Mauer der Generalpächter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Mur des Fermiers généraux)
Wechseln zu: Navigation, Suche
J. Palaiseau: La Barrière Blanche, 1819. Mauer der Generalpächter und Akzise- oder Zollhaus an der heutigen Place Blanche in Paris.

Die Mauer der Generalpächter (franz. Mur des Fermiers généraux) in Paris wurde zwischen 1785 und 1788 errichtet. Anders als die früheren Stadtmauern diente sie nicht zur Verteidigung der Stadt, sondern zur Sicherung der Zolleinnahmen für die Gesellschaft der Generalpächter, oder Ferme générale, die Organisation der Hauptzollpächter. Die Mauer der Generalpächter hatte eine Länge von 24 km und insgesamt sechzig Tore. Der Architekt Claude-Nicolas Ledoux war verantwortlich für die Erstellung dieser Gebäude, er versuchte mit seinen Ideen eine Verbindungen zwischen Form und Funktion herzustellen. An diesen waren Zollkontrollpunkte errichtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor 1784 war Paris war nur wenig begrenzt, und es gab häufig nur niedrige Mauern aus schlechtem Material. Im Jahre 1784 wurde, basierend auf einer Idee des Chemikers, Juristen und Steuerpächters, Fermiers généraux Antoine Laurent de Lavoisier, um die ständig wachsende Zahl von Schmugglern zu stoppen, Charles Alexandre de Calonne zur Ausarbeitung einer Mauer rund um Paris, der Mur des Fermiers généraux, beauftragt. Im Mai begann die Arbeit von Seiten der Hôpital de la Salpêtrière und setzte sich zügig fort. Im Jahre 1786 war die südliche Hälfte vollendet.

Während der Französischen Revolution wurde ihre Grenzfunktion im Jahr 1791 aufgehoben. 1860 wurden die Mauern geschleift.

Ihr Verlauf entspricht ungefähr der Führung der Metrolinien 2 und 6 zwischen der Place Charles de Gaulle und Place de la Nation.

Literatur[Bearbeiten]

  • Louis-Sebastien Mercier: Le tableau de Paris. [1781/88]. Édition établie sous la direction de Jean-Claude Bonnet, 2 Bde., Paris 1994 in deutscher Übersetzung Louis-Sebastien Mercier: Tableau de Paris. Bilder aus dem vorrevolutionären Paris. Herausgegeben von W. Tschöke, Manesse Verlag, 1996, ISBN 3-7175-1776-7, S. 41–51.

Siehe auch[Bearbeiten]