus mit dem Sujet Munot.

Der Name der U15-Inter-Mannschaft "Rhyfall Munot" besteht aus den zwei bekannten Orten, dem Rheinfall und Munot.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weitere erhalten gebliebene Bauwerke der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung von Schaffhausen sind:

Literatur[Bearbeiten]

  •  Reinhard Frauenfelder: Der Munot zu Schaffhausen. Baugeschichtlicher Führer. Schaffhausen 1947.
  •  Ernst Hunkeler: Der Munot. Führer zur Burgfeste in Schaffhausen. Meili, Schaffhausen 1989, ISBN 3-85805-200-0 (48 Seiten).
  •  Werner Meyer, Hans Ulrich Wipf: Der Munot in Schaffhausen. Schweizerische Kunstführer GSK, Bern 1992, ISBN 3-85782-501-4.
  • Karl Schmuki: Der Munot, das Schaffhauser Wahrzeichen, im Lichte von Reisebeschreibungen des 18. und 19. Jahrhunderts, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 108. Jg. 1990, S. 197–212 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Munot – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien