Die Muppet Show

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Seriendaten
Deutscher Titel Die Muppet Show
Originaltitel The Muppet Show
Muppetshow-logo.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich
USA
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1976–1981
Produktions-
unternehmen
Associated Television
Henson Associates
Incorporated Television Company
The Jim Henson Company
Länge 25 Minuten
Episoden 120 in 5 Staffeln
Idee Jim Henson
Erstausstrahlung 5. September 1976 (UK) auf Independent Television
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
3. Dezember 1977 auf ZDF
Episodenliste

Die Muppet Show (The Muppet Show, UK/USA 1976–1981) war eine erfolgreiche Fernsehserie (Puppenspiel/Comedy) mit den Muppets von Jim Henson und Frank Oz. Die Sendung wurde in mehr als 100 Ländern ausgestrahlt. In Deutschland lief die Serie von 1977 bis 1981 im ZDF, für die Synchronisation war der deutsche Dialogregisseur Eberhard Storeck verantwortlich. Seit Januar 2014 sind die Folgen erneut im deutschen Disney Channel zu sehen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Muppet Show ist ein Varieté mit verschiedensten Unterhaltungs-Darbietungen von Puppen, mit jeweils einem prominenten (menschlichen) Gaststar pro Folge. Der Name Muppets ist ein Kunstwort und hat keine besondere Bedeutung. Jim Henson gab längere Zeit an, es setze sich aus Marionette und Puppets zusammen, relativierte diese Aussage jedoch später.[1]

Die Show wird von Kermit dem Frosch vor einem sehr bunten Puppen-Publikum präsentiert. Kermit hat dabei alle Mühe, das Chaos vor und hinter der Bühne im Rahmen zu halten.

Insgesamt wurden 120 Folgen der klassischen Muppet Show zwischen 1976 und 1981 produziert. Außerdem entstanden bisher sieben abendfüllende Spielfilme und diverse TV-Specials. 1996 bis 1997 wurde die weniger erfolgreiche Nachfolgeserie Muppets Tonight! (20 Episoden) ausgestrahlt, die ein ähnliches Konzept wie die ursprüngliche Muppet Show verfolgte. Man verlegte die Show aus einem Theater in ein Fernseh-Studio. Kermit verlagerte sein Engagement in dieser Parodie auf die in den USA erfolgreichen Late-Night-Shows hinter die Kulissen; Moderator wurde der einem Pferd ähnelnde, Rastalocken tragende Clifford. Von 1984 bis 1991 lief die Zeichentrick-Serie Muppet Babies (107 Episoden), und 2006 wurde für den französischen Privatsender TF1 die Sendung Muppets TV (10 Episoden) produziert.

Geschichte[Bearbeiten]

Henson entwickelte die ersten Puppen bereits während seiner Studienzeit. Seine erste Serie Sam and Friends spielte in fünf Minuten-Folgen im Nachtprogramm eines Lokalsenders. Der Erfolg der Sendung führte dazu, dass Henson weitere Puppen entwickelte, und diese in oft überdreht-anarchischen Werbespots auftraten.[2]

Der erste Muppet, der später in der Muppet-Show auftreten sollte, war Rolf, der Hund (im Original Rowlf). Er hatte bereits 1963 einen Auftritt in einem Werbespot für Hundefutter. Rolf kam beim Publikum gut an und erhielt regelmäßige Auftritte in der Jimmy Dean Show. Neben den Werbespots drehte Henson im Laufe der Zeit verschiedene Märchenfilme mit Puppen. Weitere Puppen wurden 1969 mit der Kinderserie Sesamstraße berühmt. Für Henson war der Erfolg der Sesamstraße ein zweischneidiges Schwert, da viele Fernsehproduzenten das Potenzial der Puppen einzig und allein in der Kinderunterhaltung sahen.

Während es Henson nicht gelang, in den USA einen Produzenten für eine Puppen-Show für Erwachsene zu finden, gestaltete sich dies im Vereinigten Königreich anders. Lew Grade beauftragte Henson, für den Sender ITV eine Puppenshow für Erwachsene zu produzieren.[3] 1975 unterschrieb Henson dort einen Vertrag über die Produktion von 24 Episoden der Muppet Show. Da alle Folgen in London produziert werden sollten, zog Henson mit sämtlichen Puppen und seinem Material dorthin.[3] Mit der Muppet Show bewies Henson, dass man mit Puppenspiel auch Erwachsene ansprechen kann. Die erste gedrehte Folge war The Muppet Show: Sex and Violence, die aber erst einige Jahre später ausgestrahlt wurde.[2]

Produktion[Bearbeiten]

Das Grunddesign der Puppen entwickelte Jim Henson bereits in seiner Studienzeit für andere Formate. Das spezielle Design der Puppen der Muppet-Show wurde maßgeblich vom Puppenbauer Don Sahlin geprägt, der seit 1961 mit Henson zusammenarbeitete. Die meisten frühen Puppen der Show fertigte Sahlin nach Skizzen von Henson an. Dabei arbeitete Sahlin vor allem mit der Methode viel von Hensons Zeichnungen wegzulassen, und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Später kamen noch andere Designer und Puppenbauer wie Bonnie Erickson und Michael Frith hinzu, die spätere Puppen entwarfen und bauten.[4]

Wichtigste Anforderung an die Puppen war, dass diese leicht und beweglich sein mussten. Auch wenn es alle Arten von Puppen gab, bestanden die meisten aus einer Grundform aus Schaumstoff, der mit Webpelz, Fell, Federn oder anderen Materialien überzogen oder beklebt und eingefärbt ist. Teilweise sind die Puppen mit Elektrik versehen, die es erlaubt per Fernsteuerung einzelne Teile wie zum Beispiel die Augen bewegen können.[5]

Die meisten Puppen, wie etwa Kermit und Miss Piggy, werden von einem Spieler mit der Hand und einem Stock gespielt. Dabei steckt seine rechte Hand im Kopf der Puppe, bewegt diesen und den Mund, während er mit der linken Hand Stöckchen betätigt, die an den Händen der Puppe angebracht sind. Sogenannte "Puppen mit lebenden Händen" wie Rowlf oder Fozzie Bär werden von zwei Spielern gespielt. Der Hauptspieler bewegt mit seiner rechten Hand den Kopf und Mund der Puppe, während die linke Hand in der linken Hand der Puppe steckt. Die rechte Hand der Puppe wird von der rechten Hand eines zweiten Puppenspielers gespielt. Größere Puppen, die nur Nebenrollen darstellen, waren entweder Personen im Kostüm oder aber große Puppen, die nur durch Stöcke an Gurten der Puppenspieler gespielt wurden. Die Puppenspieler selbst sind dazu schwarz gekleidet und geschminkt und treten vor einem schwarzen Hintergrund auf.[6]

Die Spieler hielten die Puppen normalerweise direkt über dem Kopf. Eine Kamera und alle notwendigen Requisiten waren in etwa 2,50 Meter Höhe angebracht, um direkt auf Augenhöhe mit den Puppen zu sein. Die Puppenspieler selbst schauten dabei weder auf die Puppen noch auf ihre Mitspieler, sondern auf Bildschirme, die überall im Studio verteilt waren, und direkt das Geschehen - wie es von der Kamera gesehen wurde - einfingen. Die Produktion einer Folge dauerte im Normalfall drei Tage. Dabei konnten einzelne aufwendige Szenen schon alleine einen Tag in der Aufnahme andauern.[7]

Stars der Muppet Show[Bearbeiten]

Kermits Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood

Kermit der Frosch[Bearbeiten]

Kermit der Frosch ist der Produzent und Conférencier der Muppet Show. Seine schwierige Aufgabe besteht darin, alle bei Laune zu halten und den Ablauf der Show zu koordinieren. Zu Beginn jeder Show sieht man den Schriftzug „MUPPET SHOW“. Dann öffnet sich eine Klappe im Buchstaben „O“ und Kermit erscheint, um den Stargast anzukündigen. Noch während er spricht, fährt der Schriftzug nach oben, die Titelmusik beginnt und Kermit muss zusehen, dass er nicht aus dem „O“ heraus auf die Bühne hinunterfällt.

Kermit muss sich immer um Miss Piggy kümmern, die hinter ihm her ist, deren Liebe er aber eigentlich nicht erwidert. Er muss Fozzie aufheitern, wenn mal wieder ein Witz danebengegangen ist, die Stargäste betreuen und dann auch noch den nächsten Auftritt ansagen. Sein Markenzeichen in der deutschen Übersetzung ist der (im Original nicht vorkommende) Ruf „Applaus, Applaus, Applaaaaus!“, mit dem er jede Ansage beendet. Ein weiteres bekanntes Zitat ist: „Ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner grüner Haufen!“

Kermit ist die einzige Figur, die sowohl in der Sesamstraße als auch in der Muppet Show regelmäßig auftritt. Sie wurde bereits am 14. Oktober 1955 als erste Puppe von Jim Henson für die fünfminütige Fernsehserie Sam and Friends entwickelt und von ihm nach einem Schulfreund (Theodore Kermit Scott) benannt.

Kermit wurde von Jim Henson gespielt und später in der amerikanischen Originalfassung der Sesame Street auch von ihm gesprochen. Seit seinem Tod wird Kermit von Steve Whitmire gespielt und in der originalen englischen Fassung ebenfalls gesprochen. In der deutschen Fassung der Sesamstraße wird Kermit von Andreas von der Meden synchronisiert, in der Muppet Show hingegen von Horst Gentzen. Nach dessen Tod im Jahre 1985 übernahm von der Meden auch sämtliche Synchronparts für Kermit in den Muppet-Filmen, mit Ausnahme des 2011 erschienenen Films Die Muppets.

Die ursprüngliche Puppe von Kermit wurde unter anderem aus einem grünen Übergangsmantel gefertigt, der Jim Hensons Mutter gehört hatte. Quer über Kermits Nase verläuft eine fast unsichtbare Naht.[5] Kermit hat einen Stern auf dem Walk of Fame.

Der Name Kermit ist schottischen Ursprungs (Mac Dhiarmaid) und bedeutet „Sohn Dermots“ (Diarmad bzw. Dermot bedeutet „freier Mann“). Kermit der Frosch gilt als Symbol und Maskottchen der Jim Henson Company. Nach ihm wurde auch ein Computerprogramm benannt (siehe Kermit). Marina and the Diamonds sang 2010 den Song "Hermit the frog" als Anspielung auf Kermit.

Miss Piggy[Bearbeiten]

Hauptartikel: Miss Piggy.

Miss Piggy ist eine glamouröse und kapriziöse Schweine-Diva, Schauspielerin und Sängerin mit Rubensfigur. Sie wäre gerne mit Kermit liiert, betrachtet ihn oft als ihr Eigentum und lässt ihren Frust häufig mit kraftvollen Schlägen an ihm aus. Neben ihren Gesangsdarbietungen ist sie auch in den wiederkehrenden Sketchen „In der Tierklinik“ sowie „Schweine im Weltall“ zu sehen. Ursprünglich war Miss Piggy lediglich eine Nebenfigur. Bereits in der ersten Staffel wurde jedoch ein so großes Potenzial in ihr erkannt, dass ihr Charakter zu einer der wichtigsten Rollen ausgebaut wurde. Dies ist auch sehr gut an der Puppe selbst zu sehen: War diese zu Beginn der Serie noch eher unscheinbar, wurde sie bereits in der zweiten Staffel deutlich glamouröser mit markanteren Gesichtszügen und einer deutlich üppigeren Garderobe.

Frank Oz spielte und sprach die Puppe bis 2001,[8] seitdem ist Erik Jacobson der Puppenspieler hinter der Puppe. In der deutschen Version sprach die Schauspielerin Marianne Wischmann ihre Stimme dieser Puppenfigur. Das änderte sich erst 1993 mit dem Film „Die Muppets-Weihnachtsgeschichte“, als größerer Wert auf die Ähnlichkeit mit der Originalstimme gelegt wurde. Seitdem spricht Berno von Cramm Miss Piggy.

Fozzie Bär[Bearbeiten]

Ein orange-brauner, zotteliger Bär mit Hut und rosa gepunktetem Halstuch, der sich als Komiker versucht. Aber niemand findet seine Witze lustig und so wird er nach seinen Auftritten meistens von Minderwertigkeitskomplexen heimgesucht. Regelmäßig gibt es spöttische Zwischenrufe aus dem Publikum, besonders von Statler und Waldorf, den beiden alten Herren, denen aber auch gar nichts gefällt. Kermit redet ihm dann jeweils gut zu und baut ihn wieder auf.

Die Konstruktion, mit der es Fozzie möglich ist, mit den Ohren zu wackeln, hat der Puppenhersteller Faz Fazakas entworfen. Häufig wird daher angenommen, dass sich der Name Fozzie auf ihn bezieht. Die tatsächliche Herkunft des Namens ist jedoch ungesichert.

Anfangs wurde Fozzie vom Puppenspieler Frank Oz gespielt und gesprochen, in den letzten Jahren ist er von Eric Jacobson dargestellt worden und auch von Todd Coyle gespielt worden. Seine deutsche Stimme ist Bruno W. Pantel.

Gonzo[Bearbeiten]

Puppenspieler Dave Goelz

Gonzo der Große (im Original Gonzo The Great) ist Stuntman. Allerdings geht bei seinen waghalsigen Stunts immer etwas schief. Gonzo wurde entwickelt und gespielt von Dave Goelz, seine deutsche Stimme in der Muppet-Show steuerte Werner Abrolat bei. In den Filmen übernimmt seinen Part Gudo Hoegel.

Der „Blaumann” mit der langen Nase versucht um jeden Preis, Aufmerksamkeit zu erregen. Gonzo spielt auch die Trompete bei der Eröffnungsmusik. Bei den ersten drei Staffeln fährt der Schriftzug „MUPPET SHOW” am Ende des Intros ein zweites Mal von oben ins Bild herein. In der ersten Staffel will Gonzo den Buchstaben „O“ als Pauke benutzen, was eigentlich jedes Mal schiefgeht. Ab der zweiten Staffel sitzt Gonzo im Buchstaben „O“, und während der Chor in der Eröffnungsmusik das letzte Wort „Shoooooow” singt, bläst Gonzo in die Trompete, wobei er es (fast) jedes Mal nicht schafft, ihr einen normalen Ton zu entlocken. Mal explodiert sie, mal wird ein Luftballon im Trichter aufgeblasen, mal regnet es Konfetti usw. Ein einziges Mal während der ganzen Folgen – mit Gaststar John Cleese – gelingt es Gonzo, der Trompete einen klaren Ton zu entlocken.

Im Spielfilm Muppets aus dem All (Muppets from Space, 1999) wird Gonzos Herkunft geklärt. Nicht zu wissen, zu welcher Spezies er gehört und keine „Artgenossen” zu finden, belastete Gonzo im Verlauf der diversen Spielfilme und Muppet-Show-Folgen immer wieder sehr. Nachdem Gonzo im Traum der Zugang zur Arche Noah versagt wird, da er nicht sagen kann, „was” er eigentlich ist und angibt, er sei ein „Einzelstück”, empfängt er morgens über sein Frühstücksmüsli eine Nachricht. Am Ende stellt sich heraus, dass Gonzo ein Außerirdischer ist, der Jahre zuvor auf der Erde zurückgelassen werden musste. Als es soweit ist, dass ihn seine Verwandten wieder mit ins All nehmen wollen, stellt er jedoch fest, dass er seine liebgewonnenen Freunde nicht verlassen möchte, und bleibt freiwillig auf der Erde.

In den 1980er Jahren stand das Wort „Gonzo“ synonym für eine lange Nase oder ein Missgeschick. Im US-Amerikanischen wird damit ein Exzentriker bezeichnet.

Waldorf und Statler[Bearbeiten]

Die zwei älteren Herren beobachten das Geschehen auf der Bühne von ihrer Loge aus und kommentieren jeden und alles mit sarkastischen Äußerungen, da ihnen kein Auftritt gefällt. Obwohl sie sich benehmen, als sei die Muppet Show das Allerletzte, sind sie Stammgäste und haben (mit Ausnahme der Show mit Danny Kaye als Gaststar) keine Show verpasst. Dank ihrer Sprüche – vor allem ihrer Schlussworte nach dem Abspann – wurden sie zu den heimlichen Stars der Show, obwohl sie ihre Loge nur selten für kurze Bühnenmomente verließen. Benannt wurden die beiden Herren nach den New Yorker Hotels Statler und Waldorf-Astoria – Waldorfs gelegentlich erwähnte Frau heißt folgerichtig Astoria. Statler (der grauhaarige) und Waldorf (der weißhaarige mit Schnauz) haben auch Vornamen. Sie werden in der Show allerdings nie gebraucht. In einem Weihnachtsspecial nennen sie sich „Herbert“ (Statler) und „Charles“ (Waldorf).

Waldorf, im Original von Jim Henson gespielt und gesprochen, wurde von Walter Reichelt synchronisiert. Statlers Stimme steuerte Manfred Lichtenfeld bei. Im Original gestaltete Richard Hunt die Figur.

Die Figuren wurden auch schon in Werbespots verwendet und dienten als Vorbild für die Komödianten Diether Krebs und Carry Goossens in ihrer gemeinsamen Comedy-Serie Der Dicke und der Belgier, in der sie zwei betrunkene Obdachlose mimten, die zum Episoden-Schluss sarkastische Kommentare zu ihrer eigenen Show abgaben.

Scooter[Bearbeiten]

Ein zappeliger Typ mit gelb-orangefarbenem Kopf, Brille und glänzend grüner Jacke. Kermit hat ihn etwas widerwillig als „Mädchen für alles” angestellt, weil seinem Onkel das Theater gehört. Daran erinnert Scooter immer dann, wenn es zwischen ihm und Kermit zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Kermit verzieht dann meist den Mund und gibt nach. Es ist Scooter, mit dem – noch vor Beginn der Titelmelodie und Kermits Ansage – jede Folge der zweiten, dritten und vierten Staffel beginnt. Scooter begibt sich in die Garderobe des jeweiligen Gaststars, um zu verkünden, es seien noch so-und-soviel Sekunden bis zum Auftritt. Meistens macht der Gaststar dabei einen kleinen Witz (oft auf Scooters Kosten), irgendetwas geht zu Bruch, etwas fängt an zu brennen, Hühner flattern durch die Garderobe usw. Puppenspieler Scooters war Richard Hunt, in der deutschen Fassung sprach Christina Hoeltel den Part, die Gesangseinlagen übernahm jedoch meistens Eberhard Storeck. Scooter ist die einzige Figur der Muppet Show, die fast durchgehend ihre deutsche Originalstimme behielt. Lediglich im Film Das größte Muppet Spektakel aller Zeiten synchronisierte ihn Christina Hoeltel nicht. Scooters erster Auftritt in der ersten Staffel war die zweite Folge mit dem Gaststar Jim Nabors, die in Deutschland als sechste ausgestrahlt wurde, so dass er auch schon in zuvor ausgestrahlten Folgen zu sehen war.

Sam, der amerikanische Adler[Bearbeiten]

Der Moralapostel mit Hang zur Zensur ist ein Seitenhieb auf den konservativen Patriotismus in den USA. Das US-Wappentier ist ein Weißkopfseeadler, der alles übersehende Staat wird häufig auch „Uncle Sam“ genannt. Sam hält meistens ausufernde Reden über Moral und Sittenverfall, nur um entweder unsanft unterbrochen zu werden oder sich am Ende selbst zu widersprechen. In der ersten Staffel ist es stets Sam, der „mit vor Stolz geschwellter Brust“ das Gesangsduo Wayne&Wanda ansagt, welches er für den einzig kulturell wertvollen Beitrag in dem seiner Meinung nach ansonsten fragwürdigen Programm der Show hält. Seine würdevoll-wichtigtuerische Stimme steuerte Wolf Ackva bei, Originalspieler und -sprecher war Frank Oz. Auch Sams Aussehen beruht auf einem Wortspiel: Der Weißkopfseeadler heißt auf Englisch „Bald Eagle”, also „Glatzköpfiger Adler” – was Sams Frisur hinreichend beschreibt.

Der Nachrichtensprecher[Bearbeiten]

Der namenlose Nachrichtensprecher (im Original The Muppet Newsman) mit gelbem Gesicht, der erst ab Mitte der 1. Staffel eine Brille trug, verlas stets hektisch die Muppetnachrichten. Die deutsche Stimme stammt von Franz Rudnick. Die von ihm verlesenen Nachrichten nahmen nicht selten noch während der Nachrichtensendung Gestalt an. So tauchte ein Gefängnisausbrecher, vor dem noch eben gewarnt wurde, plötzlich im Studio auf und der dänische Koch, der laut Nachrichten heute Froschschenkel- bzw. Hühnersuppe zubereitet, jagte eines von Gonzos Hühnern oder Robin durchs Bild.

Der dänische Koch[Bearbeiten]

Die Kochsendung des dänischen Kochs (im Original Swedish Chef) ist fester Bestandteil der Muppet Show. Er wurde als Parodie auf die immer populärer werdenden Fernsehköche in den 1970er Jahren geschaffen; als mögliche Vorlage werden verschiedene Köche genannt, unter anderem Friedman Paul Erhardt.[9]

Er trägt stets eine weiße Kochmütze sowie einen braunen Schnauzbart. Seine Augenbrauen sind so dicht und struppig, dass man seine Augen nicht sehen kann. Außerdem ist der Koch eine der wenigen Puppen, deren Hände direkt gespielt werden. Er benötigte daher zwei Spieler, Jim Henson für die eigentliche Puppe und Frank Oz für die Hände. Der Puppen-Spieler schlüpfte dabei in das Gewand und steckte seine Hände durch die Ärmel der Kochschürze. Nur so war es möglich, wild gestikulierend und werkelnd in der Küche Zutaten herumzuschmeißen, was zu einem seiner Markenzeichen wurde. Ein weiteres Markenzeichen ist seine unverständliche, wirre Kauderwelsch-Sprache „Børk“ mit dem übertriebenen skandinavischen Akzent und dazwischen gestreuten „verskandinavierten“ englischen Worten (Beispiel: „Hüm des güln de hob de gorang de schokolad müüs“ aus der Folge, in der Mousse au Chocolat gemacht wird). Im Gegensatz zum Original sprach der Koch in der deutschen Fassung mit weitgehend zusammenhängenden deutschen (oder sehr deutsch-ähnlichen) Sätzen. Der berühmteste Satz in der deutschen Ausgabe der Muppet Show ist das Lied Smørrebrød, Smørrebrød røm, pøm, pøm, pøm“, mit dem er meistens das Publikum begrüßt. Es stammte vom Synchronautor Eberhard Storeck, der dem Koch auch seine Stimme lieh. In neueren Verfilmungen übernehmen Engelbert von Nordhausen und Hartmut Neugebauer diesen Part. Dargestellt und im Original gesprochen wurde der Koch von Jim Henson.[8]

Der Koch kommt auf sehr ungewöhnliche Ideen und interpretiert bekannte Gerichte sehr seltsam. Beispielsweise bestand sein Rezept für Mousse au Chocolat daraus, geschmolzene Schokolade auf einem Elch zu verteilen („moose“ bedeutet im Englischen „Elch“). Storeck versuchte das Wortspiel in die deutsche Version hinüber zu retten, indem er das französische „mousse“ mit dem deutschen „Mus“ und eben dem englischen „moose“ mit Hinweis auf ein altes englisches Rezept verband.

Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner und Assistent Beaker[Bearbeiten]

Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner (im Original Dr. Bunsen Honeydew) ist der leitende Wissenschaftler im Muppetlabor. Sein Name bezieht sich auf den in Chemielaboren anzutreffenden Gasbrenner des Typs Bunsenbrenner sowie seinen Erfinder Robert Wilhelm Bunsen. Prof. Dr. Honigtau Bunsenbrenner erfindet seltsame Gerätschaften, die meistens auch tatsächlich funktionieren – oft aber nur kurzzeitig und dann auch häufig zum Schaden seines Assistenten Beaker (engl. für Becherglas), der sie testen muss. Ein typischer Ausspruch des Professors lautet: „Und wer anderes als unser werter Assistent Beaker würde sich freiwillig bereit erklären, dieses … für uns auszuprobieren.” Die typische Reaktion von Beaker sind verdrehte, hilfesuchende Augen und sein hysterisches „Mi, Mi, Mi“, mit einer einzigen Ausnahme im Film Muppet Movie („Mi, Mi, Mu, Mu, Mi, Mi“) – das Einzige, was er je von sich gegeben hat. Dr. Bunsenbrenner wurde von Dave Goelz gespielt, seine deutsche Stimme stammt von Kurt Zips. Seit dessen Tod leiht Mogens von Gadow der Figur seine Stimme. Die Puppe des Dr. Bunsenbrenner hat keine Augen, diese werden lediglich durch eine Brille angedeutet. Beaker wurde von Eberhard Storeck synchronisiert.

Beauregard[Bearbeiten]

Beauregard ist der Hausmeister des Muppet-Theaters, stets etwas geistesabwesend und schwer von Begriff, aber herzensgut und hilfsbereit. Zerstreut wie er ist, greift er manchmal unbedacht in die Handlung ein oder löst durch liegen gelassene Utensilien chaotische Kettenreaktionen aus. Aber auch dadurch lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Beauregard tritt erstmals in Staffel 3 in Erscheinung. In der ersten Staffel war der griesgrämige George noch Hausmeister im Muppet Theater. Puppenspieler war Dave Goelz,[6] deutscher Sprecher Donald Arthur.

Rizzo[Bearbeiten]

Rizzo ist eine Ratte aus Brooklyn, New York City, die meistens in Teenager-Klamotten (zum Beispiel College-Jacke) gekleidet ist. Gespielt (beziehungsweise geführt) wurde sie von Steve Whitmire. Seit „Die Muppets-Weihnachtsgeschichte“ sieht man ihn häufig zusammen mit Gonzo.

Camilla[Bearbeiten]

Camilla ist eins von Gonzos Hühnern und sein absolutes Lieblingshuhn.

Dr. Julius Speckschwarte[Bearbeiten]

Der „geheimnisvolle Dr. Speckschwarte“ (im Original Dr. Julius Strangepork) tritt als Wissenschaftsoffizier in den Sketchen der Reihe „Schweine im Weltall” auf. Er ist eine Anspielung auf Dr. Seltsam (engl. Dr. Strangelove) aus einem Film von Stanley Kubrick. Dr. Speckschwarte wurde von Mogens Von Gadow synchronisiert.

Link Ringelschwanz[Bearbeiten]

Link ist ein weiteres Schwein. Er tritt ab der 2. Staffel als Captain des Raumschiffs Schweinetrek in der wiederkehrenden Sketchserie „Schweine im Weltall“ auf. Daneben ist er später auch in der Sketchserie „Polizeibär“ zu sehen. Link ist außerdem auch bei anderen Auftritten als Sänger dabei. Seine Beziehung zu Miss Piggy ist ambivalent. Scheint es manchmal so als hätte Link eine Schwäche für die Schweinedame, treten die beiden in anderen Situationen in gegenseitige Konkurrenz, um im Mittelpunkt zu stehen. Link wurde von Harald Baerow synchronisiert.

Rowlf[Bearbeiten]

Rowlf ist ein Hund, der Klavier spielt und dazu singt. Wenn er etwas sagt, sind es meistens sehr bissige Kommentare. Bekannt waren auch Rowlfs Unterhaltungen mit einer sprechenden Beethoven-Büste auf seinem Konzertflügel. Rowlf wurde von Jim Henson gespielt, deutscher Sprecher war Michael Rüth. Da Rowlf von Henson gesprochen wurde, beschloss man aus Respekt vor Henson, dass nach dessen Tod im Jahr 1990 Rowlf in künftigen Produktionen stumm bleiben würde. Dies wurde nur bis 1996 beibehalten, seither wird Rowlf von anderen Puppenspielern gesprochen.

Rowlf ist die älteste Figur der Muppet-Show, die bereits in den frühen 1960ern für Werbefilme für Hundefutter erfunden wurde. Gefertigt wurde die Puppe ursprünglich aus synthetischem Plüsch-Pelz, Schaumstoff und Plastik.[10]

Electric Mayhem[Bearbeiten]

Gato Barbieri, Inspiration für die Puppe von Zoot.

The Electric Mayhem (deutsch: „Das elektrische Chaos“) ist die Hausband der Muppet Show. Zu ihr gehören Dr. Goldzahn, Floyd Pepper, Janice, Tier und Zoot. Mit Ausnahme von Janice und Tier sind sie üblicherweise nicht in Sketchen zu sehen, sondern spielen lediglich Musik, bzw. tauchen hinter der Bühne auf.

Dr. Goldzahn[Bearbeiten]

Dr. Goldzahn (im Original Dr. Teeth) ist der Bandleader von Electric Mayhem. Er spielt Elektro-Orgel und hält die Show mit Gesangsnummern auf Trab. Er trägt meistens verrückte Outfits mit viel Glitzer und einen großen rosa Hut. Inspiriert wurde diese Figur durch den amerikanischen Pianisten und Sänger Mac Rebenack, besser bekannt als Dr. John. Gespielt und im Original gesprochen wurde Dr Teeth von Jim Henson.[8] Auf deutsch gesprochen wurde er von Heini Göbel. Seine Singstimme übernahm Manfred Lichtenfeld.

Sgt. Floyd Pepper[Bearbeiten]

Floyd ist der Hippie-Bassist der Hausband. Er trägt einen Pferdeschwanz, einen langen roten Schnurrbart, eine grüne Soldatenmütze und eine rote Fantasieuniformjacke, die ganz bewusst den Jacken nachempfunden ist, die die Beatles auf dem Albumcover von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band tragen. Angeblich ist diese Puppe das Abbild von Jim Henson selbst. Seine pinke Hautfarbe geht auf einen Insider-Scherz zurück; er ist ein „Pink Floyd“. Floyd ist einer der wenigen Muppets, die einen gewissen Einfluss auf Tier (s. nächster Eintrag) haben. So wird in einigen Folgen erwähnt, dass dieser sein Haustier ist und Tier wird auch von Floyd an der Leine geführt. Floyd wurde im Original von Jerry Nelson gespielt und gesprochen,[8] im in der deutschen Synchronisation sprach Paul Lasner.

Tier[Bearbeiten]

Tier (im Original Animal) ist der wahnsinnige zottelhaarige Schlagzeuger, der an das Schlagzeug angekettet ist. Diese Puppe ist äußerst zappelig, äußert sich vorwiegend durch gutturale Grunzlaute und kommuniziert großteils über ihr Schlagzeug. Zu dieser Figur wurde Henson durch Keith Moon, den Drummer von The Who, inspiriert. Der 2002 verstorbene Schlagzeuger Ronnie Verrell war der Musiker, der dem Tier seine Fähigkeiten lieh, unter anderem auch in dem legendären Drum-Battle mit Buddy Rich.[11] Gespielt wurde Tier von Frank Oz.[8] Tier wurde von Harald Baerow synchronisiert, später von Hartmut Neugebauer.

Zoot[Bearbeiten]

Zoot spielt Tenor-Saxophon. Er vermutet, dass das Publikum zu wenig von Musik versteht, um sein Talent zu schätzen. Vorbild für den Namen ist der Jazzsaxophonist Zoot Sims, für die Gestaltung der Puppe diente der Musiker Gato Barbieri als Vorbild.[12] Auch Zoot wurde im Deutschen von Harald Baerow gesprochen. Gespielt und im Original gesprochen wurde er von Dave Goelz.[6]

Lips[Bearbeiten]

Lips (deutsch: „Lippen“) kommt erst ab der fünften Staffel vor und spielt Trompete.

Janice[Bearbeiten]

Janice ist Solo-Gitarristin in der Muppet-Band Electric Mayhem und mit Floyd Pepper liiert. Sie tritt auch regelmäßig in den Tierklinik-Segmenten auf.

Marvin E. Suggs[Bearbeiten]

Der leicht durchgeknallte Musiker überrascht immer wieder mit neuen Ideen darüber, wie sich Gegenständen, vor allem aber Lebewesen „Musik“ entlocken lässt. Meistens geschieht das bei Suggs dadurch, dass er seine „Instrumente“ malträtiert, indem er ihnen auf den Kopf schlägt und sich dann aus den unterschiedlichen Schmerzensäußerungen seiner Opfer Tongebilde formen. Zumeist tritt Suggs mit seinen sechs lebenden Muppaphonen – einer Art Marimbaphon – auf, scheut aber auch vor Einlagen mit einem „Gemüse- und Früchte-Gesangsverein“ nicht zurück. Gespielt wurde Suggs von Frank Oz.[8]

Crazy Harry[Bearbeiten]

Ein wildes Männchen mit wirren Haaren, irrem Blick und wildem Lachen. Er ist der pyrotechnische Experte der Show mit einer Vorliebe für Bomben und den großen Knall. Meistens sieht man ihn mit einer Zündmaschine in der Hand. Wenn jemand während der Vorstellung unbedachterweise das Wort „Bombe“ in den Mund nimmt, kann es sein, dass Harry bei diesem Stichwort sofort auf der Bildfläche erscheint und eine Explosion auslöst. Außerdem spielt er im Muppet-Orchester die Triangel. In Staffel eins und zwei hieß die Figur noch Crazy Donald. Deutscher Sprecher ist Eberhard Storeck.

Sweetums[Bearbeiten]

Sweetums ist ein großes, gefährlich aussehendes Monster, das jedoch sehr lieb und teilweise etwas tollpatschig ist. Es tritt im Vorspann auf und ist auch in zahlreichen Folgen dabei. Puppenspieler war Richard Hunt, deutscher Sprecher Herbert Weicker.

Lew Zealand[Bearbeiten]

Lew tritt sporadisch ab Staffel 3 in Erscheinung und versucht, Kermit davon zu überzeugen, ihn und seine grandiose Bumerang-Fisch-Nummer zur Show zuzulassen. Kermit lässt sich aber in der Regel nicht breitschlagen, denn die Fischnummer hat einen entscheidenden Haken: Die weggeworfenen Fische kommen überhaupt nicht zurück. Lew besteht jedoch regelmäßig auf der Tatsache, dass die Fische in den Proben durchaus zurückkämen. Gespielt und gesprochen wurde er von Jerry Nelson.[8] Deutscher Synchronsprecher war Michael Habeck.

Wayne & Wanda[Bearbeiten]

Ein Gesangsduo, dem es nie gelingt, seine Lieder zu Ende zu singen. Als Inbegriff konservativer Unterhaltung im Stil der 50er Jahre werden ihre altmodischen Auftritte von Sam dem Adler wärmstens empfohlen. Sie verschwinden nach der ersten Staffel, der Zuschauer erfährt erst in Staffel 4, dass sie gefeuert wurden. Lediglich Wayne tritt zwischenzeitlich noch in verschiedenen Sketchen auf. Wayne wurde von Harald Baerow synchronisiert. Wanda erhielt ihre Stimme von Monika Grewing.

Robin[Bearbeiten]

Robin ist Kermits Neffe, und ist praktisch dessen Miniaturausgabe ohne Kragen. Er taucht nur gelegentlich bei der Muppet Show auf. Er wurde – wie auch der dänische Koch – von Eberhard Storeck gesprochen. Im Original sang, sprach und spielte ihn Jerry Nelson.[8]

Foo-Foo[Bearbeiten]

Foo-Foo ist der Hund von Miss Piggy.

Annie Sue[Bearbeiten]

Ein junges, blondgelocktes Schwein. Annie Sue ist bereits in der zweiten Staffel im Hintergrund zu sehen. Erst ab der dritten Staffel erhält sie jedoch eine feste Rolle. Wie ihr großes Vorbild Miss Piggy möchte die etwas naive Schweinedame in der Muppet Show als Sängerin Karriere machen. Offiziell wird Annie Sue von Kermit in der Leo Sayer-Folge eingeführt. Miss Piggy sieht in ihr jedoch eine ungeliebte Konkurrentin. Charakteristisch dafür ist, dass Miss Piggy sich Annie Sues Namen nicht merken kann oder will und sie stets mit Annabell betitelt. Synchronsprecherin war Uschi Wolff.

Pops[Bearbeiten]

Pops ist der Portier am Bühneneingang des Muppettheaters. Er tritt vor allem in der 5. Staffel auf und begrüßt die Stars, wenn sie im Muppettheater ankommen. Das geschieht grundsätzlich, unabhängig vom Bekanntheitsgrad des Gaststars, mit einem verwunderten „Wer sind denn Sie?”. Puppenspieler war Jerry Nelson, in der deutschen Fassung sprach Peter Capell.

Onkel Tödlich[Bearbeiten]

Onkel Tödlich ist ein blaues, drachenähnliches Monster in zerrissener, altmodischer Kleidung. Er taucht als das Phantom der Muppet Show erstmals offiziell in der Folge mit Gaststar Twiggy der Staffel 1 auf. Hier wird er von Peter Capell gesprochen. In späteren Folgen ist er dann mehr oder weniger als normales Mitglied des Ensembles zu sehen und wird von Donald Arthur synchronisiert. Im Original sprach und spielte Jerry Nelson.[8] Unter anderem tritt er ab der 3. Staffel in einem wiederkehrenden Sketch mit Miss Piggy und Wayne als Bösewicht auf. Er spricht mit russischem Akzent.

George, der Hausmeister[Bearbeiten]

George ist der griesgrämige Hausmeister der Muppet Show in der ersten Staffel. Laut eigener Aussage ist George schon sehr lange dort. Er hat eine Vorliebe für Wischmops und ist oft mit Mildred im Muppet Ballsaal zu sehen. Nach der ersten Staffel ist die Figur nur noch sporadisch zu sehen. Der Hausmeisterposten wird ab Staffel 3 von Beauregard übernommen.

Mildred Huxstetter[Bearbeiten]

Der lila, vogelähnliche Muppet ist Dr. der Philosophie und der schönen Künste. Wie George ist sie hauptsächlich in der ersten Staffel zu sehen, oft mit George, dem Hausmeister. Später tritt sie ebenfalls nur noch sporadisch auf. Einer der größeren Auftritte ist in der Show mit Rich Little als Reporterin in Staffel 2.

Hilda[Bearbeiten]

Hilda ist die Gardrobiere hinter den Kulissen der Muppet Show und dort nur in der ersten Staffel zu sehen. Laut eigener Aussage ist Hilda erst 33 Jahre alt, wirkt aber deutlich älter. Sie stammt angeblich aus Transsilvanien. Tilli Breidenbach lieh Hilda ihre Stimme.

Weitere Puppen[Bearbeiten]

Das dreibeinige schreiende Ding (englisch three-legged screaming thing) ist ein grünes Wesen mit drei pinkfarbenen seitlich als Triskele angeordneten Beinen und bunten Haaren. Es wurde von Jerry Nelson gespielt.

Linkshändigkeit[Bearbeiten]

Dadurch, dass die Figuren normalerweise von der rechten Hand des Puppenspielers geführt werden, betätigt die linke Hand des Spielers in der Regel die linke Hand der Figur, was die meisten Muppets somit zu Linkshändern macht. Speziell bei den Musikern ist dies gut zu erkennen. Eine Ausnahme ist Annie Sue, die von einer Linkshänderin gespielt wurde und somit Rechtshänderin war.

Bedeutsam ist die Händigkeit auch bei Puppen, die vom Puppenspieler mit dem Kopf zum Publikum, liegend oder zu zweit gespielt werden und bei denen es zu einer Vertauschung der Seiten von Spieler und Puppe kommt.

Serien innerhalb der Muppet Show[Bearbeiten]

Innerhalb der Show gab es immer wiederkehrende Mini-Serien.

Schweine im Weltall[Bearbeiten]

Schweine im Weltall ist eine Parodie auf die Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise (im Original Star Trek – das Schweineraumschiff nennt sich folgerichtig USS Swinetrek). Die Crew besteht aus drei Schweinen – Captain Link Ringelschwanz, Miss Piggy und dem Wissenschaftsoffizier Dr. Julius Speckschwarte. Link parodiert dabei Captain Kirk und vor allem dessen Darsteller William Shatner, dem er äußerlich nachempfunden ist. Wie in der Fernsehserie wird die Handlung in erster Linie von drei Protagonisten getragen. Die Musik des Intros orientiert sich an der Musik von Raumschiff Enterprise. In mehreren Folgen trat Gonzo als Darth-Vader-Verschnitt (Darth Mader) auf, unter anderem in jener, in der Luke Skywalker, C-3PO, R2-D2 und Chewbacca zu Gast waren.

In der Tierklinik[Bearbeiten]

Hier erlebten wir Rowlf in der Rolle des „Dr. Bob“, assistiert von Schwester Piggy und Schwester Janice. Das Trio nutzte die wehrlosen Patienten auf dem OP-Tisch als Gegenstand für zahlreiche Kalauer. Persifliert wurden damit Serien wie General Hospital und Trapper John, M.D., vergleichbar mit dem deutschen Pendant Die Schwarzwaldklinik.

Muppets-Blitz-Nachrichten[Bearbeiten]

Die Nachrichtensendung der Muppet Show. Die Katastrophen, über die der Nachrichtensprecher berichtete, waren meistens näher, als ihm lieb sein konnte: Passierten sie nicht im Hintergrund, war er selbst der Leidtragende. Es kam auch vor, dass er beim Verlesen der Lottozahlen selbst im Lotto gewann und live on air seinen Job kündigte. Genauso konnte es aber passieren, dass er über eine im Sketch zuvor erfolgte Explosion in den Muppet-Labors berichtete und ihm dabei das explodierte und in die Luft geschleuderte Objekt ins Studio fiel.

Das Muppet-Labor[Bearbeiten]

„Willkommen im Muppet-Labor, wo die Zukunft schon heute gemacht wird.“ Dr. Honigtau Bunsenbrenner präsentiert zusammen mit seinem Assistenten Beaker seine neuesten Erfindungen. Darunter sind die obskursten Dinge wie eine Maschine, die pures Gold in Hüttenkäse verwandelt, oder ein Gepäckverkleinerer, der auch den Assistenten Beaker ins kleine Format zusammenstaucht, als er aus Versehen in die Maschine hineingerät.

Der Muppet-Ballsaal[Bearbeiten]

In einem festlichen Ballsaal tauschen tanzende Puppen-Paare kurze Einzeiler aus. Oftmals handelt es sich um eine Auswahl von Witzen zu einem bestimmten Thema, etwa der berühmten Fliege in der Suppe. Während der ersten Staffel tanzten zumeist eine Reihe wiederkehrender Puppen miteinander. In den folgenden Staffeln waren die Paare meist willkürlicher zusammengesetzt. Hier orientierten sich die Gespräche teilweise auch an nur einem bestimmten Thema pro Sketch.

Die Häuser[Bearbeiten]

Vier sprechende Häuser reißen Witze oder erzählen Wortspiele, die mit Häusern oder Hausteilen zu tun haben. Dieser Sketch war nur in der ersten Staffel zu sehen.

Der Patrouillen-Bär[Bearbeiten]

Ein seltener Sketch, in welchem Offizier Fozzie Bär im Polizeirevier aufkreuzt und dabei einen (vermeintlichen) Straftäter festhält. Im Dialog mit Offizier Link wird Fozzie dabei vom Gefangenen überwältigt oder eingesperrt. Fozzie tritt teilweise auch in anderen Sketchen als Patrouillen-Bär auf. Der Sketch ist nur in späteren Staffeln zu sehen.

Das Muppets-Lied[Bearbeiten]

Die Melodie des "Muppet Show Theme Song" ist mit dem Lied "Ich brauche keine Millionen" von Peter Kreuder aus dem Film "Hallo Janine" (UFA, 1939), gesungen von Marika Rökk, nahezu identisch.[13] Ingrid Kreuder, die Witwe von Peter Kreuder, geht deshalb auch davon aus, dass die Melodie gestohlen ist.[14]

Gaststars der Muppet Show[Bearbeiten]

Muppet-Kinofilme[Bearbeiten]

Muppet TV-Specials, Fernsehfilme und VHS/DVD-Produktionen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Am 28. September 2005 hat der United States Postal Service zum 50. Geburtstag von Kermit einen Briefmarkensatz mit Jim Henson und den Muppets[15] herausgegeben.

Auf Englisch wurden mehrere Best-of-DVDs und komplette Sets der ersten drei Seasons veröffentlicht, wobei aus rechtlichen Gründen einige Gesangsnummern der menschlichen Gäste fehlen.

Walt Disney Studios Home Entertainment veröffentlichte die erste Staffel im Dezember 2010[16] und die die nächsten zwei Anfang 2011 auf dem deutschen Markt, was zuvor aus rechtlichen Gründen nicht möglich war. Die Staffeln vier und fünf fehlen weiterhin. Neben der deutschen Originalsynchronisation von 1977 sind auch zahlreiche Extras und außerdem die Folge mit Mary Roos enthalten, die nur in Deutschland ausgestrahlt wurde (die Originalfolge mit Twiggy ist auf Englisch mit dt. Untertiteln vorhanden). Im Gegensatz zu den US-Folgen wurden bei der deutschsprachigen Veröffentlichung der Staffel eins die Folgen in ihrer Originallänge wiederhergestellt; die Bildinhalte bei den Vor- und Abspännen sind in deutscher Sprache. Nicht übernommen wurde jedoch der englische Abspann zur Folge mit Kaye Ballard, wo wegen eines Streiks der Band allein Rowlf am Piano spielt. Am 1. März 2014 sendete der deutsche Disney Channel die Folge in der beide Sängerinnen (Roos und Twiggy) in unterschiedlichen Szenen zu sehen waren.

Am 19. November 2009 erschienen auf der Videoplattform YouTube 14 neue Muppet-Clips von den Muppets-Studios. Die Clips erreichten bis Ende November 2009 insgesamt über 15.000.000 Hits. Dazu gehören unter anderem Muppetinterpretationen des Queen-Hits Bohemian Rhapsody und Beethovens Ode an die Freude.[17]

Rezeption[Bearbeiten]

Anders als beispielsweise die Sesamstraße wendete sich die Muppet-Show immer an ein Publikum, das sowohl aus Kindern wie auch aus Erwachsenen bestand. Dabei setzen die Macher zum einen auf oft slapstickhaftige Gewalt zwischen Puppen, wie sie zahlreichen Kindersendungen eigen ist. Dabei verwendeten die Macher vor allem Nebenfiguren und Monsterpuppen. In der Interaktion zwischen den Gaststars und den Hauptcharakteren, und den Handlungsbögen zwischen den Hauptcharakteren hingegen finden sich Elemente, die eher ein erwachseneres Publikum ansprachen.[18]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Rezeption[Bearbeiten]

Besonders seit dem Tod von Jim Henson hat sich die Wissenschaft immer wieder mit den Muppets beschäftigt. Dabei fokussierte diese vor allem auf die Filme, andere Spin-Offs, und auf die Sesamstraße, weniger auf die Muppet-Show an sich. Die Disziplinen, die sich besonders intensiv mit den Muppets auseinandersetzen, waren zum einen die Medienwissenschaften, die sich insbesondere bei ihrer Untersuchung von Medien für Kinder mit dem Thema auseinandersetzten, zum anderen die Gender Studies. Während sich die Medienwissenschaften oft mit der Verhältnis von Profit und Erziehung und der Auswirkung der Muppets auf die kindliche Entwicklung befassten, haben sich die Gender Studies fast ausschließlich auf die Rolle von Miss Piggy fokussiert.[19]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christopher Finch: Of Muppets and Man. The Making of the Muppet-Show. Alfred A. Knopf, 1986.
  • Christopher Finch, Charles S. Finch, Jim Henson: Jim Henson: The Works: The Art, the Magic, the Imagination. Random House, 1993, ISBN 0-679-41203-4.
  • Jennifer C. Garlen, Anissa M. Graham (Hrsg.): Kermit Culture - Critical Perspectives on Jim Henson's Muppets. McFarland, 2009, ISBN 0-7864-4259-X.
  • Jim Henson, Jack Burns, Jerry Juhl, Marc London u. a.: Die große Muppet-Show. (OT: The Muppet Show Book). Kristall, Berlin/ Hamburg 1980, ISBN 3-607-00007-7.
  • Autorenkollektiv: Die Muppet-Show. Henson Associates/ Pierino, Zug 1976.
  • Tomas Riad: Börk börk börk. Ehula hule de chokolad muus. In: Spraktidningen. April 2008.
  • Craig Shemin: Muppets. Das große Lexikon. Dorling Kindersley, München 2014, ISBN 978-3-8310-2575-6. (Bildband mit über 150 Charakteren von A bis Z)
  • Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Muppets – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. industrycentral.net
  2. a b Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8, S. 22.
  3. a b Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8, S. 26.
  4. Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8, S. 4.
  5. a b Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8, S. 6.
  6. a b c Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8, S. 13.
  7. Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8, S. 3.
  8. a b c d e f g h i Victoria Grace Weisel, Leslee Asch u. a.: Muppets, Monster & Magie. Die Welt von Jim Henson. (OT: The Art of the Muppets). Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main/ New York 1987, ISBN 3-88799-021-8, S. 12.
  9. Chef Tell, Who Turned Kitchen Skill Into TV Fame, Dies at 63. In: The New York Times. Nachruf vom 5. November 2007. Aufgerufen am 15. September 2010.
  10. Alice: 20 Jim Henson Puppets Make Their Big Museum Debut, My Modern Metropolis 27. September 2013.
  11. drummerworld.com
  12. Anika Gupta: The Woman Behind Miss Piggy, Smithsonian Magazine Oktober 2008.
  13. whosampled.com
  14. dradio.de
  15. about.usps.com
  16. youtube.com
  17. youtube.com
  18. Rayna Denison: The Muppet Show: Sex and Violence: Investigating the Complexity of the Television Body in: Intensities Journal, 4. (2007), Abschnitt 5
  19. Rayna Denison: The Muppet Show: Sex and Violence: Investigating the Complexity of the Television Body in: Intensities Journal, 4. (2007), Abschnitt 8